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Hafen von Menton

Eindrucksvolle Kulisse der Altstadt von Menton; Bild: © picture-alliance / Bildagentur-online/G.Fischer

Günther Maria Halmer über Südfrankreich

Reisen an die Côte d’Azur

Der Mann ist ein besonderes Kaliber: Über 100 Film- und Fernsehrollen hat er gespielt, bekannt wurde er als "Anwalt Abel" und Tscharlie in den "Münchner G’schichten". Am 5. Juni ist Günther Maria Halmer im "Tatort" zu sehen. Privat gibt der Schauspieler gern den Weltreisenden, liebt aber auch Europas schöne Seiten. Für HÖRZU schreibt er exklusiv über seine Reisen an die Côte d’Azur.

Günther Maria Halmer über Südfrankreich

Cannes, Nizza, Saint-Tropez, Monaco: Das sind die Orte, die einem sofort einfallen, wenn man an die Côte d’Azur denkt. Doch meine liebste Ecke ist der östliche Teil. Dort liegt Menton, das von vielen ausländischen Touristen kaum wahrgenommen wird. Die Franzosen dagegen wissen, welch ein Juwel das Städtchen ist. Zumal die Preise nicht so hoch sind wie in den berühmten Orten. Grundsätzlich ist diese Küste ein teures Pflaster.

Bestes Wetter in Menton

Wenn man in Menton am Hafen entlangspaziert, stößt man nach zwei Kilometern an die Grenze zu Italien. Entsprechend groß ist der Einfluss dieser Nachbarn. Mir gefällt der französisch-italienische Mix.

In Menton herrscht außerdem das beste Wetter an der Côte d’Azur. Mein Lieblingsplatz ist die Hafenmeile, an der viele kleine Restaurants einen tollen Blick aufs Meer bieten. Ein Gläschen Wein, frischer Fisch, das Rauschen der Wellen – hier kann man es sich gut gehen lassen. Das ist wahre Lebensqualität! Am liebsten mag ich gegrillte Dorade, mehr brauche ich nicht zum Glück.

Menton ist übrigens das Mekka der französischen Pensionäre. Schönste Lage, bestes Wetter, keine überzogenen Preise – lauter gute Gründe, sich hier niederzulassen. Der Ort hat in Frankreich eine ähnlich große Sogwirkung wie Florida in den USA.

Roquebrune, zwischen Menton und Monaco

Ein weiteres Lieblingsziel ist für mich Roquebrune, das zwischen Menton und Monaco liegt. Ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen mit Burg. Von einer Aussichtsplattform kann man den atemberaubenden Blick übers Meer genießen, zur Bucht Cap Martin und nach Monaco hinüber. Auf dieser Plattform sind mir schon einmal Gleitschirmflieger entgegengeschwebt – auf Augenhöhe, fast 200 Meter über dem Meer.

Auch Roquebrune selbst ist sehr schön. Dort steht der angeblich älteste Ölbaum der Welt, 1000 Jahre soll er hier schon verwurzelt sein. Man fühlt sich an diesem Ort ohnehin wie zurückversetzt in eine andere Zeit. Die kleinen Häuser sind teilweise einige Hundert Jahre alt.

Ich war so begeistert von Roquebrune, dass ich mir sogar mal ein Haus hier angesehen habe. Der Makler führte mich über unendlich viele Stufen im Fels nach oben. Plötzlich standen wir in einem Raum mit einer großen Fensterfront. Vor mir tat sich das Meer auf. Unglaublich schön. Ich wollte das Haus sofort kaufen, ich war ganz verrückt danach. Also rief ich meine Frau an und sagte: "Ich habe ein Wunder gefunden!" Sie kam sofort her – und war entsetzt. Sie befürchtete, dass das uralte Gemäuer bald einstürzen würde. Die tolle Aussicht ließ sie nicht gelten. Schade, es war wirklich überwältigend. Den Ausblick werde ich nie vergessen. Seitdem hat Roquebrune einen festen Platz in meinem Herzen.

Glamour in Monaco

In der Nähe liegt Monaco, das einen ganz anderen Charakter hat. In den 90ern war ich einmal dort, als mein Film "Schmutzige Wahrheit" vom Fürsten von Monaco mit der Silbernen Nymphe ausgezeichnet wurde. Zur Belohnung lud er das Filmteam ein. Wir wohnten in einem Luxushotel neben der Spielbank. Ich habe das Casino auch besucht, aber ich bin keine Spielernatur. Das ist mir unheimlich. Mir genügte es, die Menschen an den Roulettetischen zu beobachten.

Überhaupt ist man an der Côte d’Azur oft nur Beobachter: Es ist die Welt der Superreichen, nicht gerade eine Region für preiswerten Urlaub. Viele Touristen kommen zum Staunen und um einen Blick auf die gigantischen Jachten im Hafen von Saint-Tropez zu werfen, auf denen Butler Champagner ausschenken.

Aber der Glamour der Zeiten von Onassis und Maria Callas ist ein wenig verloren gegangen. Meine Welt ist das ohnehin nicht. Ich brauche den Luxus nicht, sondern genieße lieber das französische Flair. Und die vielen schönen Düfte: Lavendel und Mimose, Ginster und Wacholder, Thymian und Rosmarin. Nicht zu vergessen: das Licht! Dieser strahlend blaue Horizont, der der Côte d’Azur ihren Namen gab.

Das Kunstmuseum von Saint-Paul de Vene

Unzählige Maler kamen allein wegen des Lichts an die "blaue Küste": Auguste Renoir, Henry Matisse und Pablo Picasso. Zahlreiche Museen zeugen davon. Im wunderschönen Saint-Paul de Vence befindet sich ein Kunstmuseum, das man sich unbedingt anschauen sollte. Der Ort selbst ist traumhaft.

Ebenso wie mit dem Cabriolet die Küste entlangzufahren. Im Sommer kann man allerdings Pech haben – und im Stau stehen. Dann herrscht hier viel Trubel, die Straßen sind voll, man findet kaum ein ruhiges Plätzchen. Deshalb komme ich lieber im Frühjahr, wenn es zudem nicht so heiß ist.

Mein nächstes Ziel wird Marseille sein. Es soll sich prächtig entwickelt haben. Es gibt noch so viel zu sehen.

Reisetipps: Côte d’Azur

  • Anreise
  • Einen einfachen Flug von Deutschland nach Nizza gibt es schon ab rund 200 Euro, vorausgesetzt, man ist flexibel. Die Preise variieren stark, üblich sind rund 350 Euro pro Strecke.
    Mit dem Auto führt die Reiseroute durch die Schweiz und Italien. In Frankreich muss man Autobahngebühren bezahlen.

  • Klima
  • An der Côte d’Azur scheint an rund 300 Tagen im Jahr die Sonne. Es herrscht mediterranes Klima. Im Winter kann es an sonnigen Tagen bis 20 Grad warm werden, im Sommer 30 Grad.

  • Infos zu Hotels und Touren
  • www.frankreich-trip.com

    Autor: Günther Maria Halmer