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Insel Sark Le Seigneurie Gardens

Le Seigneurie Gardens auf der Insel Sark. - Foto: Chris Jackson - WPA Pool/Getty Images

Trauminseln im Ärmelkanal

Guernsey, Jersey, Sark, Herm, Alderney

Jede verzaubert auf ihre Art: Guernsey mit Naturpracht, Jersey mit Vielfalt, Sark mit Romantik, Herm mit Karibikflair und Alderney mit Stille.

Wir gehen durch ein duftendes buntes Blumenmeer hinunter zu einem einsamen weißen Strand, an den das Meer smaragdgrüne Wellen schlägt. So stellt man sich den perfekten Urlaubsort vor – und so ist es an der Südküste von Guernsey. Und auch auf Jersey, Sark, Herm und Alderney sieht es oft nicht viel anders aus: Steilküste, Immergrün und Sandstrände, die im Rhythmus der schwindelerregenden Gezeiten kommen und gehen. Nirgendwo in Europa steigt die Flut so hoch wie hier, zwölf Meter Tidenhub. Und nirgends sonst legt die Ebbe so viel Meeresboden frei.


TV-Tipp

Sa, 9.8.: "Inseln im Strom: Vergessenes Paradies im Ärmelkanal“. Doku von Alexander von Sobeck, 3sat, 16.15 UHR (s. auch TV-Tipps rechts)


Archipel im Ärmelkanal

Dieser Archipel im Ärmelkanal hat aber noch mehr Überraschungen zu bieten. Auf Klippen und in Gärten wachsen Blumen, Kräuter, Palmen und allerlei Exotisches – an die 1500 Pflanzenarten, begünstigt vom milden Klima das Golfstroms mit jährlich fast 2000 Sonnenstunden. Die Bewohner sprechen Englisch und kochen französisch.

„Die Kanalinseln sind ein Stück Frankreich, das ins Meer gefallen ist und von England aufgesammelt wurde.“ So sah es der französische Schriftsteller Victor Hugo, der im 19. Jahrhundert 15 Jahre in St. Peter Port auf Guernsey im Exil lebte. Heute verbinden die Eilande Savoir-vivre und britischen Lebensstil mit französischem Essen, Teestunde und englischer Gartenkunst.

Noch immer sind sie Eigentum der britischen Krone und gehören damit weder zum Vereinigten Königreich noch zur EU. Daher genießen die Inseln auch einen zweifelhaften Ruf als Steueroasen. Sie erheben keine Einkommenssteuer und keine Mehrwertsteuer, haben eigene Gesetze und eine eigene Währung. Armut, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität gibt es hier kaum.

Jersey

Fünf Inseln, landschaftlich durchaus ähnlich, sonst verschieden. Jede eine Welt für sich. Jersey ist die größte. Was an ihr beeindruckt, ist die enorme Abwechslung, die man auf einem Eiland, das nur 15 mal acht Kilometer misst, kaum erwartet. Man spaziert durch Minidörfer mit Farmhäusern aus rotem Granit und sitzt abends in Hafenorten auf der Promenade. Man erobert die älteste Trutzburg Mont Orgueil bei Gorey, entdeckt den 140 Jahre alten Leuchtturm Corbiere, zu dem man nur bei Ebbe gelangt, und besucht einen der größten Kräutergärten Englands: Samares Manor.

Guernsey

Auf Guernsey wirkt alles ganz nah – zumindest auf der Karte. In Wahrheit winden sich die Wege. Die Wanderungen ziehen sich hin, auch an Hängen entlang. Etwa zu der kleinsten katholischen Kirche der Welt: Little Chapel, fünf Meter lang und aus lauter bunten Keramikscherben errichtet. So mancher Klippenpfad führt hier steil bergauf – und ebenso steil wieder hinab –, aber man ist immer hoch über dem Meer. Herrliche Aussichten bieten sich auch in St. Peter Port. Schmucke Cottages und historische Herrenhäuser ziehen sich den Küstenhang hinauf. Vor dem Hafen thront Castle Cornet, eine wuchtige Burg aus dem Mittelalter, die man über eine Brücke erreicht.

Herm

Ein Leben im Schritttempo verleiht den autofreien Miniinseln Sark, Alderney und Herm ihre Prägung. Herm ist die kleinste, von Guernsey 20 Fährminuten entfernt, 2,2 Kilometer lang, 873 Meter breit. Zwei Stunden braucht man zu Fuß, um Herm zu umrunden. Der Norden sieht wie ein Golfplatz ohne Löcher aus und fällt sanft ab. Shell Beach, der Topstrand, mutet fast karibisch an. Im einzigen Hotel, dem „White House“, ist man weit weg von überall – ohne Fernseher, Telefon und Uhren.

Alderney

Ebenso ruhig, aber klimatisch rauer ist Alderney, das abgelegenste Eiland. Tagestouristen tauchen kaum auf. Selbst die einzige Geschäftsstraße in St. Anne döst vor sich hin. Muss man hier seine Uhr zurückstellen? Ja, sagen Insulaner: 30 Jahre.

Sark

Bleibt noch ein Paradies. Sark lässt sich per Fahrrad oder Pferdekutsche erfahren. Bis 2008 wurde die traditionelle Bauern- und Fischerinsel sogar von einem Feudalherrn regiert, der in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert mit verwunschenem Garten residierte. Heute begegnet man immer noch deutlich mehr Schafen als Touristen. Es gibt keine Straßenbeleuchtung und nur ein paar Geschäfte, die gerade mal drei Stunden am Tag geöffnet haben. Und es locken viele Buchten ohne eine Menschenseele. Wenn man Sark einmal erlebt hat, kommt man immer wieder. In Gedanken aber bleibt man ewig dort.


Anreise und Angebote

Es gibt Flüge nach Jersey und Guernsey ab Düsseldorf, Frankfurt, Hannover oder auch Stuttgart, Ferienhäuser oder Apartments ab 399 Euro für eine Woche (TUI). Achttägige Rundreise ab 1135 Euro mit HP, Transfers und Reisebegleitung (TUI Wolters).

Autor: Anja Matthies