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Der Hamburger Hafen.

Der Hamburger Hafen. - Foto © Getty Images / Patrick Lux

Die beliebtesten Städte

Traumurlaub in Deutschland

So schön ist Deutschland: Tolle Städte, viel Natur, hohe Lebensqualität. Wie großartig es ist, in einem Land zu leben, in dem viele Urlaub machen wollen.

Zahlen klingen oft nüchtern, auch wenn sie gigantisch sind: 410,8 Millionen etwa. So viele Übernachtungen meldeten deutsche Beherbergungsbetriebe 2013 – mehr als je zuvor. Erst wer diese Zahl mit Leben füllt, spürt, welcher Zauber hinter ihr steht: Städte voller Vielfalt, grandiose Landschaften, Kulturstätten mit Historie. Damit lockt Deutschland immer mehr Gäste an – aus aller Welt.


Hamburg: Der Norden blüht auf

Die Hansestadt bietet mehr als Reeperbahn und Hafen. Ein Spaziergang an der Alster etwa führt durch Parks, vorbei an idyllischen Ufern, über Brücken (mehr als in Venedig!). Zahlreiche Flüsschen und Kanäle schlängeln sich mit ihrem Grün durch die Wohngebiete und sorgen so für ganz besonderen Zauber.
Als Musicalhauptstadt ist Hamburg konkurrenzlos. Neben Klassikern wie "Der König der Löwen" oder "Das Phantom der Oper" startet im Herbst 2014 das neue Musical "Das Wunder von Bern" über den deutschen Triumph bei der Fußball-WM 1954. Historie und Moderne treffen sich an der Elbe: Direkt neben den roten Backsteinhäusern der Speicherstadt, deren Bau 1885 begann, entsteht ein neuer Stadtteil vom Reißbrett – überragt von der futuristischen Fassade der Elbphilharmonie(-Baustelle).
Extra-Tipp: Vom 9. bis zum 11. Mai findet das 825. Hamburger Hafenfest statt – das größte seiner Art auf der Welt.


Aber auch Bundesbürger gehen im eigenen Land auf Entdeckungsreise. Voll Neugier auf eine Heimat zwischen einsamen Halligen und imposanten Alpengipfeln. Warum eigentlich, fragt man sich, reisen wir nach New York, Paris oder Rom, wenn die Städte vor unserer Haustür so viele Überraschungen bieten? Und das nicht nur in den großen Metropolen mit ihren Urlaubsangeboten.

Nur ein paar Beispiele, die verblüffen: Wuppertal etwa klingt für viele nach grauen Industriebauten. Doch der erst 1930 auf den heutigen Namen getaufte Ort im Bergischen Land darf sich zu Recht "grünste Großstadt" nennen. 34,06 Prozent Grünflächen – das ist deutscher Rekord! Besucher können bewaldete Berghänge und Landschaftsgärten entdecken. Und wo sonst gibt es noch 35 Quadratkilometer Landwirtschaft mitten in der Stadt?


Köln: Tolle Tage am Rhein

Die Domstadt ist nur sechs Tage im Jahr jeck ("Alaaf!"), doch 365 Tage grün. Wo einst Stadtmauern und Festungsringe die Bürger schützten, wuchert jetzt die Natur. Im inneren und äußeren Grüngürtel liegen Erholungsflächen wie Beethovenpark, Volksgarten oder Stadtwald. Geschichte spüren Besucher bei jedem Schritt durch die Altstadt. Als Wahrzeichen erhebt sich der 157 Meter hohe Dom, im Jahr 1248 als größtes Bauprojekt des Mittelalters begonnen. Keine andere deutsche Stadt hat so viele romanische Kirchen auf engem Raum. In verwinkelten Gassen warten Brauhäuser, Geschäfte und jede Menge Kultur wie etwa im Römisch-Germanischen Museum. Verliebte staunen über eine neue Sehenswürdigkeit: An den Drahtgittern der Hohenzollernbrücke hängen Liebesschlösser, die ewige Treue symbolisieren. Experten schätzen das Gewicht schon auf mehr als zwei Tonnen!
Extra-Tipp: Die Unterwelt lässt sich bei Führungen entdecken – durch alte römische Kanäle, zum Fundament des Doms, durch einen Fernwärmetunnel unterm Rhein.


Münster wurde bei dem internationalen Städtewettbewerb LivCom Award 2004 sogar als "lebenswerteste Stadt der Welt" ausgezeichnet. Die Jury lobte vor allem den behutsamen Umgang mit historischem Erbe, die Landschaftsplanung und die Beteiligung der Bürger. Und noch eine Auszeichnung: Mehrfach erhielt Münster das Prädikat "fahrradfreundlichste Stadt".

Wo große Jubiläen anstehen

In einigen deutschen Orten geht es gerade besonders rund: Sie feiern Geburtstag. Bielefeld wird 800 Jahre alt und bietet ein Jubiläumsprogramm mit Festivals, Aktionen, Konzerten unter dem Motto "Das gibt’s doch gar nicht!". In Leipzig laufen sogar die Vorbereitungen für die 1000-Jahr-Feiern auf Hochtouren. 2015 ist es so weit. Denn im Jahr 1015 verewigte Bischof Thietmar von Merseburg den Ort "urbe libzi" erstmals in seiner Chronik.


