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Trüffelschwein in der Region Lot.

Im Januar kann man an der Lot Trüffeln finden – etwa mithilfe von Schweinen. - Foto © picture alliance / dpa

Im TV-Programm: Der Schwarzwaldhof

Mit Gila von Weitershausen in Frankreich

Schroffe Felswände, blühende Gärten, alte Steinmauern: So schön ist die Region am Fluss Lot im Südwesten Frankreichs. Ein nahezu unberührtes Stück Land – wo findet man das sonst in Europa? Zauber im Frühling, Sonne im Sommer, Eleganz im Herbst. Die Schauspielerin Gila von Weitershausen, die diese Woche in einer neuen Folge von „Der Schwarzwaldhof“ (siehe TV-Tipp Seite rechts) im Ersten zu sehen ist, blüht hier zu jeder Jahreszeit auf.

Für sie ist die Gegend, das Departement Lot, ein Ort der Entschleunigung, der Entspannung – und der Erinnerung. Hier schreibt die Münchnerin über ihr Sehnsuchtsziel: Als ich im Jahr 1970 das erste Mal im Departement Lot war, ahnte ich noch nicht, dass es für mich mal so etwas wie eine zweite Heimat werden würde. Wir fuhren durch eine Allee aus knorrigen Eichen, und irgendwann stand da, ganz am Ende, ein 800 Jahre altes Steinhaus mit zwei kleinen Türmen. Es ist das Ferienhaus der Familie Malle. Damals gehörte es Louis, dem Vater meines Sohnes, heute unserem Sohn und seinen Schwestern. Ich bin nach wie vor mindestens einmal im Jahr dort, weil es so wildromantisch ist.

Die Zeit anhalten

Die Region ist nach dem wunderschönen Fluss Lot benannt. Er windet sich durch grüne Tabakfelder, vorbei an Felswänden und Weinbergen. Im Sommer sind auf dem Wasser viele Boote unterwegs, viele Freizeitkapitäne, paddelnd oder motorisiert. Die kleinen Schleusen muss man noch heute per Hand bedienen. Ein Hauch von Vergangenheit. Die ganze Landschaft wirkt wunderbar unberührt. Es duftet nach Wacholder. Um die Felder ziehen sich urige Steinmauern. Das sieht archaisch aus, hat aber einen simplen Grund: Die Erde ist hier sehr steinig, und als die Menschen früher ihre Felder bestellten, sammelten sie die Brocken vom Acker und bauten daraus kleine Mauern.

Obwohl das Land oft karg aussieht, wurde es von der Natur reich beschenkt: Der Boden ist perfekt für das Wachstum von Trüffeln. Eine Delikatesse! Immer wenn ich hier bin, gibt es zur Begrüßung als Erstes Rührei mit einem Hauch von Trüffeln – köstlich! Der Genuss steht hier sowieso im Mittelpunkt. Wir kochen jeden Tag und essen dann unter einem riesengroßen Nussbaum im Garten. Mein Lieblingsplatz! Oft gibt es Salat, gebratenes Huhn, dazu Rotwein aus der Region. Dafür kaufe ich auf dem Markt in Cahors ein, dem Zentrum des Departements. Ich habe dort sogar schon mal die dänische Königin getroffen. Ihr Mann besitzt ganz in der Nähe ein Weingut. Es ist herrlich zu sehen, dass sie selbst einkaufen geht – wie jeder andere.


Video: Unvergleichliches Paris


Die Marktstände bieten viele Spezialitäten der Region an: etwa Pâté (Pastete), Walnüsse, das Feinste von Ente und Gans, natürlich auch frisches Obst und Gemüse. Ich kaufe hier nicht nur fürs Abendessen ein, sondern auch für Wanderungen. Mit meinen Enkeln unternehme ich oft lange Spaziergänge, unterwegs gibt es dann Picknick. Man kann sich hier übrigens schnell verirren, denn die Landschaft ist noch unberührt und wenig erschlossen. Zum Glück haben wir bisher immer irgendwie zurückgefunden. Dabei orientieren wir uns an dem großen Nadelbaum vor unserem Haus. Wenn wir den erspähen, wissen wir: Bald haben wir es geschafft!

