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Auf Barbados kommt das Essen direkt vom Meer auf den Teller.

Frisch: Auf Barbados kommt das Essen direkt vom Meer auf den Teller. - Foto © picture alliance / Lonely Planet

Plus Reise-Info

Gudrun Landgrebe über Barbados

Tropische Gärten und Zuckerrohrplantagen, Meeresschildkröten und Papageienfische – Barbados ist purer Karibikzauber. Kein Wunder, dass sich fast jeder sofort in die östlichste Insel der Kleinen Antillen verliebt. So auch die Schauspielerin "Lilly Schönauer: Liebe mit Hindernissen" zu sehen ist. In HÖRZU verrät Gudrun Landgrebe, was sie an der Trauminsel so fasziniert.

Barbados liebe ich schon allein wegen der faszinierenden Anreise: Zweimal habe ich die Insel bereits mit der "Sea Cloud 2" angesteuert, einem modern umgebauten Windjammer. Auf der 16-tägigen Atlantiküberquerung von Gran Canaria nach Barbados begegneten mir kaum andere Schiffe – das war die perfekte Vorbereitung für meinen Urlaub auf dieser Karibikinsel. Bei der Überfahrt glättet einem das Meer die Seele – genau wie es die Seefahrer der Antike beschreiben.


Reise-Info: Barbados entdecken

Anreise: Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Barbados ab 854 Euro. Beispiel: Anreise 9.9., Abreise 23.9. (gefunden bei www.swoodoo.com, Stand: 23.8.2011).
Hotel: Ideal für den kleinen Geldbeutel: das "Aparthotel/Boardinghouse Silver Point“ ab 49 Euro. Gehobene Unterkunft: das 5-Sterne-Haus "Hotel Barbados Hilton" ab 154 Euro (beide gefunden bei www.trivago.com).
Klima: Angenehm mildes Tropenklima. Von Juli bis November immer wieder kurze Schauer.
Wichtig: Visum und Pflichtimpfungen: nicht erforderlich!


Als die Antilleninsel in der Ferne auftauchte, war ich fast ein wenig enttäuscht, denn der erste Teil meiner Reise näherte sich damit ja bereits dem Ende. Tatsächlich aber wurde es noch schöner: Meinen Mann und mich erwartete ein Logenplatz im Paradies, ein Bungalow an der Westküste, ganz nahe an einer weißsandigen Bucht. Schon am ersten Abend bestaunten wir unter Palmen sitzend den Sternenhimmel und wurden dabei von Heerscharen an Glühwürmchen besucht. Die hübschen Leuchtkäfer sollten aber nicht unsere einzigen Gäste bleiben. Bereits am nächsten Morgen spazierte eine Affenfamilie über die niedrige Mauer vor unserer Küche, Mungos flitzten über die Wege, winzige Kolibris farbenprächtige Schmetterlinge tanzten durch die üppigen Blütensträucher. Was für ein unvergesslicher Empfang auf dieser Trauminsel!

Tagsüber konnten wir in unserer Bucht herrlich im Meer schwimmen. Das ganze Jahr über herrscht angenehm mildes Klima, das Strandleben ist ein immerwährendes Vergnügen. Später lernten wir John kennen, einen einheimischen Fahrer, der aus einer Fischerfamilie stammt. Mit seinem Kleinbus chauffierte er uns zu den entlegensten Orten von Barbados. Bereichert wurden diese Fahrten von Johns abenteuerlichen Geschichten, die sich allesamt um den Atlantik rankten. Sie klangen nicht minder gefahrenreich als die des Helden in Ernest Hemingways Erzählung "Der alte Mann und das Meer".

Eines der Ziele, die John ansteuerte, war die wunderschöne Höhle Animal Flower Cave, deren Grund über und über mit Seeanemonen bewachsen ist. Dort, am North Point, dem nördlichsten Punkt der Insel, beobachteten wir Wale – und badeten in den Rock Pools, natürlichen Meerwasserbecken an der Küste. An einem anderen Tag zeigte uns John St. Nicholas Abbey aus dem Jahr 1658, das prächtige Herrenhaus einer alten Plantage mit historischer Zuckermühle. Selten habe ich derart riesige Bäume gesehen, selten den Duft der Frangipani, der üppigen Wachsblumensträucher, so intensiv erlebt.

Das Anwesen hat ein sehr reizvolles Ambiente – aber eine düstere Geschichte. Es bedurfte nicht viel Vorstellungskraft, um nachzuempfinden, welch entsetzliches Leiden die Sklaven hier bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts erdulden mussten. Auch die St. John’s Church in den Bergen an der pittoresken Küste nahe Bathsheba werde ich nie vergessen: Ich bewunderte die zum Gottesdienst prächtig geschmückten Frauen in ihren weiten Kleidern. Auch der Ausblick ist von dort oben einfach fantastisch. Doch als ich glaubte, noch reizvoller könne sich Barbados gar nicht präsentieren, brachte uns John ins Inselinnere – zum spektakulären Flower Forest, dem Blütenwald. Ein italienischer Dichter schrieb einst über ihn: "Wenn ich das Paradies besäße und dazu noch Flower Forest – ich würde das Paradies vermieten und den Flower Forest bewohnen."

Doch Barbados hat auch eine wilde Seite. Sie zeigt ihr Gesicht in Bathsheba an der rauen, zerklüfteten Ostseite: Dort bestaunten wir atlantische Wellenbrecher mit gigantischen Schaumkronen. Wer in Bathsheba ist, sollte unbedingt einen Abstecher zu den Andromeda Botanic Gardens machen, die zum Barbados National Trust gehören. Für diesen tropischen Park muss man einen ganzen Tag einplanen. Die Krönung ist dann ein Drink auf der Terrasse des "Atlantis Hotel" in Bathsheba, eines renovierten historischen Anwesens direkt an der Atlantikküste, mitten im wohl meistfotografierten Teil der Insel. PS: Die beste Vorbereitung auf eine Barbados-Reise ist übrigens ein Kinofilm: "Island In The Sun" mit Harry Belafonte.

Autor: Gudrun Landgrebe