Essen: Frische Luft im Pott

Die Ruhrgebietsstadt hat längst ein neues Image. Wo einst Hunderte Schornsteine ihren Rauch in die Luft bliesen, breitet sich heute vielfach Grün aus. Allein der Grugapark umfasst 700.000 Quadratmeter und überrascht mit wertvollem altem Baumbestand und Landschaftsgärten. Im Radrevier Ruhr führt ein langes Radwegenetz 700 Kilometer weit über Ufer- und Waldwege und durch unberührt wirkende Landschaften – vorbei an ehemaligen Zechen, Hüttenwerken und Gasometern. An die "Kohlezeit" erinnern fast nur noch Industriedenkmäler. Rund 3500 sind es im ganzen Ruhrgebiet. Als berühmtestes wurde die Essener Zeche Zollverein 2001 zum Weltkulturerbe ernannt. Das einst modernste Steinkohlebergwerk der Welt dient heute als Kunst- und Kulturzentrum. In der ehemaligen Kohlenwäsche zeigt das Ruhr Museum seit 2010 die spannende Natur-und Kulturgeschichte des Reviers.
Extra-Tipp: Auf dem "Denkmalpfad Zollverein" wird der Arbeitsalltag zwischen imposanter Technik und Kohlenstaub wieder lebendig (mit Anmeldung).


Die sächsische Metropole hat sich im Lauf der Geschichte viele Beinamen erworben – als Musik- und Messestadt, "Ort der friedlichen Revolution" und Klein-Paris. Paris? Das geht auf Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832) zurück. So heißt es in seinem Drama "Faust 1": "Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute." "Auerbachs Keller", in dem Faust zechte, lässt sich natürlich noch heute besuchen. So viel Tradition findet man überall im Land.

Als Kulturreiseziel belegt Deutschland laut aktueller Umfrage Platz 1 in Europa vor Frankreich und Italien, sogar weltweit reicht es beim Imagefaktor "Kultur" für Rang 5. Dazu tragen auch die mittlerweile 38 von der Unesco anerkannten Welterbestätten bei. Als letzte wurde 2013 der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel ausgezeichnet.


Berlin: Bärenstarke Millionenmetropole

Die Hauptstadt, heißt es, schläft nie. Ob also alle 10,8 Millionen Gäste, die pro Jahr hier übernachten, ins Bett finden, bleibt fraglich. Tagsüber wartet verblüffend viel Natur. 97 Quadratkilometer lassen sich erkunden – vom Tiergarten über die Pfaueninsel bis zum Erholungspark Marzahn. Als Museumsstadt liegt Berlin auf Weltniveau. Vor allem die Museumsinsel zieht mit ihrem einzigartigen Gebäudeensemble die Besucher an. Während das Pergamonmuseum zurzeit teilweise saniert wird, erstrahlt das Neue Museum seit 2009 wieder in authentischem Glanz und zeigt unter anderem Meisterwerke des Alten Ägypten. Nachtleben findet nicht nur in Clubs der Kieze statt. Klassikfreunde schwören auf die Berliner Philharmoniker, die in dieser Saison auch Werke zum 150. Geburtstag von Richard Strauss spielen.
Extra-Tipp: 2014 feiert Berlin 25 Jahre Mauerfall. Veranstaltungen und Ausstellungen erinnern an die Teilung der Stadt und die friedliche Revolution von 1989.


1696 begannen die Landgrafen und späteren Kurfürsten von Hessen-Kassel mit dem Bau dieser einzigartigen Anlage. Schlösser, Wasserspiele und Landschaftsgärten im englischen Stil wecken die Sehnsucht nach Romantik. Mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern gilt die Wilhelmshöhe als größter Bergpark Europas.

Kultur – aber bitte mit Genuss

Unter den zehn deutschen Sehenswürdigkeiten, die ausländische Gäste besonders lieben, sind gleich vier solcher Welterbestätten: der Kölner Dom, ein Meisterwerk gotischer Architektur, das Obere Mittelrheintal mit dem 194 Meter hohen Loreley-Felsen, der Bodensee mit der Insel Mainau und dem Welterbe Klosterinsel Reichenau sowie die Museumsinsel in Berlin.


München: Weiß-blaue Liebe

Die Isarmetropole lockt mit Gemütlichkeit. Auch wenn es nach Klischee klingt: An Hofbräuhaus und Englischem Garten kommt kein Gast vorbei. Der Park, ab 1789 angelegt, bietet Wiesen, Wälder, 8,5 Kilometer Bäche, Seen, über 100 Brücken. An Vielfalt und Größe (4,17 Quadratkilometer) übertrifft er den New Yorker Central Park. Die Technikgeschichte kann man auf 73.000 Quadratmetern im Deutschen Museum erleben: originale Flugzeuge, Werkzeugmaschinen, antike Wasserräder, die meisten in Bewegung und sogar zum Anfassen. Rund 1,5 Millionen Besucher pro Jahr – das ist deutscher Rekord! Majestätisch erstrahlt Schloss Nymphenburg, eines der größten Königsschlösser Europas. Der 500 Meter breite Prachtbau, ab 1664 errichtet, diente ursprünglich als kurfürstliche Sommerresidenz.
Extra-Tipp: Den atemberaubendsten Blick auf die gesamte Isarstadt haben Besucher von der 190 Meter hohen Aussichtsplattform des Olympiaturms.


