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Tod im Fischernetz am So, 18.5., 22.00 Uhr im ZDF.

Tod im Fischernetz am So, 18.5., 22.00 Uhr im ZDF. - Foto © ZDF und Fredrik Ottosson

Traumziele

Urlaub zum Entspannen

Urlaub für die Seele: Sich einfach treiben lassen, still werden, die Natur genießen: Traumziele für alle, die dem Alltag ganz entfliehen wollen.

Die Schriftstellerin Viveca Sten hat ihn gefunden, den Ort, an dem sie durchatmen und loslassen kann. Die schwedische Kriminalautorin kennt ihn schon lange, bereits seit ihrer Kindheit: Sandhamn, eine beschauliche Insel am äußersten Rand des Stockholmer Schärengartens. Ein Stückchen Land, gerade mal drei Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit. "Ich sehne mich immer nach Sandhamn", sagt die Mittfünfzigerin. Wer dort einen Spaziergang macht, versteht sofort, warum. Der Weg führt vom Dorfkern durch einen würzig duftenden Kiefernwald, vorbei an roten Ferienhäusern, kleinen Buchten und Stränden, vor denen Segelboote auf der tiefblauen Ostsee schaukeln. Wäre sie eine Malerin, sagt Viveca Sten, würde sie im Juli kommen, dann sei das Licht am schönsten. Doch sie wählt eine andere Art, ihren "liebsten Ort auf der Welt" in Szene zu setzen.


TV Tipp:
So, 18.5., 22.00 Uhr, ZDF
Tod im Fischnetz

Sandhamn ist Schauplatz ihrer Krimireihe um Kommissar Thomas Andreasson, die Verfilmungen seiner ersten drei Fälle zeigt nun das ZDF. Der Kontrast zwischen dem Postkartenidyll und den Verbrechen, die Sten dort geschehen lässt, sind sicher ein Grund für den Erfolg der Romane, von denen in Deutschland bisher fünf erschienen.

In die Ferne – zu sich selbst

Wer auf die schwedischen Schären reist, sucht Ruhe, Natur, Überschaubarkeit. Und sehr wahrscheinlich sucht er auch nach sich selbst. Möchte die Hektik des Alltags hinter sich lassen, inneres Gleichgewicht finden. Diese Bedürfnisse werden immer wichtiger in unserer Zeit der Dauerkommunikation, des Nonstop-Medienkonsums und der Erschöpfungsepidemien. Es gibt Orte und Regionen, die sind wie dafür geschaffen, die Seele zu verwöhnen. Nicht nur behagliche Gegenden wie die schwedischen Schären, sondern auch Landschaften, die auf den ersten Blick eher unwirtlich wirken. Etwa die schottischen Highlands, das raue, kühle Hochland mit seinen zerklüfteten Küsten, vielen kleinen Inseln, schroffen Bergen, grünen Hügeln und weiten, unbesiedelten Tälern. Wer hier als Wanderer (oder Autofahrer) tagelang kaum einem Menschen begegnet, erlebt seine Umgebung viel intensiver. Und kommt sich selbst viel näher – seinen Mitreisenden übrigens auch.

Burgruinen, die scheinbar jahrhunderte alte Geheimnisse hüten, regen die Fantasie an und entführen uns gedanklich in märchenhafte Welten – unendlich weit entfernt vom Alltag zu Hause. Wilde Tiere ziehen die Reisenden in ihren Bann – darunter Wildkatzen, Wiesel, Robben, Rotwild und Adler. Auch diese Begegnungen lassen Sorgen verfliegen und verleihen der Seele Flügel. Zu den Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub gehören für die meisten Deutschen: Essen gehen, Ausflüge in die Umgebung unternehmen, baden und Spaziergänge machen. Nach einer Untersuchung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen steht ganz weit oben in der Gunst auch das süße Nichtstun: Ausschlafen, Faulenzen, Sonnen, Entspannen. Das klingt zunächst wenig spektakulär – ist aber sinnvoller, als wir ahnen.

Der Erholungseffekt

Viele Menschen gestalten ihre Erholungswochen intuitiv so, dass Körper und Seele schön profitieren. Experten raten nämlich dazu, passive Rekreation, körperliche Aktivität und das Sammeln neuer Eindrücke miteinander zu kombinieren. Laut Carmen Binnewies, Professorin für Arbeitspsychologie an der Universität Münster, ist Aktivität für den Erholungseffekt sogar noch wichtiger als Entspannung und Ruhe. Wer im Urlaub etwas Neues lernt und Herausforderungen meistert, kehre gestärkt nach Hause zurück, so Prof. Binnewies. Erholsame Heimat Wenig hilfreich sind kurze Reisen in die weite Ferne. Lange Flüge, Klimawechsel und Zeitverschiebung machen Körper und Psyche zu schaffen. Wer nur eine Woche oder weniger verreist, sollte nahe der Heimat bleiben. Eine gewisse Distanz zum Wohnort befördert zwar auch die geistige Distanzierung von Belastungen des Alltags. Doch schon 100 Kilometer reichen aus, um der Seele neue Horizonte zu eröffnen.

Urlaub in Deutschland kann wunderbar erholsam und inspirierend sein. Und das nicht nur in den Hauptferienregionen an Nord- und Ostsee oder im Süden, sondern etwa auch im Weserbergland, Heimat vieler Schlösser und Burgen und Schauplatz weltberühmter Märchen. Damit die Erholung nach dem Urlaub auch anhält, kennen Wissenschaftler einen ganz einfachen Trick: Lassen Sie es ruhig angehen! Grund: Zu große Belastung direkt nach der Rückkehr wirkt sich extrem negativ auf den Erholungseffekt aus. Reisen Sie deshalb möglichst an einem Montag zurück, nutzen Sie den Dienstag, um in Ruhe zu Hause anzukommen. Und starten Sie am Mittwoch in eine halbe Arbeitswoche.

Autor: Nele-Marie Brüdgam, Susanne Kohl