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Kroatien

Wasserfälle im Nationalparks Krka. - Foto © www.piqs.de / NikoDa, CC (Some rights are reserved.)

"Geliebte Heimat"

Dunja Rajter über Kroatien

Man hört das Rauschen, riecht die Frische, spürt die Energie – und weiß sofort: Hier an den Wasserfällen im Nationalpark Krka steht man vor etwas Gewaltigem, Unbezwingbarem. So wild und wunderbar ist Kroatien, die Heimat von Dunja Rajter.

Die Künstlerin, aufgewachsen in Zagreb, ist heute zwar im hessischen Langen zu Hause. Doch in ihr Geburtsland kehrt sie regelmäßig zurück, etwa wenn sie sich in der Adriastadt Zadar erholt oder vor Ort für das Tierschutzprojekt Kroatien e. V. engagiert. In HÖRZU beschreibt sie exklusiv, warum ihr das Land ihrer Kindheit wieder so ans Herz gewachsen ist.

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Dunja Rajters Kroatien-Tipp: Zadar an der Adria

Anreise: Mit dem Auto über die neue Autobahn Zagreb–Split, Ausfahrt Zadar. Weiter über die Bundesstraße 19 km in die Stadt.
Flug: Zadar wird von mehreren deutschen Flughäfen aus angeflogen. Beispiel für eine Reise im Juni: Hin- und Rrückflug ab circa 230 Euro (z. Bb. Lufthansa).
Reisezeit: Von Mai bis Ende September meist sonniges Wetter. Heiß wird es im Juli und August.
Hotel "Falkensteiner Hotels & Residences Punta Skala" bei Zadar: 1 Nacht im Familienzimmer mit Vollpension ab 75 Euro p. P., 4-Pers.-Apartment ab 200 am Tag (Tel. 00385/23/206624, www.falkensteiner.com).
Restaurant: Nahe dem Hafen von Zadar bietet das "Nniko" Fischspezialitäten für Feinschmecker.

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Vielleicht klingt es eigenartig, weil ich seit 40 Jahren in Deutschland lebe, aber: Ich liebe Kroatien! Nicht nur, weil ich dort geboren bin. Tiefe Verbundenheit wuchs auch im Bürgerkrieg Anfang der 90er-Jahre. Aus der Ferne organisierte ich Hilfstransporte für meine Landsleute. Seither wird dieses innige Gefühl stetig größer. Wann immer mein Akku leer ist, tanke ich neue Energie in unserer Wohnung in Zadar, wo auch meine Schwester lebt. Wenn ich auf dem Balkon sitze, atme ich Stille, lausche den Grillen, genieße den Duft von Rosmarin, blicke in die Weite, aufs tiefblaue Meer – und vergesse die Zeit. Nein, die Zeit ist auch hier nicht stehen geblieben.

Zadar in Dalmatien

Zadar, das als kulturell reichstes Zentrum Dalmatiens gilt, hat sich neuen Urlauberströmen geöffnet – und macht das Beste draus. Neben teuren Jachten ankern im Hafen die Kähne der alten Fischer. Am Kai flicken sie in Ruhe ihre Netze, unbeeindruckt von uns Schaulustigen, die über eine illuminierte Brücke zur Altstadt flanieren. Alt und Neu in Harmonie. Das ist typisch für Zadar, wo die mittelalterliche Kirche St. Donat, die Renaissance-Stadtloggia und das römische Forum uns ebenso beeindrucken wie die moderne, einzigartige Meeresorgel am Ende der Hafenpromenade. Von außen wirkt sie wie eine ungewöhnliche Treppe. Unter der Kaimauer geben spezielle Röhren je nach Wellengang Töne von sich. Ein ozeanisches Hörspiel: die Melodie des Meeres. Hierher zieht es mich zum Sonnenuntergang.

Keinen Kilometer weiter erklingt am Strand der traditionelle Klapa-Gesang. Die Liebeslieder der Einheimischen sorgen für Gänsehaut. Meer und Musik – das ist die Seele Dalmatiens. Wohin ich mich auch treiben lasse, überall empfängt mich mediterrane Lebensfreude – in den Gassen, Cafés und auf den Märkten. Wie bei guten Freunden fühle ich mich, wenn mich der charmante Erik in seinem Restaurant "Niko" mit frischem Fisch vom Grill und Plavaç-Rotwein verwöhnt. Zudem hat man eine traumhafte Aussicht aufs Meer, das wie in der Südsee schimmert.

Die Insel Ugljan

Am Horizont flimmert die Insel Ugljan. Sie ist eine von über 300 Perlen des Archipels von Zadar. Gern lasse ich mich mit der Fähre nach Pag übersetzen. Dort gibt es auch den berühmten "Paški sir“, einen Schafskäse, der besonders würzig schmeckt, weil die Schafe vor allem wilde, salzhaltige Kräuter fressen.

Doch nicht nur die Inselwelt, auch das Hinterland von Zadar hat seine Reize: Hier wachsen Kiefern, Ginster, Zypressen, Akazien, Feigen- und Olivenbäume in der ansonsten karstigen Landschaft. Eine unendliche Fülle an Grüntönen – allem Fels zum Trotz. Wo sonst finden wir in Europa noch so eine Idylle wie in den Nationalparks Paklenica oder Plitvicer Seen. Oder im Park von Krka mit seinen Wasserfällen.

Die Kaskade bei Skradin

Am spektakulärsten ist die Kaskade bei Skradin: 46 Meter hoch, 500 Meter lang, 200 Meter breit. Berühmt wurde sie als ein Schauplatz der "Winnetou"-Filme, die in Kroatien entstanden. Führer erzählen gern, dass Pierre Brice und ich einst unter dieser riesigen Dusche gestanden hätten. Tatsächlich hatten Lex Barker und Marie Versini hier eine Liebesszene: Old Shatterhand und Nscho-tschi. Dieses Fleckchen Erde ist tatsächlich zum Verlieben. Auch heute noch.

Autor: Dunja Rajter