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Malaysia

Traumschön: einsame Bucht der Perhentian Islands. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Land der Überraschungen

Magisches Malaysia

"So glücklich war ich noch nie“. Der Titel der Tragikomödie, in der Nadja Uhl am 02. August im ZDF zu sehen ist (siehe TV-Tipp), könnte als Motto über ihrer letzten großen Reise stehen: einem Trip nach Malaysia. Aber anders als die Helden der traurigen Romanze – ein Trickbetrüger und eine Prostituierte, die von der weiten Welt träumen, aber ihre Ziele nie erreichen – hat sie ihr Paradies entdeckt. Dreharbeiten in Malaysia? Das klang zunächst exotisch und fremd für die Schauspielerin aus Potsdam, Mutter von zwei kleinen Töchtern. "Ich hatte einen ganzen Koffer voller Ängste." Drei Monate verbrachte sie mit ihrer Familie im Urwald der südostasiatischen Halbinsel, um den Kinofilm "Dschungelkind" zu drehen. Sie lernte viel über das Land – und noch mehr über sich. "Den Koffer voller Bedenken habe ich leichten Herzens zurückgelassen." Hier ihr Bericht über eine Reise in eine unbekannte Welt.

Es gibt ein Schlüsselerlebnis für meine Zeit in Malaysia, eine Erfahrung, die ich als einmalig empfinde: Wir fliegen im offenen Helikopter über den Urwald, sehen auf Baumkronen, doppelt so hoch wie unsere höchsten Eichen. Wolken ziehen sich zusammen, Nebel steigt auf. Unter uns ein Dickicht, das atmet und dünstet. Irgendwo sehe ich die grauen Rücken von Elefanten. Sie sind Teil einer Natur, die nicht zu beherrschen ist. Ich habe hier Gewitter erlebt, die in ihrer Wucht mit unseren nicht zu vergleichen sind. Und Regengüsse, gegen die ein deutscher Wolkenbruch harmlos wirkt. Alles ist mächtig hier. Alles erzählt von einer großen Kraft. Malaysia ist ein Land der Gegensätze.

Wer nach langem Flug in der Hauptstadt Kuala Lumpur aus dem Flughafen tritt, muss sich erst einmal setzen. Das Klima ist heiß und feucht – wie in einer Waschküche. Die Höchstwerte liegen weit über 30 Grad, die Tiefstwerte bei 23 Grad. Eine Stunde braucht man bis ins Zentrum der Stadt, die sich als malaysische Antwort auf Singapur versteht. Beherrscht von den Petronas Towers, den höchsten Zwillingstürmen der Welt – 450 Meter hoch. Früher war an dem Platz eine Pferderennbahn – typisches Hobby der Briten, die Malaysia bis 1957 als Kolonie verwalteten. Kuala Lumpur, kurz KL genannt, vermittelt auch einen Eindruck von dem bunten Bevölkerungsmix des Landes: auf den Straßen verschleierte Muslimas und Hindu-Frauen in bunten Saris. Daneben junge Mädchen in Miniröcken und viele Chinesen, die auch hier den Handel dominieren.

In Chinatown gibt es neben den Kopien bekannter Nobelmarken auch Traditionelles: "Ikan Panggang" zum Beispiel, in Bananenblätter eingewickelten gegrillten Flussfisch. Oder exotisches Obst, das man in kleinen Tüten kauft. Wir haben an einem Flussbett im Nationalpark Taman Negara gedreht, dem ältesten Urwald der Welt: 130 Millionen Jahre wuchert er hier schon. Untergebracht waren wir im Ort Kuala Tahan, der am Eingang des Dschungels liegt und eigentlich nur aus einem Hotel und einer kleinen Bungalowanlage besteht.