In der Region kann man viele wunderbare Ausflüge machen. Etwa zu den Höhlen von Pech Merle, an deren Wänden sich Malereien der Altsteinzeit befinden: Darstellungen von Pferden und anderen Tieren. Beeindruckend! Auf jeden Fall sollte man auch Sarlatla- Canéda ansteuern, einen kleinen alten Ort mit engen Gassen und einer riesigen Kathedrale. Oder Saint-Cirq-Lapopie, ein winziges Künstlernest, hoch über dem Lot verwegen auf die Felsen gebaut. Toulouse gehört zwar nicht direkt zur Region, aber ein Besuch lohnt sich: Es ist eine der boomenden Städte Frankreichs, die Altstadt besonders schön.

Wenn der Hibiskus blüht

Am Lot gilt die alte Weisheit: Der Weg ist das Ziel. So sanft sind die Farben, so harmonisch geschwungen die Hügel. Früher war ich viel mit dem Rad unterwegs, aber ich muss zugeben: Das ist mir heute etwas zu anstrengend. Typisch sind die steinernen Häuser mit den graublauen Fensterläden. In den Gärten blühen Hibiskus und Rosen, jeder für sich ist eine kleine Oase in der kargen Landschaft. Jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Jetzt, im Sommer, ist es heiß und trocken, aber man kann sich an vielen Badeplätzen wunderbar erfrischen. Außerdem haben viele Häuser einen Pool, auch die kleineren.

Im Frühjahr wird es früh schön warm, und es blühen viele wilde Lilien – alles leuchtet blau. Im Herbst verfärben sich die Eichen und verlieren erst spät ihre Blätter. Die ganze Landschaft erstrahlt rot – beinahe wie in Massachusetts oder Maine in den USA. Meine Sehnsucht nach dem Lot erwacht jedes Jahr, wenn es langsam warm wird. Eine Sehnsucht nach Entschleunigung, einem Leben im Takt der Natur. Viele kommen hierher, um sich selbst zu finden: Durch das Departement Lot führt ein Teil des Jakobswegs. Im Sommer kann man viele Pilger sehen, bepackt mit Rucksäcken. Das ist ganz amüsant – aber mich reizt es nicht. Ich gehe lieber mit meinem Hund Fritzi raus. Schon das ist hier so intensiv und meditativ wie nirgendwo sonst.


Alles ist am Fluss: Reisetipps für das Departement Lot

Anreise: Im Flugzeug nach Toulouse, z. B. ab Hamburg: im Juli ab 180 Euro mit Air France hin und zurück. In Frankreich dann weiter mit einem Mietwagen.
Unterkunft: Hotel "Le Terminus" in Cahors, ab 70 Euro/DZ. Infos unter www.balandre.com. Zu empfehlen sind Ferienwohnungen oder -häuser. Über: www.tourisme-lot.com
Spezialitäten sind Rotwein, Trüffeln, Entenleberpastete – und der Walnusskuchen.
Restaurants: Besonders in Saint-Cirq- Lapopie gibt’s gute Küche, z. B.: "L’Oustal", Le Bourg, 46330 Saint-Cirq-Lapopie.
Region: Das Departement Lot ist nicht sehr dicht besiedelt: Hier leben ca. 173.500 Menschen auf 5217 Quadratkilometern – also 33 Einwohner pro Quadratkilometer. In Berlin sind es mit 3924 fast 3900 mehr.
Infos: Weitere Tipps (Französisch, Englisch, Spanisch) auf der Internetseite der Tourismuszentrale: www.tourisme-lot.com

Autor: Gila von Weitershausen