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Mecklenburg-Vorpommern

Der Stadthafen von Waren an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern; Bild: © dpa Bilderdienste

Heimat im Herzen

Katrin Sass über Mecklenburg-Vorpommern

Rau klingt ihre Stimme, der Ton ist echt. Sie stammt eben aus einem ehrlichen Landstrich. In Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin kam Katrin Sass zur Welt, lange lebte sie in einem kleinen Ort nahe Sternberg. Selbst in Berlin, wo sie vor drei Jahren vor Anker ging, brach sich die Liebe zur Heimat Bahn: "Ich habe dort ein Reihenhaus direkt an einem See. Mit eigenem Steg. Als ich es das erste Mal sah, war klar: Das ist ja wie in meiner Heimat, das muss ich haben!" Hier erzählt der Star über die tiefe Liebe zu Mecklenburg-Vorpommern.

Platte Landschaft und unendliche Felder

Schon verrückt, wie andere meine Heimat wahrnehmen. Ein Kollege aus der Schweiz, den ich kürzlich durch die unendlichen Felder Mecklenburgs kutschierte, stellte erstaunt fest: "Oh, so platt hier!" Ja, richtig: so viel Platz! Genau das mag ich ja an Mecklenburg-Vorpommern. Im Sommer schnappe ich mir oft mein Rad und fahre los: Durch die langen Alleen, die es hier noch gibt. Durch die leuchtenden Rapsfelder. Durch alte Dörfer, in denen die Reifen übers Kopfsteinpflaster rumpeln. Manche Orte scheinen aus der Zeit gefallen. Da liest man verblasste Schriftzüge an den Hauswänden, und auf den Dächern nisten Störche.

Geboren bin ich in der Landeshauptstadt Schwerin, wo meine Mutter an der niederdeutschen Bühne spielte. Das Mecklenburger Platt klingt mir noch im Ohr, auch wenn wir Kinder stets angehalten wurden, Hochdeutsch zu sprechen. Auch den Duft der Mecklenburger Küche habe ich noch in der Nase. Die Menschen hier mögen es süßsauer: Die Gans wird mit Backpflaumen gefüllt, an den Sauerbraten kommen ordentlich Rosinen. Und solide Portionen werden aufgetischt. Bloß kein Schickimicki! Wer hier Eleganz und Weltläufigkeit sucht, könnte höchstens im Seebad Heiligendamm fündig werden, das heute wieder in altem Glanz erstrahlt. Vielleicht noch in Binz auf Rügen, wo die alte Bäderarchitektur wunderbar restauriert wurde. Aber sonst?

Eins sein mit der Natur

Mecklenburg-Vorpommern war immer Bauernland, hier geht es erdverbunden zu. Einige Jahre besaß ich mit meinem Mann ein Jugendferienheim in der Nähe des Städtchens Sternberg. Kamen Gäste, schlug ich vor: "So, jetzt gehen wir Fisch essen." Dann liefen wir runter zum kleinen Hafen, wo man an zwei riesigen Tischen draußen Aal auf die Hand bekommt. Einfach und gut. Das liebe ich!

Genau wie die Seen. Sie machen dieses Land aus: große, kleine, tiefe, reine. Etwa auf der berühmten Seenplatte bei Waren. Oder am Schaalsee, diesem Relikt der Eiszeit, bis zu 72 Meter tief. Hier holen Fischer Maränen aus dem Wasser. Man kann wunderbare Spaziergänge machen. Ein guter Startpunkt ist der "Gasthof am See", den Familie Pusback in Seedorf betreibt. Nach einem kleinen Imbiss am Steg, etwa einem Salat, den die Wirtin mit frischen Kräutern aus dem Garten zubereitet, wandert man am Ufer entlang, freut sich an urigen Bootshäusern und erreicht kurz vor dem Bilderbuchdorf Techin eine schöne Badestelle. Man fühlt sich vollkommen eins mit der Natur.

Kultur und Seen

Und Kultur? Natürlich hat meine Heimat auch davon viel. Schwerin hat sogar beides: Kultur und Seen. Sie ist eingebettet in fünf malerische Gewässer. Deshalb sollte man das Panorama von Stadt, Schloss und Dom unbedingt auch vom Wasser aus genießen, etwa auf dem Dampfer, der regelmäßig fährt. Oder per Leih-Kanu. Mein Lieblingsplatz ist die Gaststätte "Seglerheim", wo man im Sommer draußen sitzt und die Füße im Wasser baumeln lässt. Unbedingt empfehlenswert sind auch die Schlossfestspiele. Auf dem Rasen sitzend habe ich da den Klängen von "Aida" gelauscht, dazu ein Glas Wein, die romantischen Türme des Schlosses als Kulisse – perfekt. Hohe Kunst findet man in der Kirche von Güstrow, in der der berühmte Barlach-Engel hängt. Allerdings sollte man vorher anrufen, ob geöffnet ist.

In Greifswald, der Heimatstadt des Malers Caspar David Friedrich, entstand das Pommersche Landesmuseum mit einigen seiner Arbeiten. Und dann sind da noch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern im Juni: Wer einmal auf dem Landgestüt Redefin oder in der Scheune des Wasserschlosses Ulrichshusen klassische Musik gehört hat, während oben im Gebälk die Spatzen tschilpen, der wird jedes Jahr wiederkommen.

Wie tief ich die Heimat im Herzen habe, spüre ich jeden Tag. Ich wohne zwar in Berlin, aber Richtung Köpenick am See, genau dort, wo Berlin aussieht wie Mecklenburg. Mittlerweile habe ich sogar den Motorbootführerschein – und ein kleines eigenes Boot. Hauptsache, Wasser unterm Kiel!

Katrin Sass: meine Tipps

  • Schlossfestspiele Schwerin:

  • Sie finden dieses Jahr vom 17. Juni bis 24. Juli erstmals auf der Freilichtbühne im Schlossgarten statt. Aufgeführt wird die Oper "Der Freischütz". Arrangement: 1 Ü/F im DZ ab 177 Euro p. P. mit 3-Gang-Menü und Theaterkarte (Tel. 0385/575 50, www.crowne-plaza.m-vp.de).

  • Fast Noch ein geheimTipp:

  • Das "Fischhaus" ist ein kleines Hotel und liegt idyllisch am Ufer des Schaalsees. DZ mit Frühstück ab 89 Euro (Tel. 038851/559 90, www.fischhaus-schaalsee.de).

  • Romantische Tage:

  • Im Schlosshotel Klink an der Müritz mit 2 Ü/F im DZ, 2 Menüs, Wellness ab 199 Euro (Tel. 03991/7470, www.schlosshotel-klink.de).

    Autor: Katrin Sass