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La Concha

San Sebastián: Bahia de la Concha ("Muschelbucht"). - Foto: © picture alliance / DUMONT Bildarchiv

San Sebastián, Bilbao, Vitoria-Gasteiz

Das Baskenland

Vasco wirft den Anker aus und zeigt mit großer Geste auf die perfekt geschwungene Bucht. Fast so, als würde er einen Vorhang öffnen: "Jetzt wisst ihr, warum wir sie La Concha, die Muschel, nennen!" Der Name passt wirklich.

Das Seebad San Sebastián

Vom Segelboot aus betrachtet präsentiert sich der Strand von San Sebastián von seiner schönsten Seite. Goldgelber Sand, dahinter ein weißes Häusermeer, eingerahmt von grünen Bergen. Und das türkisfarben schimmernde Wasser rund um das vorgelagerte Inselchen Santa Clara ist wunderbar zum Schnorcheln - wenn der Atlantik seine sanfte Seite zeigt.


TV-Tipp

Di., 11.8.: "Europatour Spanien" - Reportage über Spaniens Gesellschaft, Wirtschaft und Lebensart. Phoenix, 10.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm)


Am Nachmittag leeren sich die Strände, in den Cafés ist schnell jeder Platz besetzt. Vor allem Spanier verbringen ihren Urlaub gern im traditionsreichen Seebad San Sebastián. Die Uferpromenade und die umliegenden Straßen säumen prächtige, verspielte Wohnhäuser aus der Zeit um 1900. Damals ließ die spanische Königsfamilie hier ihre Sommerresidenz errichten - nicht nur wegen der traumhaften Lage an der Nordküste des Landes, sondern weil in der heißen Jahreszeit anders als in vielen anderen Regionen Spaniens hier angenehme Temperaturen um die 25 °C herrschen.

Auch sonst ist hier vieles ein bisschen anders. Zuallererst der Nationalstolz der Einheimischen. Die betonen gern mit einem Augenzwinkern, dies sei hier nicht wirklich Spanien, sondern das Baskenland, zu dem auch ein kleiner Teil Frankreichs gehöre. Die Region ist zwar nur etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein, doch die Basken haben eigene Traditionen, eine eigene Musik und sogar eine eigene Sprache. Viele Schilder sind spanisch und baskisch beschriftet, wenngleich nur etwa ein Drittel der Einwohner Baskisch spricht. Auch strebt heute nur eine sehr kleine Minderheit ernsthaft die Unabhängigkeit von Spanien an. Doch besonders stolz auf die Heimat sind viele.

Neues Glanzlicht Bilbao

Mit Recht. Schließlich hat das Baskenland auch jenseits der Traumstrände rund um das Seebad San Sebastián viel zu bieten. Ein neues Glanzlicht ist Bilbao. Lange führte die nahe der Küste am Fluss Ria del Nervión gelegene einstige Industriestadt ein Schattendasein. Doch dann kam Frank O. Gehry. Der US-amerikanische Stararchitekt schenkte Bilbao mit dem Guggenheim-Museum 1997 ein spektakuläres Wahrzeichen. Weitere Kunstgalerien sowie futuristische Häuser, Brücken und ein neuer Flughafen folgten. Heute ist Bilbao eine ulsierende Stadt.

Wanderwege im Baskenland

Anderswo gibt sich das Baskenland beschaulich, manchmal sogar ein bisschen magisch. Zum Beispiel im "beseelten Wald" des Oma-Tals. Gegenüber dem Ausflugslokal "Lezika" führt ein beschilderter Wanderweg bergab. Nach einer knappen halben Stunde ist das Ziel erreicht: Ein baskischer Künstler bemalte hier vor fast 30 Jahren Hunderte Pinien mit bunten Klecksen und geometrischen Mustern. Wer sich auf die gekennzeichneten Stellen am Waldboden stellt, erkennt zusammenhängende Bilder.

Noch ein magischer Pfad ist der Wanderweg GR 21 entlang der Steilküste von Zumaia nach Deba. Von der Seefahrerkapelle San Telmo führt der meist recht schmale Pfad nach Westen. Häufig weht einem der Atlantikwind ins Gesicht. Aber diese Aussicht! Wilde Wellen, zerklüftete Klippen und einsame Sandbuchten - wirklich spektakulär. Abseits der Küste prägen Gebirge und fruchtbare Hochebenen die Landschaft.

Die baskische Hauptstadt Vitoria-Gasteiz

Kornfelder und Weingärten umgeben die baskische Hauptstadt Vitoria-Gasteiz. Die hat kaum ein Urlauber im Visier - dabei gibt es herrliche Plätze und Gassen mit gotischen Häusern, dazu eine quirlige Kneipenszene. Die Einwohner pflegen, wie überall im Baskenland, das Ritual "Txikiteo". Der Zungenbrecher bezeichnet eine Tour von Bar zu Bar.

Dort gibt es überall Pintxos - die baskische Variante der klassischen Tapas. "Pintxo" bedeutet Holzspießchen - und auf diese werden Stückchen von Fisch, Fleisch oder Gemüse gesteckt, verfeinert mit Kräutern, ein paar Spritzern Essig, Oliven oder Safran. Früher waren die Pintxos öltriefende, salzige Kreationen. "Eine Grundlage, um schlechten Wein besser zu vertragen", wie der Wirt der "Bar Bergara", eines der besten Pintxo-Lokale von San Sebastián, erzählte. Heute sind nicht nur die Weine spitze, sondern auch die Spießchen. Die baskische Küche gilt als die beste Spaniens. Und wer sich einmal durchgeschlemmt hat, versteht, warum.

Reise-Infos

Anreise

Linienflüge aus Deutschland mit einem Zwischenstopp bieten etwa Air France oder Iberia ab 170 Euro

Unterkunft

Ein 4-Sterne-Klassiker aus der Belle-Époque-Zeit ist das "Hotel de Londres y de Inglaterra" direkt an der Strandpromenade von San Sebastián. Ü/F ab ca. 60 Euro, www.hlondres.com

Studienreise

Flug nach Bilbao, Transfers, 3 Ü/F und Reiseleitung bietet z. B. Dr. Tigges ab 695 Euro. Höhepunkte der Reise sind Bilbao und San Sebastián. Tel. 0431/544 60, www.drtigges.de

Beste Reisezeit

Mai bis September. Badewetter: Juli bis September. Mit Regenschauern ist auch im Sommer zu rechnen

Touristeninformation

Tel. 069/72 50 33, www.spain.info; www.tourismus.euskadi.eus/de

Autor: Kathrin Elsner