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Quiberon

Die Halbinsel Quiberon. - Foto: DAMIEN MEYER/AFP/Getty Images

Kommissar Dupin

Die Bretagne entdecken

Der Neue im Kommissariat an der französischen Atlantikküste ist ein wenig eigen: Auf Fisch reagiert Kommissar Dupin allergisch, Ermittlungsergebnisse schreibt er akribisch wie ein Buchhalter in ein Notizbuch, aus seiner Vergangenheit macht er ein Geheimnis. Nur so viel steht fest: Dass er vom mondänen Paris in die raue Bretagne versetzt wurde, empfindet Dupin als Strafe. Ganz anders Pasquale Aleardi, der in den Verfilmungen der Krimibestseller von Jean- Luc Bannalec "Kommisssar Dupin" spielt."Ich würde für diesen Landstrich glatt unbezahlt Werbung machen", sagt der Schauspieler, der durch seine Eltern italienisch-griechische Wurzeln hat. Hier exklusiv seine Eindrücke:

Wer denkt, er habe das Meer schon in allen Varianten gesehen, war noch nie in der Bretagne. Eben noch sitzt du auf der Kaimauer, blinzelst ins Weite, freust dich an den unschuldigen Schäfchenwolken – schon türmen sich unvermittelt Riesenwellen auf, der Himmel wird schwarz. Wer sich jetzt nicht schnell in Sicherheit bringt, wird fast weggerissen von heftigen Böen.

Das schönste Ende der Welt

Finistère nennen die Franzosen diesen Landstrich – das Ende der Welt. Aber was für ein schönes Ende! Bevor wir morgens zu drehen begannen, fragten wir einen alten Fischer nach dem Wetter. Anfangs zuckten alle nur mit den Schultern, wenn er bei blauem Himmel vor Unwetter warnte – nur um Minuten später im Regen zu stehen. Danach vertrauten wir ihm blind. Wer hier lebt, hat offenbar besondere Antennen.

Dieser Georges Dupin, den ich spiele, ist tatsächlich ein seltsamer Kauz. Er hasst Autoritäten – und reagiert angewidert auf Fisch. Die Kunsthistorikerin, mit der er in der ersten Folge verhalten flirtet, lädt er prompt zu Steak und Pommes frites ein. Der Mann ahnt ja nicht, was ihm entgeht! Die Bretagne ist berühmt für ihren Reichtum an Meeresfrüchten. Austern und Langusten habe ich in den kleinen Restaurants an der Mole probiert, Fischsuppe, gegrillten Fisch und Taschenkrebse. Und zum Dessert die berühmten hauchdünnen Crêpes, dazu Cidre, den leicht alkoholischen Apfelwein.

Pont-Aven

Das im Wortsinn "malerische" Städtchen Pont-Aven war einer unserer wichtigsten Drehorte. Es beherbergte eine Künstlerkolonie, die vor 130 Jahren von Paul Gauguin geprägt wurde. Überall gibt es Galerien, auch wenn natürlich kein echter Gauguin dort hängt. Dafür laden Cafés zu hervorragendem Kaffee und den typischen bretonischen Butterkeksen ein, den Galettes. Gauguin reiste 1891 erstmals in die Südsee, die ihn nie wieder loslassen sollte. In Pont- Aven erzählt man sich bis heute Geschichten über diesen ungestümen, rauflustigen Maler, der Farben und junge Frauen liebte.

Faszinierend in der Bretagne sind die Zeugnisse früher Kulturen. Sehr sehenswert: der Badeort Carnac mit seinen nordöstlich gelegenen Alleen aus riesigen Megalithen. Das größte Areal heißt Le Ménec und umfasst 1099 steinerne Stelen. Ihre Bedeutung ist bis heute ungeklärt. Vermutlich wurden sie 2000 v. Chr. aufgestellt, als gigantische Kulisse für Totenfeiern. Standort des Kommissariats ist das Städtchen Concarneau mit dem großen Hafenbecken, in dem täglich Tonnen von Thunfisch anlanden. Attraktion dort: die Ville Close, eine festungsartige Insel innerhalb des Hafens. Gegründet wurde die wasserumspülte Anlage im 14. Jahrhundert, im 17. Jahrhundert erweiterte der königliche Baumeister Vauban das Ensemble und entfernte die Türme von den Häusern, um dort Artillerie zu installieren. Heute ist die Ville Close so beliebt, dass man möglichst frühmorgens durch die Gassen streifen sollte.

Die Karibik Frankreichs

Eine noch größere "geschlossene Stadt" liegt in Saint-Malo an der Nordküste. Weil Häuser und Mauern in grauem Granit glänzen, nannte der Dichter Flaubert die Altstadt „Steinerne Krone über den Fluten“. Einmal habe ich mir ein Boot gemietet und bin auf die kleinen Glénan-Inseln übergesetzt. Goldene Strände, Möwen und Einsamkeit erwarten einen dort – in der Karibik könnte es nicht schöner sein. Im Frühsommer und im Herbst werden wir zwei weitere Folgen mit "Kommissar Dupin" drehen. Soll Monsieur ruhig weiter mit der Küste fremdeln – ich freue mich schon auf ein Wiedersehen.


Die Bretagne entdecken

Pont-Aven
Wanderwege um die Künstlerstadt, in der Paul Gauguin lebte, führen zu Inspirationsquellen der Maler (www.pontaven.com). Oder: Küstenwanderung (www.france-ecotours.com)

Belle-ile
Vom Hafen der Halbinsel Quiberon aus verkehren Autofähren auf die 17 km lange Insel. Sehenswert: Zitadelle Vauban in der Hafenstadt Le Palais.

Locronan
Benannt nach einem heiliggesprochenen Eremiten. Autofreie Altstadt mit Häusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, alle aus Granit erbaut.

Carnac
Beeindruckende Megalith- Anlagen aus der Steinzeit (www.carnac.monuments-nationaux.fr/)

Autor: Pasquale Aleardi