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Marktstand in Port Louis auf Mauritius.

Mauritius ist fruchtbar. Obst und Gemüse gedeihen prächtig – wie dieser Marktstand in Port Louis zeigt. - Foto © picture alliance / Fabien Dubessay/MAXPPP

Im TV: im Alleingang – Die Stunde der Krähen

Hannes Jaenicke über Mauritius

Herz, Gewissen, Gradlinigkeit – bei seiner Arbeit geht es Hannes Jaenicke oft um persönliche Werte. In Dokumentarfilmen und als Autor setzt sich der Schauspieler für Tier- und Umweltschutz ein, reist dafür um die halbe Welt.

Umso erstaunlicher ist seine neue Rolle: Im Sat.1-Film "Im Alleingang – Die Stunde der Krähen spielt er einen Rechtsanwalt, dessen Lebens- und Arbeitsmotto lautet: "Es geht ums Gewinnen, sonst nichts." Moral, Ethik, Humanität? Völlig uninteressant! Jaenicke ist als skrupelloser Karrierist zu sehen, der Ärztepfusch vertuscht und so den guten Ruf schlechter Mediziner rettet. "Ein professioneller Anwalt darf bei der Arbeit weder Herz noch Gewissen haben", sagt Jaenicke. "Das ist mir so fremd, dass ich die Rolle total spannend fand."

Bei seinem liebsten Hobby, dem Reise, sucht er dann wieder den Ausgleich – und Ziele, bei denen nicht nur das Land, sondern auch die Leute überzeugen. Letzten Dezember wurde er im Indischen Ozean wieder einmal fündig. Hier beschreibt er seine neueste Entdeckung: Mauritius.

Mauritius: mehr als Sand und Palmen

Urlaub bedeutet für mich, das Hamsterrad anzuhalten. Ich lese dann keine E-Mails, schalte das Telefon ab, tauche ein in Kulturen und Landschaften. Wie man weiß, bin ich gern in der Natur. Ich brauche weder pompösen Luxus noch überflüssigen Schnickschnack, ich mag es lieber entspannt. Außerdem bin ich ein leidenschaftlicher Wassersportler. Insofern bietet Mauritius alles, was ich mir im Urlaub wünsche.

Die meisten Hotels befinden sich an den weißen Sandstränden im Norden und Osten der Insel. Ich bin lieber im neuen Hotel Lux Le Morne im ruhigeren Südwesten abgestiegen. Es liegt idyllisch auf einer kleinen Halbinsel am Fuß des 556 Meter hohen Bergs Le Morne Brabant. Zur Meerseite breitet sich ein traumhafter Strand aus, man kann hier fast jede Art von Wassersport betreiben: Kitesurfen, Windsurfen, Wellenreiten, Schnorcheln, Tauchen, Kajakfahren, Segeln – alles möglich, und zwar direkt vor der Hoteltür.

Doch Mauritius ist viel mehr als ein Flecken Strand mit Palmenwald und einer Hotelanlage darauf. Genau das macht den großen Unterschied zu vielen anderen Inseln im Indischen Ozean aus, etwa zu den Seychellen oder den Malediven.

Mauritius ist ein Land mit eigener Kultur, eigener Sprache, eigener Küche. Wer hier den ganzen Tag am Pool herumgammelt, ist selbst schuld. Jedenfalls war ich eine Woche lang jeden Tag unterwegs – und immer wieder total begeistert. Vor allem von den Menschen und ihrer Lebensfreude. Die Vorfahren der heutigen Mauritier sind aus vielen verschiedenen Ländern Afrikas, Europas und Asiens eingewandert – eine spannende Bevölkerungsmischung, eine echte Multikultigesellschaft. Die meisten Insulaner sprechen untereinander Morisyen, eine Kreolsprache. Aber die offizielle Landessprache ist Englisch, damit kommt man überall sehr gut durch.

Mauritius: kreolische Lebensfreude und Gastfreundschaft

Ich habe mit vielen Mauritiern gesprochen, nicht einer war kurz angebunden oder schlecht gelaunt. Es herrscht eine phänomenale Gastfreundschaft, eine allgemeine Herzlichkeit, Lockerheit und Fröhlichkeit, egal wo man hinkommt. Das Land ist einfach noch nicht so strapaziert durch den Massentourismus wie andere. An den Wochenenden fahren fast alle Familien zum Strand, machen Barbecue, planschen im Wasser, genießen das Leben. Es gibt keine Trennung zwischen Touristen und Einheimischen. Das ist typisch für die kreolische Kultur. Ich finde das großartig!

