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Die prächtige Sakristei der Catedral Basílica in Salvador.

Heiligtum: Die prächtige Sakristei der Catedral Basílica in Salvador aus dem 17. und 18. Jahrhundert. - Foto © picture-alliance / ZB

Im TV: Das Traumhotel

Peter Weck in Brasilien

Für Peter Weck waren die Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Das Traumhotel: Brasilien" fast wie Reisen in die Vergangenheit: In den 1960er-Jahren hatte er schon einmal in Brasilien gedreht. So feierte er ein Wiedersehen mit einem damals wie heute faszinierenden Land: "Brasilien ist so unglaublich vielfältig und voller Kontraste", schwärmt der gebürtige Wiener.

Der "Traumhotel"-Dreh fand vor allem in der Küstenstadt Salvador da Bahia statt und in dem etwa eine Stunde nördlich gelegenen Ferienort Praia do Forte. In HÖRZU erzählt der Schauspieler Peter Weck exklusiv von seinen unvergesslichen Eindrücken.

Beim Stichwort Brasilien fällt natürlich jedem zuerst Rio de Janeiro ein mit seinem legendären Karneval. Dabei findet der größte und traditionsreichste Straßenkarneval der Welt etliche Hundert Kilometer weiter nördlich statt: in Salvador da Bahia. Oder in, wie die Stadt mit vollem Namen heißt: São Salvador da Bahia de Todos os Santos. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie: "Heiliger Erlöser von der Bucht der Allerheiligen" und drückt ganz gut die tiefe Religiosität der Bevölkerung aus.

In dieser Stadt wimmelt es nur so von Kirchen – was der Verbreitungafrikanischer Riten aber keinen Abbruch tut. Große Teile der Bevölkerung stammen von Sklaven ab, die vom 16. bis ins 19. Jahrhundert auf die Zuckerrohrplantagen verschleppt wurden. In der Candomblé-Religion haben sich der Katholizismus und die westafrikanische Religion dann gewissermaßen "offiziell" vermischt.

Das Traumhotel: Brasilien beim Dreh

Vielleicht gerade weil die Religion so allgegenwärtig ist, gehen die Menschen sehr entspannt mit dem Glauben und seinen Symbolen um. Als wir eine Karnevalsszene drehten, war unsere Garderobe in der Sakristei einer Kirche eingerichtet worden. Darin zogen sich die Tänzerinnen, die selbst in ihren Kostümen spärlichst bekleidet waren, an und aus, ohne mit der Wimper zu zucken, und das vor den vielen Bildern von Heiligen und hohen Würdenträgern an den Wänden. Ein wunderbarer Kontrast, wie ihn niemand besser hätte erfinden können.

Mit rund drei Millionen Menschen erreicht die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Nordosten Brasiliens beinahe die Einwohnerzahl Berlins. Entsprechend lebhaft geht es auf den Straßen zu – vor allem zur Hauptverkehrszeit muss man schon sehr darauf achten, nicht unter die Räder zu kommen. Doch in Salvador finden sich auch viele Inseln der Ruhe. Etwa am Hafen mit seinen zahlreichen alten Forts und Festungen wie dem Forte de Santo Antonio da Barra. Aber auch in der an vielen Stellen aufwendig sanierten Altstadt, die seit 1985 Teil des Unesco-Weltkulturerbes ist.

Reich an Kulturschätzen, Palästen, Kirchen und Klöstern, ist sie zweifellos ein Juwel der Kolonialarchitektur. Bis 1763 war Salvador sogar Brasiliens Hauptstadt. Man sollte mehrere Tage einplanen, um die Gebäude nicht nur von außen zu betrachten, sondern auch das eine oder andere Museum zu besichtigen. Das Museu de Arte da Bahia etwa, dessen Sammlung aus Gemälden und Mobiliar des 18. und 19. Jahrhunderts, aus Glas- und Kristallobjekten, Porzellan, Schmuck und Teppichen einen guten Einblick in die Geschichte der Region bietet.

Brasilien: stadtnahe Strände

Zu Bahia gehören rund 1200 Kilometer Atlantikküste mit vielen Sandstränden. Selbst unweit des Flughafens gibt es einen sehr schönen: den Stella Maris Beach. Wer die Küste entlang ein Stück weiter nach Norden fährt, kommt zu den palmengesäumten Stränden von Praia do Forte. Ganz in der Nähe liegt die Casa da Torre de Garcia d’Avila. Selbst als Ruine ist der einstige Gutshof aus dem 16. Jahrhundert eindrucksvoll. Doch für den Strand blieb sehr wenig Zeit bei den Dreharbeiten zu "Das Traumhotel: Brasilien" (TV-Programm rechts). Ein Bummel durch die Altstadt von Salvador war eher drin, gemeinsam mit Heidelinde Weis und anderen Kollegen.

Obwohl hier so viele Menschen unterwegs sind und die Kluft zwischen Arm und Reich immens ist, empfand ich die Atmosphäre als sehr entspannt. Ich hatte mir zwei Restaurantempfehlungen aus der Heimat mitgebracht – und wurde nicht enttäuscht. Das "Boi preto" (Rua Ten G Santos) ist zweifellos ein Eldorado für Fleischfans. Die Spezialität des Lokals ist das ungeheure Rodizio, Grillspieße von erstklassiger Qualität.

Fischfreunde kommen im "Maria Mata Mouro" (Rua Inácio Accioli 8) voll auf ihre Kosten, einem exzellenten kleinen Lokal. Frische und Zubereitung meiner Königskrevetten hätten nicht besser sein können. Das Restaurant liegt mitten im Künstlerviertel Pelourinho. Vor 20 Jahren ein Slum, ist es heute aufwendig saniert. Das barocke Herzstück der Oberstadt ist nach dem ehemaligen Sklavenmarkt benannt. Hier steht auch die Catedral Basílica. Von außen sieht sie unscheinbar aus, aber die prächtige Innenausstattung aus Gold, Edelhölzern und Elfenbein wirkt traumhaft schön.

Die Oberstadt ist mit der Unterstadt, dem Barra, über mehrere Buslinien, eine Standseilbahn und den Elevador Lacerda verbunden. Dieser Schnellaufzug ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Kein Wunder, dass ihn fast 900.000 Fahrgäste im Monat nutzen. Wenn man in einer halben Minute mehr als 70 Meter in der Senkrechten zurücklegt, kommt man sich abwärts fast wie im freien Fall vor. Dafür hat der Weg nach oben etwas von einem Raketenstart. Ein erhebendes Gefühl – im wahrsten Sinn des Wortes.


Brasilien: Reisetipps für San Salvador da Bahia

Anreise: Fluge von Frankfurt/M. nach Salvador und zurück im Januar, Februar, Marz: ab 900 Euro (zu Karneval teurer).
Unterkunft in Salvador da Bahia: "Hotel Pousada da Mangueira", sehr zentral, ab ca. 92 Euro p. P./DZ /F.
Unterkunft eine Stunde nordlich von Salvador: Ferienanlage "Tivoli Ecoresort Praia do Forte", ab 150 Euro p. P./HP.
Extra-Tipp: Der größte Straßenkarneval der Welt in Salvador dauert sechs Tage und sechs Nachte. Termine 2012: 16. bis 21. Februar (siehe auch www.rio-carnival.net.

Autor: Peter Weck