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Ursprung: Steigende Benzinpreise sind hier noch kein Thema.

Die mittelalterlichen Städtchen und Dörfer in Siebenbürgen sind noch so ursprünglich, die Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren so allgegenwärtig – man fühlt sich sofort um Jahrhunderte zurückversetzt. - Foto © picture-alliance/ ZB

Im TV-Programm: "Das Geheimnis in Siebenbürgen"

Jürgen Tarrach über Transsilvanien

Rumäniens Herz trägt zwei Namen: Transsilvanien nennen es die einen. Und denken an finstere Schlösser mit schaurigen Vampiren. Dracula-Land! Siebenbürgen heißt es für die anderen, verbunden mit der mehr als 850-jährigen Siedlungsgeschichte der Siebenbürger Sachsen. Gleich vorweg: Finster ist es hier nur nachts. Stattdessen ist die Landschaft schlicht malerisch und wie aus der Zeit gefallen. Auch Jürgen Tarrach war angenehm überrascht und "ziemlich beeindruckt".

Schauspieler Jürgen Tarrach in der Rolle des Rüdiger Niemeier in dem ZDF-Fernsehfilm "Das Geheimnis in Siebenbürgen". - Foto © ZDF / Cos Aelenei

Die Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Das Geheimnis in Siebenbürgen" (siehe TV-Tipp rechts) hatten ihn hierher geführt. Über seine Eindrücke berichtet der Schauspieler in HÖRZU:

Jürgen Tarrach fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt

Natürlich hatte ich viele Vorurteile im Kopf, als ich ankam. Und, ja, gemessen an westeuropäischen Verhältnissen ist der Großteil der rumänischen Bevölkerung sehr arm. Doch vor Ort spürt man: Dies ist ein Land mit großem Potenzial. Die Landschaft erinnerte mich sofort an Österreich, an die Steiermark, aber mit mediterranem Klima. Das ist schon eine ziemlich geniale Kombination! Und ein touristischer Schatz, der erst ansatzweise gehoben ist. Die grüne Hügellandschaft wirkt viel wilder als in Deutschland oder Österreich, die mittelalterlichen Städtchen und Dörfer sind noch so ursprünglich, die Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren so allgegenwärtig – man fühlt sich sofort um Jahrhunderte zurückversetzt.

Fürst Vlad, der Pfähler

Gedreht haben wir vor allem in Schäßburg und in Hermannstadt, aber auch in kleinen Orten wie Birthälm. Sein Zentrum bildet eine der noch rund 200 Kirchenburgen in Siebenbürgen: Weil das Geld nicht reichte, um den ganzen Ort zu befestigen, wurden die Kirchen so ausgebaut, dass die Bevölkerung bei Angriffen darin Schutz suchen konnte. Schäßburg steht natürlich im Zeichen Draculas: Angeblich wurde hier vor 580 Jahren Fürst Vlad III. geboren, der den Beinamen "Tepes" (der Pfähler) erhielt und den irischen Schriftsteller Bram Stoker 1897 zu seinem Roman "Dracula" inspirierte.

Doch nicht die vielen Souvenirläden mit Vampirgebissen aus Plastik und Dracula-Cocktails haben die Unesco bewogen, die ehemalige Handwerkerstadt zum Weltkulturerbe zu erklären – es war eher die malerische Altstadt. Um diesen Titel bemüht sich nun auch Hermannstadt, auf Rumänisch Sibiu. Seit Jahren legt sich das Zentrum der Region bei der Altstadtsanierung mächtig ins Zeug. Mit der Ehrung könnte es also bald etwas werden, zumal Hermannstadt gemeinsam mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas 2007 war.

Beim Stadtbummel fühlte ich mich ein wenig an Graz erinnert – aber ohne Prada und Gucci. Heute hat die Stadt noch etwa 2000 deutschstämmige Einwohner. 1989 waren es zehnmal so viele. Ihre Vorfahren wanderten vor mehr als 850 Jahren vor allem aus Moselfranken ein – die Bezeichnung "Siebenbürger Sachsen" geht sehr wahrscheinlich auf einen Übersetzungsfehler zurück. Obwohl die Deutschstämmigen nur ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben sie mehr als zwei Drittel der Stadtratssitze inne, stellen sogar den Bürgermeister.

Die rumänische Bevölkerung hält große Stücke auf ihre deutsche Minderheit. Eine einzige Katastrophe sind allerdings Rumäniens Straßen. Als ich das erste Mal vom Flughafen abgeholt wurde, wunderte ich mich: „Was ist denn mit dem Fahrer los?“ Ständig riss er das Lenkrad von rechts nach links, von links nach rechts – und plötzlich wurde mir klar: Er fährt nur um die Schlaglöcher herum! Entfernungen werden daher nicht in Kilometern, sondern in Stunden angegeben. Allen, die so eine Fahrt überstanden haben, schmeckt am Abend der rumänische Rotwein, den schon Homer lobte, noch mal so gut.


Siebenbürgen entdecken!

Flüge: München – Sibiu (Hermannstadt) mit Tarom ab 190 Euro. Frankfurt – Sibiu mit Austrian Airlines/Lufthansa ab 250 Euro.
Unterkunft:" Casa Dornröschen" in Birthälm, DZ /F ab 42 Euro. Weitere Infos: www.biertan.net
Reiseführer hier bestellen: Birgitta G. Hannover Moser: "Siebenbürgen", Trescher, 396 S., 18,95 Euro
Spezial-Tipp: Gruseltouren auf Draculas Spuren: www.mysteriousjourneys.com

Autor: Jürgen Tarrach