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Costa Ricas Playa del Coco bei Sonnenuntergang

Costa Ricas Playa del Coco bei Sonnenuntergang; Bild: © picture alliance / WaterFrame

Paradies in Zentralamerika

Reisen nach Costa Rica

Geschafft. Das letzte Stück der steilen Straße war eine Tortur. Doch die Szenerie oben am 3432 Meter hohen Vulkan Irazú rechtfertigt jedes knietiefe Schlagloch, jede Spitzkehre. Steil unter uns schimmert ein grünlichgelber See, ein Schild am Schutzgeländer nennt seine Maße: 300 Meter tief, 1050 Meter Durchmesser – jede Menge giftiger Schwefelbrühe.

Geografische Lage

Und dann die Aussicht: zwei Weltmeere im Blick. Im Westen der Pazifik mit Wellen, die zum Entzücken der Surfer über Tausende Kilometer herandonnern, im Osten der sanftere karibische Atlantik, in dessen warmem Wasser Sonnenhungrige baden. Diesen Blick kann es nur in Zentralamerika geben, der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika.

Aus der Höhe überblicken wir ein ganz besonderes Land. "Costa Rica", reiche Küste, so hatte Christoph Kolumbus geurteilt, als er im Jahr 1502 hier landete. Er hatte Gold erwartet. Wir sehen einen anderen Reichtum.

Die Landschaft Costa Ricas

Wir fahren durch dichte Wälder – es gibt hier 900 verschiedene Baumarten, zwischen denen 50 verschiedene Kolibriarten schwirren. Unterhalb der Waldregion erstreckt sich eine Parklandschaft, deren Farbe schwer zu beschreiben ist. Leuchtet sie nun türkis oder schon giftgrün? Schwarzbunte Rinder grasen, Schmetterlinge gaukeln – in Costa Rica sind mehr Schmetterlingsarten beheimatet als in ganz Afrika.

Wir fahren durch Kaffeeplantagen und Nationalparks. Gold finden wir erst in der Hauptstadt San José. Ein ganzes Museum voll. Alles, was darin glänzt, ist Gold: das Erbe der vorkolumbianischen Indianer. Die modernen Costa Ricaner haben sich unabhängig gemacht von der Vergangenheit.

Vor mehr als 60 Jahren haben sie ihr Militär abgeschafft, seither kennen sie keinen Krieg mehr. Ein Viertel ihres Landes haben sie unter Naturschutz gestellt. Hier leben 230 Säugetierarten, darunter Jaguare, Pumas, Tapire und Nasenbären. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur 91 Arten.

Wir fahren auf wiederum abenteuerlichen Straßen zur Pazifikküste und bewundern die Surfer, die eine Welle nach der anderen reiten. Baden ist riskant an der offenen Küste, gefährliche Strömungen ziehen immer wieder Schwimmer hinaus aufs Meer. Wir suchen uns am Golfo Dulce einen geschützten Strand, vor dem das Meer blau und ruhig liegt. Wer Glück hat, kann hier sogar Wale beobachten.

Das Klima in Costa Rica

Es ist immer warm in diesen Breiten, im Hochland durchschnittlich 22 Grad, an den Küsten noch wärmer. Winter gibt es nicht. Ökotourismus hat hier eigene Formen gefunden. Im "Corcovado Tent Camp" hat man in 36 Meter Höhe eine Plattform in die Baumwipfel gebaut und Zelte daraufgestellt. Weil man nachts ohnehin nicht schlafen kann, wenn gleich nebenan Brüllaffen unbändigen Radau machen und Vögel kreischen, haben wir uns für eine Mutprobe entschieden und eine Fahrt mit der "Rainforest Aerial Tram" gebucht: In einem offenen Drahtkorb an einem Seil hängend schweben wir in 60 Meter Höhe durch die Wipfel, das "Wohnzimmer" der Urwaldbewohner unmittelbar vor Augen. Kein Tier stört sich an uns – und auch wir haben keine Angst, weil wir vorsichtshalber nicht 60 Meter in die Tiefe schauen.

Der Vulkan Arenal

Anschließend gönnen wir uns noch einmal einen Vulkan, diesmal aber ohne den steilen Aufstieg und katastrophale Straßen. Wir fahren zum Arenal und suhlenn uns erst einmal in Felsenbänken mit 45 Grad warmem Wasser, das dem Inneren des Vulkans entströmt. In der Nacht sitzen wir dann in sicherer Entfernung auf der Terrasse der Lodge und beobachten mit einem Caipirinha in der Hand, wie der Berg brennt. Wie er glühende Brocken in den dunklen Himmel schleudert, wie die ganze Vulkanspitze rot erglüht und an allen Seiten Lava in breiten Strömen nach unten fließt.

So sitzen wir und schauen und staunen. Und denken, dass Costa Rica ein wirklich wunderbares Land ist.

  • Reisetipps für Costa Rica
  • Reisezeit

    Die schönste Periode ist von Dezember bis März. Denn die Regenzeit reicht von Mai bis Oktober

    Anreise

    Condor etwa fliegt ab Frankfurt für rund 1000 Euro in die Hauptstadt San José und zurück

    Unterkunft

    Es gibt kaum Hoteltürme, dafür einfache Landgasthöfe und romantische Urwald-Lodges wie die „Laguna del Lagarto Lodge“
    Infos: www.lagarto-lodgecosta-rica.com

    Besonderer Tipp

    Rund um den Vulkan Arenal kann man Tiere beobachten und nachts die Lava bewundern

    Autor: Walter Karpf