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Malaga

Sonnenuntergang in Andalusien, © dpa – Report

Málaga "Meine Jugendliebe"

Johannes B. Kerner über Spanien

Es ist immer das Gleiche: Wenn er in den Urlaub fährt, herrscht bei Johannes B. Kerner totale Hektik. "Aber wenn ich da bin, wird aus Anspannung schnell Entspannung." Besonders gut gelingt ihm das in Málaga. Nach dieser Woche, in der er neben der Champions-League-Übertragung aus Mailand (siehe TV-Tipp) auch noch zwei Talkshows moderiert ("Kerner – das Thema", 28.9., 23.20 Uhr, und "Kerner", 30.9., 23.45 Uhr), wäre die Traumstadt in Andalusien genau das richtige Ziel:

Málaga, wie lange wir uns schon kennen! 27 Jahre! Damals waren Flüge für mich unerschwinglich, deshalb habe ich mich mit drei Freunden aus Berlin im Auto auf den Weg gemacht. Nach 41 Stunden im Ford Taunus waren wir endlich da. Erschöpft, aber glücklich. Der erste Eindruck hat mich umgehauen, denn der Süden Spaniens war ganz anders, als ich es erwartet hatte: eher schroff. Die Landschaft hat erst mal nichts Liebliches.

Costa del Sol – klar, da denkt man an Palmen, Strand und Meer. 3000 Sonnenstunden, 300 Kilometer Küste. Das klingt gigantisch. Aber diese Region bietet so viel mehr: verwunschene Bergdörfer, duftende Zypressenwälder, geheimnisvolle Tropfsteinhöhlen und einen Lebensstil, der einfach Spaß macht: Im Mittelpunkt steht der Genuss.

Wo sonst kriege ich um Mitternacht noch ein zartes Filet und muss kein schlechtes Gewissen haben, dass ich so spät noch esse? In Spanien ist das völlig normal. Einmal habe ich sogar erlebt, wie eine Familie mit kleinen Kindern nachts um 1.30 Uhr in ein Restaurant kam, sich an den Tisch setzte und munter aus der Speisekarte bestellte. Andalusien ist so erfrischend anders – und doch so nah! (Ich reise inzwischen mit dem Flugzeug.)

Mich faszinieren die Gegensätze: etwa die maurischen Einflüsse im traditionellen Spanien. Die Menschen sind gelassen, herzlich, und manchmal wirken sie ruppig. Ich habe dort über die Jahre gute Freunde gefunden, deshalb zieht es mich immer wieder dorthin. Meine Mutter besitzt ein Haus in der Nähe von Málaga. Die Terrasse ist mein Lieblingsort: Ich kann über die Nachbardächer auf das Mittelmeer schauen und Jachten oder Containerschiffe sehen – und bei gutem Wetter sogar Afrika. Erholung pur! Ich bin kein Typ, der von morgens bis abends am Strand liegt. Da halte ich es lieber mit den Einheimischen: Die trifft man dort auch sehr selten – und viel öfter in den Städten.

Man fährt nur ein paar Kilometer mit dem Mietwagen – schon ist man in einer anderen Welt: Ausflüge in das ursprüngliche Bergdorf Mijas, nach Ronda oder Marbella lohnen sich. Und Málaga hat sich enorm entwickelt: Das Zentrum mit den vielen Altstadtgassen: wunderschön! Interessant ist, wenn man sich in Málaga oder auch in Nachbarorten auf den Platz vor der Kirche setzt und das Treiben beobachtet – etwa Frauen, die nach dem Einkauf mit schweren Tüten das Gotteshaus betreten, zur inneren Einkehr, nur für einen kurzen Moment.

Ein weiterer magischer Ort ist für mich das Picasso-Museum an der Calle San Augustin. Das Malergenie Pablo Ruiz Picasso wurde am 25. Oktober 1881 in Málaga geboren. Es ist ein Erlebnis, durch sein Geburtshaus zu gehen, das aus dem 16. Jahrhundert stammt: Die Originalwerke und die wunderschönen verzierten Holzdecken aus der Renaissance sind grandios! Zuletzt war ich mit meinem Sohn da – das begeistert auch Kinder.

Zum Abschluss gehe ich jedesmal auf die Terrasse der Cafeteria – es gibt keinen besseren Platz für einen Kaffee. Das sagen sogar meine spanischen Freunde. Auf ihre Tipps kann ich mich verlassen. So habe ich die beste Tapas-Bar der Stadt kennengelernt: "La Moraga" in der Calle Fresca – der Chef ist ein Sternekoch. Auch sehr gut mit stimmungsvoller Atmosphäre: "El Pimpi" in der Calle Granada gegenüber dem römischen Theater. Wer gute Steaks liebt, ist im "Restaurante Frutos" richtig (es liegt in der Nähe des Flughafens: Avenida de la Riviera 80, Torremolinos). Eine Spezialität ist dort die "Ensalada Russa", ein ganz köstlicher Salat. Am Abend empfehle ich einen Abstecher ins Strandviertel El Palo. Dort wird in den kleinen Bars an der Promenade gebackener Fisch angeboten. Sehr, sehr gut! Und völlig unkompliziert.

Málaga hat sich in den 27 Jahren, die ich es kenne, sehr verändert. Zurzeit entsteht viel, das Picasso-Museum etwa gibt es erst seit 2003. Aber nicht nur diese Stadt hat sich verändert: Früher war ich glücklich, wenn wir die Nacht bis zum Sonnenaufgang durchtanzten. Heute ist es ein guter Urlaub, wenn die Kinder fröhlich sind. Dann bin ich es auch.

INFOS & TIPPS

Flüge
Mit Easyjet von Berlin-Schönefeld nach Málaga und zurück ab 143 Euro. Weitere Fluglinien mit Direktflügen aus Deutschland sind etwa Lufthansa, Iberia und Air Berlin.

Beste Reisezeit
Das milde Mittelmeerklima lockt das ganze Jahr über Touristen an. Allerdings klettern die Temperaturen im Juli und August oft über 40 Grad. Beste Reisezeit: März bis Juni und September bis November.

Ausflüge
Ins Bergdorf Mijas (etwa 30 km), in die Städte Antequera (50 km), Ronda (100 km) und Granada (130 km) oder ins schicke Marbella (60 km).

Autor: Johannes B. Kerner; Bilder: © dpa – Report; © picture alliance / HB Verlag