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Ostsee

Hafen von Zingst - Foto © www.piqs.de / Zeppelin, CC (Some rights are reserved.)

Die Halbinsel Darß

"Mein Ostseetraum"

Henry Hübchen liebt das Wasser, das Segeln, das Surfen – und seinen Zweitwohnsitz in Ahrenshoop auf dem Darß an der Ostsee. Der Film- und Fernsehstar ("Commissario Laurenti") behauptet schlichtweg: "Urlaub in Deutschland ist das beste." Sein liebstes Ziel sind die Strände zwischen Rostock und Stralsund. Unweit der Küste, auf dem Land, spielt auch sein neuer Fernsehfilm "Auf Doktor komm raus". Darin versuchen zwei verfeindete Bürgermeister, einen zufällig gestrandeten Arzt zum Bleiben zu animieren. Der trockene Humor, der in der Komödie durchscheint, ist auch typisch für den Privatmann Henry Hübchen, der seine Begeisterung für die deutsche Ostseeküste am liebsten für sich behalten würde: "Damit nicht noch mehr Leute da hochkommen."

HÖRZU verriet er dennoch exklusiv, warum es ihn immer wieder dorthin zieht: Wenn man wie ich in der Hauptstadt lebt und an die See möchte, fällt die Entscheidung leicht. Das Meer der Berliner ist die Ostsee. Hier ist unsere Küste. Man könnte fast schon sagen: Berlin liegt an der Ostsee, so nah ist es. Bei freier Straße brauche ich von Haus zu Haus ganz bequem zwei Stunden. Ideal! Schon in den 50er-Jahren habe ich als Kind mit meinen Eltern die Ferien auf dem Darß verbracht.

Darßer Urwald

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Von Zingst über Prerow kommend, ging es zum Zelten an den Weststrand. Dafür musste man durch den Darßer Urwald, wie das Naturschutzgebiet noch heute heißt. Nach der Maueröffnung habe ich diese Gegend wiederentdeckt. Auch, weil man nun auf die Ostsee konnte, die zu DDR-Zeiten verbotenes Grenzgebiet war. Es gibt einen Punkt oberhalb von Ahrenshoop, an dem man links auf die Ostsee und rechts auf den Bodden guckt. Das ist fantastisch. Diese verwinkelten, lauschigen Bodden sind "Achterngewässer", die im Inland liegen, aber eine Verbindung zum Meer haben.

Es ist eine einmalig reizvolle Landschaft, viel geschmeidiger, charmanter und abwechslungsreicher als etwa die Nordseeküste. West- und Oststrand sind sehr unterschiedlich und ewig in Bewegung – der Seegang trägt den Sand im Westen ab, schwemmt ihn im Norden wieder an. Wer will, kann von Ahrenshoop aus durch den herrlichen Urwald wandern, in Ribnitz ins Hallenbad gehen oder im Frühjahr und Herbst bei Prerow einem grandiosen Spektakel beiwohnen: Zehntausende Graukraniche sammeln sich auf den geschützten Bodden-Inseln, um zu ihren Brutgebieten weiterzufliegen – oder zum Überwintern. Es gibt auch zahlreiche Reiterhöfe, auf denen man Pferde mieten oder unterstellen kann. Mir liegt die Mentalität der Einheimischen, diese gewisse Sturheit der Fischköppe, die sich nicht leicht verbiegen lassen.

Klima an der Ostsee

Natürlich wollen sie auch Geld verdienen, aber sie behalten ihren gemächlichen Rhythmus bei, lassen sich von Fremden keinen anderen aufdrängen. Die schöne Zeit beginnt im Frühjahr, wenn es wärmer wird. Ich bin kein Ostsee-, sondern Jollensegler und habe am Bodden einen 15er Jollenkreuzer liegen. Wenn man darauf übernachtet, ist man flugs wieder im Pfadfinderfieber – was mir sehr gefällt. Auf dem Kocher eine Suppe heiß zu machen, sich zurückzunehmen, das Einfache zu genießen – wenn man das alles freiwillig macht, ist es wunderschön und viel entspannender als jede Übernachtung in einer Luxussuite.

Bootstour in Wustrow

Die ideale Bootstour startet in Wustrow. Die Richtung bestimmt der Wind. Nehmen wir an, es weht Südwestwind: Dann könnten wir nach Born segeln. Nach einem kurzen Anleger auf eine Apfelschorle in Althagen ginge es quer über den Saaler Bodden. In Born anzulegen ist nicht einfach, wenn man mit dem Wind in den Hafen gleiten will – worin natürlich mein Ehrgeiz besteht. Nach einem mittäglichen Zander im Borner "Walfängerhaus" – hoffentlich fangfrisch aus den Boddenseen –, würden wir erneut auf den Kahn steigen, mit Halbwind zurück durch die schmale Rinne auf den Saaler Bodden segeln, uns am anderen Strandufer sonnen, um dann zum idyllischen Segelverein "Godewind Wustrow" zurückzukehren. Ein bisschen Fachsimpeln mit Uwe, dem Hafenmeister – so endet ein perfekter Tag.

Das Leben hier hat wenig mit der stromlinienförmigen Trickser- und Verkäuferwelt zu tun, von der wir üblicherweise umgeben sind. Ich habe ein kleines Haus in Ahrenshoop. Früher war das ein verschlafener Ort, doch schon in den 20er-Jahren siedelten sich hier Maler an – und Künstler, die sich mit freiem Tanz beschäftigten. Malerisch ist das Straßendorf mit den traditionellen Rohrdächern nach wie vor, und es lebt gut vom vergangenen Künstlernimbus, den es vor allem mit Ausstellungen pflegt.

Mein bevorzugter Platz befindet sich gleich um die Ecke bei meinem Häuschen: "Buhne 12" ist das einzige Restaurant, das direkt am Steilufer liegt und einen fantastischen Blick auf Sonnenuntergänge über dem Meer bietet. Das Naturschauspiel ist besser als jeder Unterhaltungsfilm. Na ja, fast. Zudem macht der Besitzer wunderbaren Fisch. Ob Zander oder Barsch – hier hat man die Gewähr, dass alles tatsächlich frisch aus dem Bodden kommt. Wenn ich nur dran denke, kann ich es schon schmecken. Ich muss bald wieder hin!

Reisetipps rund um Ahrenshoop

Café Buhne 12“ Fischrestaurant und Bar mit Romantik-Flair an der Steilküste: Ahrenshoop, Grenzweg 12, Tel. 038220/232

"Der Fischländer“ Hotel am Weststrand. Spa, gutes Restaurant. DZ ab 90 €, 038220-69 50. Weitere Hotels und Unterkünfte:
www.ostseebad-ahrenshoop.de

Ausflüge
Tour 1: Von Zingst mit der Weißen Flotte durch den Bodden in die Ostsee und in circa drei Stunden nach Hiddensee.
Tour 2: Mit dem Auto nach Warnemünde. Charmanter historischer Fischerhafen mit Leuchtturm.

Autor: Henry Hübchen - Foto © www.piqs.de / Zeppelin, CC (Some rights are reserved.)