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Port Soller - Mit dem Zeppelin über Mallorca
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"Planet e." zeigt spektakuläre Luftaufnahmen, aufgenommen vom ZDF-Zeppelin, der hier über Port Soller schwebt. - Foto: © ZDF / Fotostudio Jörg Riethausen Chem

Im TV: "planet e.: Abenteuer Mallorca"

Mallorca von Oben

Das ZDF schickte für zwei Folgen seiner Reihe "planet e." einen Zeppelin mit untergeschnallter Kamera über die Insel Mallorca.

Morgens um sechs ist die Insel noch ruhig: Im Bergdorf Deià werden die ersten Liegen um die Swimmingpools zurechtgerückt, an den Tresen der Biertränken von El Arenal glitzern umgestürzte Gläser in der Sonne, in der Bucht von Santanyi kommt das erste Fischerboot vom morgendlichen Fangzug zurück.

Mit dem ZDF-Zeppelin auf Entdeckungsreise

Es Trenc
Luftaufnahme von Es Trenc auf Mallorca. - Foto © ZDF / Aris Bibudis

Der Tieflader mit dem ZDF-Zeppelin an Bord schiebt sich über schmale Straßen, hinauf in die Bergwelt im Westen Mallorcas. 50 Startpunkte hat das Team auf der Insel herausgesucht, heute soll das Prallluftschiff von einer Freifläche des Tramuntana-Gebirges aus starten. Der gesamte Lastzug ist 14 Meter lang, die Fahrt eine logistische Meisterleistung. Nach ungezählten Haarnadelkurven ist die Position endlich gefunden. Autor und Regisseur Andreas Ewels und sein Pilot überwachen das Startritual.

Zehn Meter lang ist der heliumgefüllte Zeppelin mit der untergeschnallten Kamera, die hochauflösende Bilder einfängt und mit einer Funkverbindung angesteuert wird. Der Pilot bleibt auf dem Boden, dirigiert das Luftschiff per Knopfdruck. Auf sein Signal hin steigt es auf, schwebt über die Mittelmeerinsel. Bis zu drei Kilometer Reichweite können die Funksignale überbrücken, manchmal verschwindet das Luftschiff in den Wolken und ist für seine Operateure kaum noch sichtbar.


Der Zeppelin an der Steilküste bei Cala Llombards. - Foto © ZDF / Fotostudio Jörg Riethausen Chem

Die Bilder, die das unbemannte Flugobjekt mitbringt, sind sensationell – sie zeigen eine Insel, die dem Lärm der Straßen und Diskotheken entrückt ist, sie fangen Naturschönheiten ein, die selbst Wanderer auf diese Weise kaum erleben.

"planet e.: Abenteuer Mallorca"

In zwei Folgen der Reihe "planet e." ist das Ergebnis der Dreharbeiten jetzt zu sehen: Der Zeppelin überfliegt Schluchten und Strände, wo Urlauber staunend nach oben blicken.


Im TV: "planet e.: Abenteuer Mallorca"

1. Teil: So, 18.8., ZDF, 14.45 Uhr, 2. Teil am 25.8. (siehe auch TV-Tipps rechts).


Der Vorteil des lautlosen Schwebens: Kein Tier nimmt Reißaus, wenn der Schatten der Riesenzigarre auftaucht. Die Kühe grasen ungerührt weiter, die Ziegen auf den Bergkämmen suchen friedlich nach Kräutern.

planet e. Zeppelin vor der Kathedrale von La Palma
Der ZDF-Zeppelin zum Dreh von "planet e." vor der Kathedrale von La Palma. - Foto © ZDF / Fotostudio Jörg Riethausen Chem

Die größten Herausforderungen der Luftexpedition waren die Genehmigungen der spanischen Behörden. "Allein fünf brauchten wir, um über der Kathedrale von Palma und dem daneben liegenden Königspalast filmen zu dürfen", so Autor und Redakteur Andreas Ewels. "Wer bislang glaubte, Deutschland sei ein bürokratisches Land, der kennt Spanien nicht."

Schwierig gestaltete sich auch der Transport des Hängers – auf einigen Gebirgsstraßen ging nichts mehr, da musste nach Ausweichstrecken gesucht werden. Ewels: "Einmal kamen drei Polizisten mit dem Helikopter, um zu sehen, was für ein seltsames Gefährt auf ihrer Insel unterwegs war."

