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Leuchtturm am Lister Ellenbogen bei List, Sylt.

Leuchtturm am Lister Ellenbogen bei List, Sylt; Bild: © picture-alliance / HB-Verlag

Raue Schönheit

Gaby Dohm über Sylt

Als sie das erste Mal nach Sylt kam, war sie zwölf oder 13 – und verliebte sich sofort in die Insel. Seitdem kommt Gaby Dohm immer wieder. Zuletzt im vergangenen Herbst, als sie hier für die TV-Komödie "Tante Inge haut ab" vor der Kamera stand. Damals feierte sie in der legendären "Sansibar" Geburtstag. "Ohne Sylt würde mir etwas fehlen", sagt sie. Warum, erklärt sie hier:

Viele Wege führen nach Sylt. Man kann per Fähre über die dänische Insel Rømø kommen. Oder auf dem kleinen Inselflughafen landen. Der klassische, schönste Weg aber führt mit dem Autoreisezug von Niebüll über den Hindenburgdamm. Rechts und links das Meer. Man kommt der Insel langsam näher. Das Feriengefühl hat Zeit, sich zu entfalten.

Gabi Dohm liebt lange Strandspaziergänge

Mein erster Weg führt mich stets zur "Sturmhaube". Die Lage zwischen Dünen und Meer, am Roten Kliff von Kampen, ist einfach einmalig. Es ist schon das dritte Lokal unter dieser Adresse – seine Vorgänger waren viel zu dicht an der Dünenkante gebaut. Hier ist die Brandung am schönsten, der Wind am stärksten, der Strandhafer am grünsten.

Sylt ist zu jeder Jahreszeit wunderbar. Natürlich im Sommer, wenn die Syltrosen und die Heide zu großer Form auflaufen. Im Herbst und Winter, wenn beim Strandgang der Wind an der Kleidung zerrt, die Wellen Schaumkronen tragen und die Insel nicht so überlaufen ist. Ganz besonderen Reiz entfaltet sie aber im Frühjahr, wenn die Natur wieder zum Leben erwacht, alles grün wird und sich erstem Blüten zeigen. Die Luft ist dann so frisch und salzig, dass man darin aufgehen möchte. Die ideale Zeit für lange Spaziergänge. Ob am endlosen Strand der Westseite, durch heidebewachsene Dünen oder durchs Watt an der Ostseite.

Ganz im Norden, am Ellenbogen, ist der Strand besonders breit und für Sylter Verhältnisse menschenleer. Doch wo man auch wandert, immer wieder stößt man auf gute Restaurants und entzückende Bistros für kürzere oder längere Einkehr. Irgendwo steht immer eine Bude, an der man einen Pharisäer trinken kann.

Westerland: Massagen, Sylt-Aquarium und Rote Grütze

An Regentagen gehe ich gern in die Sauna des "Hotels Stadt Hamburg" in Westerland. Hier bekommt man hervorragende Massagen. Auch beim Dreh von „Tante Inge haut ab“ habe ich mir ein paar gegönnt. Die Kosmetikerinnen sind ebenfalls sehr gut. Das Bistro übrigens auch. Die Westerländer Fußgängerzone ist dagegen keine Schönheit, aber ab und zu muss ein Bummel sein – und eine rote Grütze bei "Leysieffer". Und für Familien lohnen sich Besuche im Sylt-Aquarium und im Erlebnisbad Sylter Welle.

Auf der Insel gibt es sehr gute Galerien, etwa die Atelier-Galerie Sprotte in Kampen. Ich liebe die Landschaftsbilder und Inselmotive von Siegward Sprotte (1913–2004), vor allem die Sonnenuntergänge. Auch andere Galerien bieten Interessantes von nordischen Künstlern, sei es alte Malerei oder moderne Kunst. Außerdem mag ich die Antiquitäten, die Standuhren, die blaugrauen Möbel.

Streifzüge durch Dünen

Richtung Süden fahre ich mit dem Rad auf der ehemaligen Inselbahntrasse. Den Gesang der Lerchen und die Rufe der Austernfische im Ohr, den Duft von Heidekraut und Salzwiesen in der Nase, geht es runter bis nach Hörnum. Die Südspitze der Insel bietet reichlich Platz für Streifzüge zwischen Dünen und Wellen.

Doch auch die Ostseite Sylts hat großen Charme. Ein besonderes Kleinod ist die friesisch-herbe St.-Severin-Kirche in Keitum mit ihrer 800-jährigen Geschichte. Der Taufstein ist das älteste Stück der Kirche, der Flügelaltar ist mehr als 500, die von Kapitänen gestifteten Kronleuchter und die Kanzel sind über 300 Jahre alt. Dieses Gotteshaus ist ein Ort, an dem einem die lange Geschichte der Insel und ihrer Bewohner bewusst wird.

Käse- und Pflaumenkuchen sind Gabi Dohms Leidenschaft

Die Uwe-Düne, mit gut 52 Metern höchste Erhebung der Insel, bietet ein kleines bisschen Sahara-Feeling. Aber eigentlich fahre ich wegen des Café-Restaurants "Manne Pahl" hierher. Auf Mannes Käse- und Pflaumenkuchen fliege ich wie eine Wespe. Das war schon als Kind so. "Fisch-Fiete" in Keitum ist auch so ein Ort, an den ich immer wieder zurückkehre. Die Kacheln in der Gaststube, die Ober, die meinen Sohn schon als kleinen Jungen kannten – das alles hat so viel Vertrautes. Ich bin unterdessen Stammgast. Eine Insel-Reise ohne einen Besuch bei "Fiete"? Unmöglich! Dann wäre Sylt für mich nicht Sylt.

Reiseinfo: Viele Wege führen nach Sylt

  • Anreise

  • Per Bahn: Die Überfahrt mit dem Autoreisezug (35 Min.) kostet hin und zurück ab 70 Euro.
    Per Fähre: Von der dänischen Insel Rømø aus ist es etwas billiger.
    Direktflüge: April bis Oktober von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, Köln/Bonn, München, Münster/Osnabrück, Stuttgart. Beispiel: im März mit Air Berlin von Düsseldorf ab 75 €.

  • Unterkunft

    Ferienwohnungen in der Nebensaison ab 30 Euro für 2 Personen, etwa über www.sylt-travel.de.
    TUI-Dorfhotel Rantum, z. B. 6. bis 13. März ab 987 Euro (2 Erwachsene, 1 Kind).

  • Autor: Gaby Dohm