HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Blaue Grotte von Capri
Zur Bilderstrecke

Mystisch: die Blaue Grotte. Die Höhle liegt im Nordwesten Capris. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Insel der großen Gefühle

Judith Rakers über Capri

Was für einen Klang dieser Name hat: Capri! Sonne, Wärme, Lebenslust! Selbst was die Natur hier aus Fels geschaffen hat, ist Kunst. Diese Insel ist ein Traumziel für Genießer. Die "Tagesschau"-Sprecherin und Talkshow-Moderatorin Judith Rakers fühlt sich hier wie zu Hause – nicht nur, weil sie perfekt Italienisch spricht. Warum sie seit ihrer Jugend von Capri schwärmt, hier ihre Flitterwochen verbracht hat und auch in diesem Jahr wieder im Golf von Neapel Urlaub machen möchte, verrät sie exklusiv in HÖRZU.

Sehnsucht nach Capri hatte ich das erste Mal, als ich zwölf war. Damals war ich mit meinen Eltern im Urlaub auf dem italienischen Festland, an der Costa de Cilento. Wenn wir abends aufs Meer schauten, lag Capri am Horizont. Einer von uns stimmte dann immer in bewusst schiefer Tonlage dieses Lied an: "Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt". Wir haben gelacht, uns lustig gemacht über uns selbst, aber meine ernsthafte Neugier war geweckt: Wie es wohl dort aussieht am Horizont? Auf dieser viel besungenen Insel, die schon Rainer Maria Rilke und Maxim Gorki verzaubert hat?

Capri ist Judith Rakers Sehnsuchtsort

Zwei Jahre später waren wir dort. Familienurlaub Ich war begeistert. Die Blüten! Mächtige Felsen und knallblaues Meer. Dazu fantastische Pasta und fangfrischer Fisch. Ein Fest für die Sinne. Capri hatte jetzt auch mich gefangen. Ob der Limoncello mit schuld daran war? In einem Souvenirgeschäft kauften wir damals ein Fläschchen des berühmten Zitronenlikörs, ich hütete es jahrelang wie einen Schatz. Dem Limoncello wird aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Bei mir wirkte er offenbar sogar aus der verschlossenen Flasche heraus – denn die Leidenschaft für Capri ist bisher nicht erloschen.

Capri ist mein Sehnsuchtsort. Nachdem ich jahrelang nicht dort gewesen war, legten mein Mann und ich auf unserer Hochzeitsreise durch Italien einen mehrtägigen Insel-Stopp ein. Die schönste Station auf unserer Cabrio-Tour. Wir übernachteten im Hotel "Caesar Augustus" in Anacapri, dem ursprünglicheren der beiden Inseldörfer. Über eine abenteuerliche Serpentinenstraße gelangt man dorthin. Und dann kommt man an: in den 60er-Jahren! Zeitreise. Weiß-blaue italienische Fliesen, nostalgische Stahlbetten, der fast 70-jährige Kellner serviert den Campari Orange mit weißen Handschuhen. Und zwar nicht, weil er muss, sondern weil er möchte. Er trägt die Handschuhe wie einen Orden, stolz, formvollendet, immer mit einem Kompliment auf den Lippen für die "belle donne", die bei ihm essen und trinken möchten. Das ist Capri, das hat Stil.

Das Hotel liegt auf 300 Meter hohen Felsklippen. Die Aussicht ist gigantisch. Besonders auf der Terrasse. Von hier aus blickt man über den Golf von Neapel und die ganze Insel. Weil man hier oben seine Ruhe hat vor den Touristenströmen, die im Hochsommer über die Insel ziehen, beginnen wir unseren Tag am Pool. Am Nachmittag, nach der großen Hitze, schlendern wir durch die kleinen Gassen in Anacapri. Kinder toben über das Kopfsteinpflaster, ältere Herren sitzen vor der Kirche Santa Sofia. Lachen. Reden. Über das Leben. Die Liebe. Über das, was wichtig ist.

"Capri macht Glücklich"

An nahezu jeder Ecke tun sich neue, einmalige Ausblicke auf. Capri – ein einziger Lieblingsplatz! Sogar dann noch, wenn man die Augen schließt und tief einatmet: Die Luft duftet fantastisch – wie eine Mischung aus Blüten und salzigem Meer. Wenn man diesen Duft doch nur in kleinen Flakons einfangen und mit nach Hause nehmen könnte! Der Limoncello hätte Konkurrenz! Abends legt sich eine ganz besondere Stimmung wie ein Seidentuch über die Insel. Wenn die Horden der Tagesurlauber auf den Fähren zurückschippern, wird es plötzlich ruhig auf Capri – und der Zauber ist perfekt.

Wer jetzt trotzdem Leben um sich haben möchte, sollte sich auf der Flaniermeile La Piazzetta im Hauptort Capri unter die Menschen mischen. Hier haben sie alle gesessen: Aristoteles Onassis, Jean-Paul Sartre und natürlich Brigitte Bardot, die ihre Hosen mit der Schere selbst zu "Caprihosen" kürzte. Meine Empfehlung: Genießen Sie einen Drink auf der Terrasse des "Grand Hotel Quisisana". Und ärgern Sie sich nicht über die überzogenen Preise, denn günstig ist es nirgendwo auf der Insel. Aber dafür muss man auch nicht lange bleiben, denn Capri ist klein: zehn Quadratkilometer. Selbst eine Nacht würde reichen – der Zauber wirkt schnell. Nur die Sehnsucht, die werden Sie nie wieder los.

Capri: die besten Tipps

Anreise: Flug nach Neapel, z. B. ab Hamburg mit Lufthansa oder Air Berlin, hin und zurück ab 300 Euro. Mit Bus und Fähre geht es weiter auf die Insel Capri.
Reisezeit: Saison ist von März bis Oktober. Perfekte Reisezeit: Frühling und Herbst. Im August ist es sehr heiß.
Sehenswert
Via Krupp: Der Weg bietet spaktakuläre Aussichten, bezahlt wurde der Bau vom "Stahl-Krupp".
Blaue Grotte: Höhle im Nordwesten Capris. Judith Rakers: "Der Besuch ist ein tolles Erlebnis, aber man muss wissen, dass man dort nicht allein ist."

Autor: Judith Rakers