Der Aufwand für die ungewöhnlichen Aufnahmen ist enorm: Im Morgengrauen steht das 20-köpfige Team auf, um die Wetterbedingungen zu prüfen. Bei günstiger Thermik steigt das Fluggerät um halb sechs Uhr auf. Weitere Flüge sind erst in den Abendstunden möglich, spätnachts kehrt das Team an seinen Standort zurück. Insgesamt rund 3800 Kilometer werden die Filmleute nach den knapp zweimonatigen Dreharbeiten abgefahren haben.

Mallorca von Oben

Aber ist der Zeppelin erst mal oben, zeigt sich Mallorca in ganzer Schönheit. Faszinierend der Gleitflug über die spektakuläre Steilküste von Cap Formentor, wo die Autos auf den schmalen Straßen wie Ameisen kriechen. Auf der Westseite Mallorcas geht es hoch hinauf, die Spitze des 1443 Meter hohen Bergs Puig Major im Visier, um dessen Hochplateaus riesige Mönchsgeier kreisen. Im Tramuntana-Gebirge schwebt das Luftschiff über Radrennfahrern, die verbissen in die Pedale treten. Und weil er so leise ist und kein Käuzchen erschreckt, darf der ZDF-Zeppelin auch über dem Naturschutzgebiet La Albufera schweben, wo 271 Vogelarten zu Hause sind.

Naturschutzgebiet La Albufera
Flug des Zeppelin über das Naturschutzgebiet La Albufera. Im Hintergrund die Berge um Santa Margalida. - Foto: © ZDF / Fotostudio Jörg Riethausen Chem

Was die ferngesteuerte Kamera von oben nicht erfassen kann, tragen die Redakteure auf konventionelle Art zusammen: Sie holen den Naturschützer ins Bild, der sich für das Überleben der Geburtshelferkröte einsetzt, die auf Mallorca einzigartig ist. Sie ziehen den Zoom auf und leuchten in die Augen der seltenen Ginsterkatze.

Und sie porträtieren Menschen, die mit anderen Augen auf Mallorca schauen als die Besucher: Eine Biologin warnt vor dem Wasserverbrauch der vielen Golfplätze und stellt fest, dass am sogenannten Ballermann weniger Wasser verbraucht wird als in den teuren Hotels.

Groß ins Bild kommt auch Katja Wörth, die in der gleißenden Helligkeit der Salinen das mallorquinische Salz "Flor de Sel" durch ihre Hände rieseln lässt. Die als "Salzfrau" bekannt gewordene Deutsche setzt sich heute dafür ein, dass die Bäcker wieder alte Getreidesorten anbauen – und ihre Brote mit mallorquinischem Salz würzen.

Planet e. interviewt Taucher auf Mallorca
Bodendreh mit den Tauchern von Mallorca. - Foto: © ZDF / Fotostudio Jörg Riethausen Chem

Schönheit aus der Vogelperspektive

Tief hinein fährt die Kamera auch in Höhlen, denn wer wusste schon, dass Mallorca durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse? Aber dann steigt der Zeppelin wieder auf, zeigt die ganze Schönheit aus der Vogelperspektive. Wer glaubte, Mallorca bestehe aus Liegestühlen, Bodegas und Stränden, lernt das Staunen: Verwunschen das Kloster San Salvador bei Felanitx, ein zitterndes grünes Band das Pinienspalier auf der Halbinsel Victoria nordöstlich bei Alcúdia, perlengleich die winzigen Privatstrände, ein ockerfarbener Punkt die Einsiedelei Betlem oberhalb von Artà.

Einen fulminanten Schlusspunkt setzen Nachtaufnahmen in Palma. Der Zeppelin schwebt über der Kathedrale und dokumentiert das Lichtermeer der Hauptstadt. Um ihr Luftschiff nicht aus den Augen zu verlieren, haben die Macher es von innen illuminiert – ein exklusives Glanzlicht für das leuchtende Mallorca.


Flüge über Mallorca:

● Einmal schnell den Millionär spielen und mit dem Hubschrauber zum Dinner ins schicke Andratx fliegen? Kein Problem: Auf Mallorca gibt es diverse Anbieter für Helikopter-­Rundflüge, zum Beispiel www.rotorflug.com.

● Außerdem gibt es auf der Insel viele Möglichkeiten zum Drachenfliegen, Fallschirmspringen, Parasailing.
Informationen u. a. unter www.visitmallorca.com oder www.paragliding­-mallorca.com.

● Fahrten mit einem Heißluftballon gibt es in Manacor:
www.mallorcaballoons.com

Autor: Angela Meyer-Barg