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Zarengold

Kloster Ganina Jama birgt eine Gedenkstätte für die letzte Zarenfamilie. - Foto © picture-alliance/ ZB

Transsibirische Eisenbahn

Sigmar Solbach im Zug der Zaren

Sigmar Solbachs Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn

Eigentlich ist Sigmar Solbach leidenschaftlicher Segler und lässt sich, sooft es seine Zeit erlaubt, frei über die Weiten der Meere treiben. Was bringt einen solchen Mann in die geregelten Bahnen eines Luxuszugs? Ein Kindheitstraum! Schon immer wollte der TV-Star mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren. Jetzt hat er’s gemacht. In der TV-Doku "Das ist mein Russland" (TV-Tipp rechts) erzählt er von seinem Abenteuer. Hier sein Vorabbericht:

Es ist nicht nur die längste Bahnstrecke der Welt, sondern auch die berühmteste. Die Transsibirische Eisenbahn bildet seit 100 Jahren das Bindeglied zwischen Europa und Asien, zwischen Völkern verschiedenster Kulturen. Für mich erfüllt sich mit dieser Reise ein Traum. Vor dem Start bin ich deshalb wahnsinnig aufgeregt. Zehn Tage im legendären Sonderzug "Zarengold" liegen vor mir! 5153 Kilometer von Moskau bis zum Baikalsee! Bevor das Abenteuer am Bahnhof in Moskau beginnt, werfe ich noch einen Blick auf die russische Metropole, die Stadt der goldenen Kuppeln. Eine Megacity mit gut zwölf Millionen Einwohnern.

Ihr Stadtbild ist geprägt von vielen Prachtbauten. Die Lomonossow-Universität etwa wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im sogenannten "Stalinistischen Zuckerbäckerstil" erbaut. Berühmt sind auch die farbenprächtigen Zwiebeltürme der Basilius-Kathedrale. Für mich sind sie "typisch russisch" – wie auch die lustigen Matrioschkas, die bauchigen Schachtelpuppen, ein sehr beliebtes Souvenir.

Der Kreml: Ein Symbol der Macht

Auf meiner kurzen Stadttour schaffe ich natürlich nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – aber immerhin: das Jungfrauenkloster, mehrmals Verbannungsort für weibliche Mitglieder der Zarenfamilie; den Kreml, dessen Name übrigens so viel wie "Burg" bedeutet. Mehr als zwei Kilometer lang sind seine Begrenzungsmauern mit ihren 20 Türmen. Bis heute ist er das Symbol russischer Macht. Am Roten Platz befindet sich das berühmte Kaufhaus GUM – eine Einladung zum Kaufrausch auf Russisch. Doch für eine Shoppingtour bleibt mir leider keine Zeit. Es heißt: Abschied nehmen von Moskau.

Transsib-Reisende, die mit dem "Zarengold"- Sonderzug fahren, müssen sich zum Komsomolskaja-Platz begeben, im Volksmund auch "Platz der drei Bahnhöfe" genannt. Los geht es am Kasaner Bahnhof. Mit mir freuen sich weitere 180 Gäste auf die Reise quer durch Russland. Erst einmal müssen alle ihr Quartier beziehen im neuen "rollenden Zuhause". Vom Lokführer bis zum Schaffner kümmern sich 62 Servicekräfte um unser Wohlergehen. In meiner Kabine steht als Willkommensgruß sogar ein Begrüßungssekt. Ein guter Anfang! So verlassen wir die russische Hauptstadt auf den legendären Schienen Richtung Sibirien. Am Zusammenfluss der Kasanka mit der Wolga liegt unsere erste Station: Kasan, Hauptstadt der autonomen Republik Tatarstan und Zentrum des Islam in Russland. Ich besuche die prächtige Kul-Sharif-Moschee mit ihren vier Minaretten. Sie gilt als Symbol für das friedliche Zusammenleben der muslimischen und orthodoxen Bevölkerung von Tatarstan.

Mit dem "Zarengold"- Sonderzug eine Reise durchs Riesenreich

Nach jedem Tagesausflug werden wir an Bord liebevoll vom Personal empfangen. Heute gibt es Tee. Ich unterhalte mich ein wenig mit Olga, die formvollendet serviert. Sie ist quasi Mädchen für alles. Sauberkeit sei im Zug oberstes Gebot, erklärt sie. Man wolle den besten Standard bieten, größtmöglichen Komfort schaffen. Gott sei Dank sind auch die Kabinen des "Zarengold" deutlich größer als jene europäischer Schlafwagen. So wird die lange Reise durch das Riesenreich zu einem überaus kultivierten Abenteuer.

Nächste Station: Jekaterinburg, die Metropole des Ural. Hier befindet sich die Gedenkstätte für die Romanows, die letzte Zarenfamilie, die im Jahr 1918 von einem bolschewistischen Exekutivkommando erschossen wurde. Hier verläuft auch die imaginäre Trennlinie zwischen den Kontinenten Europa und Asien. Weiter Richtung Sibirien – was übrigens so viel wie "schlafendes Land" bedeutet. Eingebettet in sanfte Hügel liegt Reschoty – ein Ort mit zwei Gesichtern. Früher lagen hier stalinistische Arbeitslager, heute herrscht romantische Idylle. Genau so habe ich mir immer ein "russisches Dorf" vorgestellt.

Gemütlich und anheimelnd wirken die kleinen Holzhäuser. Ich will mehr über die Menschen erfahren und besuche die 80-jährige Nina Michailowa. Sie lebt – wie viele – größtenteils von dem, was in ihrem Garten wächst. Das ist nicht viel. Trotzdem haben die Menschen eine Herzenswärme, die man bei uns lange suchen muss. Wieder an Bord, werden wir mit einer Wodka-Probe verwöhnt. "Wodka ist die beste Medizin", versichert uns der Bordarzt. Wir glauben ihm aufs Wort. Wodka gehört zu Russland wie Bier zu Bayern. Schließlich erreichen wir Irkutsk. Obwohl es eine Studentenstadt ist, scheint die Zeit hier stehen geblieben zu sein.

Sensationell ist der Anblick des Baikalsees. Das blaue Herz der Taiga! Ein unvergleichliches Stück Natur, so groß wie Belgien, bis zu 1600 Meter tief – und damit der tiefste See der Welt. 20 Prozent der Süßwasserreserven unserer Erde befinden sich hier, mitten in der Weißen Taiga, in endlosen Weiten, zwischen lichten, hellgrünen Birkenwäldchen. Hier endet meine unvergessliche Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn – so märchenhaft, wie ich sie mir als kleiner Junge erhofft habe. Ein Traum ist tatsächlich wahr geworden.


Die Transsibirische Eisenbahn - Luxuszug durch Russland

Routen: Es gibt verschiedene Reisestrecken mit der Transsibirischen Eisenbahn. Am komfortabelsten sind die Touren mit dem "Zarengold"-Zug.
Preise: Für die zehntägige Reise von Moskau zum Baikalsee ab ca. 2500 Euro p. P. inklusive Flug von/bis Frankfurt/Main. Für die große, 16-tägige Reise von Peking nach Moskau ab ca. 3600 Euro p. P.
Termine: Start für die kleine Route am 23. Juli, 20. August, 10. September und 17. September. Weitere Infos im Reisebüro oder unter www.zarengold.de

Autor: Sigmar Solbach