Es ist so selten geworden auf dieser Welt, man entdeckt es vielleicht noch in den Südstaaten der USA und in Teilen der Karibik. Ich war viel mit dem Mietwagen unterwegs. Auch das ist ganz entspannt möglich: Der Verkehr auf den Landstraßen fließt ruhig und harmlos wie in Deutschland. Jeder kleine Ort bietet mindestens ein tolles Lokal, in dem man für wenig Geld richtig gut essen kann. Auch die mauritische Küche ist kreolisch, eine bunte Mischung aus Spezialitäten von drei Kontinenten. Als Vegetarier hatte ich überhaupt keine Probleme, im Gegenteil. Das Essen war wunderbar für mich: Überall gibt es köstliche Gemüsespeisen. Die Insel ist ja sehr fruchtbar. Alles, was man in den Boden steckt, gedeiht prächtig. Deshalb lohnt sich auch unbedingt ein Marktbesuch: Beeindruckend, was für bunte, saftige Früchte die Händler an ihren Ständen auftürmen. Nur wer einmal frisch geerntete Mangos oder Ananas probiert hat, kann sich vorstellen, wie aromatisch die Marktfrüchte sind. Die Importware in Deutschland schmeckt im Vergleich dazu ziemlich fade.

Mauritius: Vulkangebirge, dichter Urwald, Schluchten und rauschende Wasserfälle

Die Hauptstadt Port Louis ist klein, hat nur gut 150.000 Einwohner. Das sind etwas mehr als zehn Prozent der Inselbevölkerung. Trotzdem empfehle ich einen Ausflug dorthin, denn in Port Louis erlebt man ein Konzentrat der mauritischen Kultur. Man sieht Menschen verschiedenster Herkunft, hört vielerlei Sprachen, denn neben dem Kreolischen sprechen viele noch die Sprachen ihrer Vorfahren, etwa Französisch, Tamil oder Hindi. Es gibt sogar eine Universität, einige schöne Kolonialbauten, eine Moschee, ein chinesisches Viertel und viele gute Restaurants.

Die Tierwelt von Mauritius fand ich – bis auf ein paar endemische Vogelarten – nicht so aufregend. Wer sich für seltene Tiere interessiert, sollte eher nach Madagaskar fahren. Doch die Landschaft – ein Traum! Die mauritischen Strände sind berühmt, aber dass es grandiose Regionen im Inselinneren gibt, ist vielen Touristen nicht bewusst. Dabei muss man keine weiten Fahrten auf sich nehmen, alles liegt nah beieinander – Vulkangebirge, dichter Urwald, Schluchten und rauschende Wasserfälle. Zum Klettern bin ich leider nicht gekommen, dafür hat meine Zeit nicht gereicht, aber ich habe erfahren, dass im Süden mehrere sensationelle Kletterfelsen sind. Mauritius ist nicht einmal halb so groß wie Mallorca, aber so unendlich viel abwechslungsreicher.


Reisetipps: Mauritius entdecken

Anreise: Air Mauritius und Condor fliegen von Frankfurt/Main direkt nach Mauritius, hin und zurück ab ca. 750 Euro. Flugdauer: elf bis zwölf Stunden. Zeitverschiebung: im europäischen Sommer zwei, im Winter drei Stunden.
Hotel: Das "Lux Island Resort Le Morne" bietet Fünf-Sterne-Luxus und entspannte Atmosphäre. Eine Woche kostet ab etwa 1100 Euro pro Person im DZ inkl. Halbpension. Infos und Buchung: www.luxislandresorts.com, Tel. 069/92 88 78 80.
Ausflüge: Es herrscht Linksverkehr. Wer das stressig findet, sollte tageweise Taxis mieten. Sie sind nicht sehr teuer.
Infos: www.tourism-mauritius.mu, Tel. 089/552 53 38 25.

Autor: Hannes Jaenicke