Kein Wunder, dass die Deutsche Zentrale für Tourismus 2014 zum "Jahr der deutschen Welterbestätten" erklärt hat. Nur zum Abhaken der Höhepunkte sind solche Ziele allerdings viel zu schade. Der Trend geht weg vom hektischen Besichtigungstrubel und hin zu Gemächlichkeit und genauem Hinschauen. Wie bei einer Zeitreise durch Weimar. Die Stadt in Thüringen darf sich gleich mehrfach mit dem Unesco-Welterbe-Siegel schmücken. Im "Klassischen Weimar wandeln Besucher auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller oder staunen über den Rokokosaal in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek. Die Bauhaus-Stätten dagegen zeigen, wie Künstler zwischen 1919 und 1933 Architektur und Gestaltung revolutionierten.

Naturwunder der Heimat

Noch mehr Zeit sollten sich Urlauber für die grandiosen Landschaften nehmen. Tief eingeschnittene Canyons, wilde Küsten, zerklüftete Hochgebirge, einsame Moore oder bizarre Felsformationen – all das gibt es in Deutschland zu entdecken. In der Sächsischen Schweiz etwa ragen die Basteifelsen fast 200 Meter hoch über der Elbe auf. Wie eine Felsenorgel sieht die Galerie der Sandsteintürme aus.


Frankfurt: Höhepunkte am Main

Die Finanzmetropole will hoch hinaus. Die zehn höchsten Gebäude Deutschlands ragen alle in den Himmel über Frankfurt. Rekordhalter ist der Commerzbank Tower mit 259 Metern. So eine futuristische Skyline gibt es nur in "Mainhattan" (siehe Foto oben). Entspannung finden Besucher trotzdem. Nicht weit von der City liegt der Frankfurter Stadtwald, mit über 5000 Hektar einer der größten innerstädtischen Forste. Im Palmengarten wachsen Riesenstauden, Kakteen, Orchideen und natürlich Palmen. Grünflächen und Gewächshäuser entführen in üppige exotische Landschaften. Das Nebeneinander von Moderne und großer Vergangenheit gehört zu den ganz besonderen Reizen der Stadt. In der klassizistischen Paulskirche etwa tagte 1848 die erste Nationalversammlung – die Geburtsstätte der deutschen Demokratie. Extra-Tipp: Der "Ebbelwei-Express" bietet Stadtrundfahrten in historischen Straßenbahnwagen – natürlich mit Apfelwein.


Unmittelbar südlich des dicht besiedelten Raums Köln/Bonn liegt eine der geologisch aktivsten Regionen Deutschlands: Von den Urkräften, die hier noch unter der Oberfläche schlummern, zeugen Geysire, mächtige Asche- und Basaltschichten sowie die kreisrunden Maare – wassergefüllte Vulkantrichter, die sich nach Ausbrüchen bildeten. Vor rund 10.000 Jahren entstanden diese Spuren. Geologisch gesehen also erst "gestern".


Stuttgart: Zwischen Wald und Reben

Die Hauptstadt des "Ländles" liegt in einem Talkessel, umringt von bewaldeten Höhen und Weinbergen. Wo sonst kann man schon mitten in der City Rebstöcke in historischen Lagen bewundern, bewirtschaftet vom stadteigenen Weingut? Vielfältige Überraschungen hält die Wilhelma bereit. In Europas größtem zoologisch-botanischem Garten können Besucher nicht nur 9000 Tiere aus über 1000 Arten bewundern, sondern auch mehr als 1200 verschiedene Orchideen. Bei der Wahl zur schönsten Kamelienblüte belegte gerade eine Wilhelma-Kreation Platz eins. Mit prunkvollen Fassaden punkten Stuttgarts Schlösser. Manche verspielt wie das weiße Schlösschen Solitude, andere trutzig wie das Alte Schloss, dessen Grundmauern bis aufs 10. Jahrhundert zurückgehen.
Extra-Tipp: Das Sommerfest (7. – 10. August) verwandelt die Stadt mit weißen Pagoden, Zelten und Lichtern in einen Ort zum Träumen und Feiern.


Neben so viel Gänsehaut darf die Romantik nicht zu kurz kommen. Als eine der beliebtesten Urlaubsregionen gilt seit Jahren der Schwarzwald. Allein im Sommerhalbjahr 2013 besuchten 4,6 Millionen Gäste das größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands. Titisee und Schluchsee bringen uns ebenso ins Schwärmen wie die Wanderwege rund um den Feldberg, mit 1493 Metern Deutschlands höchste Erhebung außerhalb der Alpen. Auch wenn man um Klischees wie Kuckucksuhr und Bollenhut einen Bogen macht, hier wird es garantiert nie langweilig.

Autor: Kai Riedemann