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Zeitreise ins Mittelalter: Kloster Maulbronn in Baden-Württemberg.

Kloster Maulbronn in Baden-Württemberg: Seit 1537 beten in der Zisterzienserabtei keine Mönche mehr. Trotzdem blieb die Klosterstadt mit Basilika, Mühle und Brunnen fast unverändert erhalten. - Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Im TV: Klosterreisen, 24.06., 15.00 Uhr, BR

Urlaub im Kloster

Deutschlands schönste Klöster öffnen ihre Pforten für alle, die Ruhe suchen. Sieben göttliche Ziele zum Kraftschöpfen und Besinnen.

Manchen Zauber kann man nicht erklären. Wer zum ersten Mal ein Kloster betritt, fühlt sich zurückversetzt in eine andere Welt. Wo ist die Hektik? Wo ist der Lärm des Alltags? Sogar in Abteien, die längst keine Nonnen oder Mönche mehr beherbergen und nur noch als Baudenkmäler dienen, spüren Besucher diese einzigartige Atmosphäre. Vielleicht sind es auch die jahrhundertealten Mauern, die den Stress fernhalten. Einfach mal Stille genießen, die Seele baumeln lassen und wieder Kraft schöpfen.

Die meisten Klöster haben sich Besuchern geöffnet und bieten Stunden der Besinnung und Begegnung. In kleinen Läden kann man kaufen, was die Schwestern und Brüder herstellen – vom Klosterlikör aus Frauenwörth bis zum Kräuterbrot aus St. Marienthal. Und wer in dieser Abgeschiedenheit Urlaub machen möchte, kann oft im Gästehaus übernachten und am geistlichen Leben teilnehmen (siehe auch unten). Eine uralte Tradition. Schon der heilige Benedikt (480 – 547) hielt in seinen Regeln fest: "Nehmt jeden so auf, als sei es Christus selbst."


Urlaub im Kloster

Viele Klöster heißen Besucher auch für längere Zeit willkommen. Dafür stehen Gästehäuser zur Verfügung. Das Angebot reicht von einfachen Kammern in historischen Gebäuden bis zu Komfortapartments mit Vollpension für 133 Euro pro Nacht (Kloster Arenberg). Ebenso unterschiedlich sind die Zusatzangebote. Neben der Teilnahme am geistlichen Leben stehen oft Wellnessräume, Bäder und Vitalzentren zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt in der Regel direkt im Kloster oder Gästehaus.


Kloster Frauenwörth (Bayern)

Kloster Frauenwörth
Foto © picture-alliance / dpa

Reif für die Insel. Mitten im Chiemsee gründete Bayernherzog Tassilo III. schon im Jahr 772 eine Benediktinerinnen-Abtei. Die Fraueninsel ist nur mit dem Boot zu erreichen – ein Eiland der Stille und Sinnsuche. Ihr ältestes Gebäude, die karolingische Torhalle, stammt vermutlich aus dem 8. Jahrhundert. Auch das Gästehaus "Scholastika", direkt am Ufer gelegen, wurde bereits 1611 errichtet und bis heute weder innen noch außen verändert. Wer ein Hotel erwartet, liegt falsch. Aber Gäste, die ernsthaft Besinnung und Abstand vom Alltag suchen, sind willkommen.
Weitere Infos unter www.frauenwoerth.de

Kloster Chorin (Brandenburg)

Kloster Chorin
Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Auf der Spur der Mönche. Mitten im heutigen Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt die einst bedeutende Abtei. Von 1273 bis 1542 schritten hier Ordensbrüder durch den Kreuzgang. Nach der Reformation verfiel das Kloster, der Mythos aber ist noch lebendig: Chorin gilt als eindrucksvolles Zeugnis norddeutscher Backsteingotik. Alle mittelalterlichen Bauten sind zu besichtigen, es finden auch Ausstellungen und Konzerte statt.
Weitere Infos unter kloster-chorin.org/

Kloster Andechs (Bayern)

Kloster Andechs
Foto © picture alliance / dpa

Genuss für Leib und Seele. Das Wirtschaftsgut der Benediktiner liegt weithin sichtbar auf dem Heiligen Berg, dem ältesten Wallfahrtsort Bayerns am Ammersee. Dass die Pilger hauptsächlich wegen des legendären Biers in Scharen kommen, ist ein Gerücht. Gäste können auch für einige Tage am geistlichen Leben der Mönche teilhaben, die Deckengemälde der Klosterkirche von 1427 bewundern oder den Kräutergarten besichtigen.
Weitere Infos unter www.andechs.de

Kloster Waldsassen (Bayern)

Kloster Waldsassen
Foto © picture alliance / Reinhard Kung

Neue Kraft schöpfen. Die prachtvolle Fassade mit den Zwiebeltürmen lässt wenig von der wechselvollen Geschichte ahnen. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Abtei mehrfach aufgelöst, erstarkte aber immer wieder neu. Heute bietet sie im Gästehaus St. Joseph umfangreiche Angebote für eine Auszeit. Die Nonnen betreuen auch Klosterküche, Umweltgarten und Begegnungszentrum. Weltruhm erlangte die Stiftsbibliothek mit ihren kostbaren Büchern sowie den barocken Reliefs und Deckengemälden.
Weitere Infos unter www.abtei-waldsassen.de

Kloster Arenberg (Rheinland-Pfalz)

Kloster Arenberg
Foto © picture-alliance/ dpa

Erholen, begegnen, heilen. Getreu diesem Motto heißen die Dominikanerinnen ihre Gäste im Wallfahrtsort willkommen. Besucher finden Ruhe hinter historischen Mauern, schlendern durch den Klosterpark oder genießen Massagen und Kneippbäder. Ein Wellnesshotel? Viel mehr! Jeder Gast ist eingeladen, etwa an den Gebetszeiten der 65 Schwestern teilzunehmen.
Weitere Infos unter www.kloster-arenberg.de

Kloster Maulbronn (Baden-Württemberg)

Kloster Maulbronn
Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Zeitreise ins Mittelalter. Seit 1537 beten in der Zisterzienserabtei keine Mönche mehr. Trotzdem blieb die Klosterstadt mit Basilika, Mühle und Brunnen fast unverändert erhalten – ein Baudenkmal, in dem sich romanische und gotische Elemente vereinen. Kein Wunder, dass Maulbronn zum Weltkulturerbe gehört. Heute beherbergt die Anlage auch Lokale und Verwaltungen.
Weitere Infos unter www.kloster-maulbronn.de

Klosterstift Sankt Marienthal (Sachsen)

Klosterstift Sankt Marienthal
Foto © picture-alliance / Bildagentur-o

Besinnung seit 779 Jahren. In der ältesten Zisterzienserinnenabtei Deutschlands leben die Schwestern seit 1234 nach den Regeln des heiligen Benedikt. Dazu gehört auch die Gastfreundschaft. Besucher können sich zu Fastenwochen zurückziehen, mit Beten und Arbeiten "Kloster auf Zeit" erleben und die historischen Bauten bewundern. Nach einem großen Brand entstand die heutige Anlage 1683 neu im Stil des böhmischen Barock und blieb geschlossen erhalten.
Weitere Infos unter www.kloster-marienthal.de

Autor: Kai Riedemann