Am Anfang dachte ich, dass es unmöglich sei, unter solchen klimatischen Bedingungen zu arbeiten. "Eineinhalb Wochen wirst du brauchen, um dich zu akklimatisieren", tröstete mich ein Kollege. Und er behielt recht. Danach bewegst du dich langsamer, trinkst mehr, fühlst dich in dieser tropischen Welt nicht mehr so fremd. Trotzdem: Eine Reise nach Malaysia ist kein Pauschalurlaub. Wer hierher kommt, sollte sich auf Ungewohntes einlassen, offen sein für Überraschungen. Wir hatten drei Monate Zeit dazu. Meine Tochter Paulina, knapp vier Jahre alt, spielte bald am Fluss wie die einheimischen Kinder. Und Elena, neun Monate alt, fühlte sich genauso wohl wie zu Hause in Potsdam.

Kinder passen sich an. Spielerisch lernen sie, dass Menschen anderswo auch anders aussehen: dass sie Kopftücher tragen oder sich einen Punkt auf die Stirn malen, dass ihre Haut dunkler ist. Dass es blumengeschmückte Tempel gibt und Moscheen, von deren Dächern mehrmals am Tag der Muezzin ruft. Malaysier sind vernarrt in Kinder. Jeder nimmt die Kleinen sofort in den Arm. Was kann man unternehmen in diesem Archipel? Für einen Tag haben wir uns ein Boot gemietet, das von einem Einheimischen gesteuert wird. Es ist eine Kunst, diese acht Meter langen Longboats durch einen manchmal nur knietiefen Fluss zu navigieren. An den Ufern lagern Warane, drachenähnliche Echsen, aus dem Dickicht dringen die Schreie der Gibbon-Affen. Im Regenwald leben neben Elefanten noch Panther, Tapire, Wildschweine und bedrohte Arten wie der Malaysia-Tiger oder das Sumatra-Nashorn.

Über 600 Vogelarten und 1000 verschiedene Schmetterlinge wurden gezählt. Aber die Tiere sind scheu und ziehen sich immer weiter in die Tiefen des Urwalds zurück. Auf einer Sandbank legten wir an und verbrachten dort einen ganzen Tag. Dabei trafen wir sogar Orang Aslis, die dunkelhäutigen Ureinwohner, die hier als Halbnomaden leben. Es gibt im Park auch viele angelegte Wanderwege, die ich grundsätzlich nur mit einem einheimischen Führer begehen würde. Beliebt sind zudem nächtliche Dschungeltouren. In unserer Zeit in Malaysia haben wir Ausflüge auf die stillen Perhentian Islands unternommen – ein Paradies im Osten der Halbinsel. Und wir waren in Malakka, einem alten Handelsstützpunkt. Diese Reise hat mich ermutigt, mehr zu wagen und mich nicht durch meine Ängste hindern zu lassen. Wenn Glück darin besteht, Neues zu erleben, dann wurde ich reich beschenkt.

Malaysia entdecken: Reisetipps von Nadja Uhl

Flug: Etwa Qatar Airways: Kuala Lumpur (ab Frankfurt/M.) und retour ca. 1077 Euro.
Lieblingsziel: der Taman Negara Nationalpark. Hier wuchert der älteste Primär-Urwald der Welt, 4343 Quadratkilometer davon sind Schutzgebiet. Besonderheiten: In 40 Meter Höhe zieht sich ein "Canopy Walkway" aus zehn Hängebrücken 530 Meter lang von Baum zu Baum (www.tamannegara-rainforest.com). Angebot: 16 Tage Malaysia mit Besuch in Taman Negara ab 2179 Euro inkl. Reiseleitung von Marco Polo (www.marco-polo-reisen.com).
Klima: Es ist immer feuchtwarm, im Landesinneren fällt von Dezember bis Mitte Februar häufig Regen.
Gesundheit: Malaria-Prophylaxe wird empfohlen. Wegen Tetanus-, Polio- und Hepatitis-Impfung vorsorglich den Arzt oder das örtliche Tropen-Institut konsultieren.
Informationen: Malaysia Tourism, Frankfurt/M., Telefon 069/460 92 34 20 (www.tourismmalaysia.de).

Autor: Nadja Uhl