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Regensburg an der Donau

Die mittelalterliche Altstadt von Regensburg mit rund 1400 historischen Gebäuden gehört zum Weltkulturerbe. Foto: © picture-alliance / Manfred Segerer

Im TV: "Erlebnis Erde: Die Donau"

Entlang der Donau reisen

Grandiose Natur, malerische Städte: Die Donau, Königin der Flüsse, hat viele Gesichter – und ist immer einen Ausflug ins Blaue wert.


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"Brennpunkt: Hochwasseralarm - Der Kampf gegen die Flut"
03.06.2013, 20.15 - 21.00 Uhr, Das Erste

Die Dokumentation "Die Donau" heute Abend im Ersten entfällt!

Hochwasseralarm Passau

Die Hochwasserlage in Passau (Bayern) spitzt sich weiter zu. - Foto © picture alliance / dpa


Majestäten dürfen launisch sein. Die Donau, von Napoleon als "Königin der Flüsse" bewundert, ist deshalb auch für so manche Überraschung gut. Als einziger großer Strom des Kontinents fließt sie von Westen nach Osten.

Fast 3000 Kilometer legt sie auf ihrem Weg zurück, durchquert dabei zehn Länder. Schon auf ihren gut 600 Kilometern durch Deutschland präsentiert sie sich königlich und geheimnisvoll.

Die zweiteilige TV-Doku "Erlebnis Erde: Die Donau" (Teil 1: Deutschland, Mo., 3. Juni, 20.15 Uhr, Teil 2: Mo., 10. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste, siehe auch TV-Tipp rechts) folgt ihrem Lauf.

Die Quelle der Donau

Bei der Quelle fängt alles an. Doch wo genau liegt sie? Eine Version: Im Garten des Schlosses Donaueschingen entspringt der Donaubach, der in die Brigach mündet und seit der Römerzeit als symbolische Quelle gepriesen wird.

Schloss Donaueschingen
Alte Residenz Fuerstenberg, Donaueschingen. Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Bei Furtwangen hingegen tritt die Breg aus dem Felsgestein des Schwarzwalds – in 1100 Meter Höhe. Eine Gedenktafel verkündet über diese geografisch korrekte Donaugeburt: "Hier entspringt der Hauptquellfluss der Donau."

Oder man hält es einfach mit einem Merkspruch: "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg." Denn den berühmten Namen darf der Strom erst tragen, wenn sich die beiden kleineren Flüsse vereinigt haben.

Donauzusammenfluss Brigach und Breg
Donauzusammenfluss aus Brigach (r) und Breg (l) in Donaueschingen. Foto: © dpa - Bildarchiv

Noch mehr Rätselhaftes gefällig? Mitten in Baden-Württemberg verschwindet einer der mächtigsten Ströme Europas plötzlich – ein weltweit einzigartiges Phänomen. Zwischen Immendingen und Möhringen versickert das Wasser an rund 155 Tagen im Jahr durch Risse im Karstgestein. Unterirdisch bahnt sich die Donau dann einen neuen Weg.

Geologen gehen davon aus, dass sich dort weit verzweigte Hohlräume befinden. Am zwölf Kilometer entfernten Aachtopf kommt ein Teil des Wassers zum Vorschein, fließt in den Rhein und schließlich in die Nordsee – statt wie sonst ins Schwarze Meer.

Das obere Donautal

Nirgendwo auf ihrem weiten Weg zeigt die Donau so unterschiedliche Gesichter wie in Deutschland. Dazu gehören Schluchten und Täler. Bis zu 200 Meter hoch ragen die Felswände im Oberen Donautal himmelwärts. Über Jahrmillionen hat sich der damals wasserreichere Fluss in den Kalkstein der Schwäbischen Alb gegraben.

Noch spektakulärer wirkt eine Bootsfahrt durch die Weltenburger Enge. Auf fünf Kilometern zwängt sich das Wasser zwischen steilen Jurafelsen hindurch. Ursprünglich floss die Donau weiter nördlich. Ein kleiner Nebenarm schuf das Naturwunder. Erst vor rund 150.000 Jahren änderte die Donau ihren Lauf und nutzte das fremde Flussbett. Eine Schlucht aus zweiter Hand!

Weltenburger Kloster
Das Kloster Weltenburg an der Donau. Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Über weite Strecken hat der Mensch die Donau begradigt und zur modernen Wasserstraße ausgebaut. Doch es gibt sie noch, die wildromantischen Landschaften. Im oberen Donautal etwa, einem Naturjuwel, in dem Wanderfalken ein Rückzugsgebiet fanden. Die Felsmassive des "Schwäbischen Grand Canyon" eignen sich perfekt als Brut- und Jagdrevier der Greifvögel, die ihre Beute im spektakulären Sturzflug schlagen.

Der Talgrund hingegen ist die Heimat der Wasseramsel. Dicht über den dort reißenden Wassern der Donau gleitet sie dahin – und stürzt sich in den Fluss. Sie ist der einzige Singvogel, der tauchen kann.

Das Schwäbische Donaumoos

Östlich von Ulm wartet eine weitere Überraschung. Im Schwäbischen Donaumoos, entstanden nach der letzten Eiszeit, liegen letzte unberührte Moorflächen. Hier stochert der Große Brachvogel mit seinem 20 Zentimeter langen Schnabel nach Würmern und Insekten.

Hier sonnt sich die Europäische Sumpfschildkröte stundenlang am Ufer oder auch auf einem ins Wasser ragenden Baumstamm. Die Urzeitreptilien können exzellent schwimmen und tauchen und sind außer im Donaumoos nur noch in wenigen Regionen Deutschlands anzutreffen.

Sumpfschildkröte
Europäische Sumpfschildkroete (Emys orbicularis). Foto: © picture alliance / WILDLIFE

Wie wild die Donau früher überall an ihren Ufern aussah, zeigt sich unterhalb von Straubing. Auf 70 Kilometer Länge darf sie sich völlig frei durch die Landschaft winden. Es ist das Mündungsgebiet der Isar mit Auenwäldern, Altarmen und Kiesbänken – eine der letzten naturnahen Flussmündungen Deutschlands.

Der Biber ist zurück an der Donau

Wer Glück hat, kann ein Tier beobachten, das seine alte Heimat Donau zurückerobert hat – den Biber. Das größte europäische Nagetier fühlt sich dank intensiver Schutzmaßnahmen in den urwüchsigen Regionen am Flusslauf wohl und hilft mit seinen Dämmen, die Lebendigkeit des Stromes zu bewahren.

Auch der Mensch sucht seit Urzeiten die Nähe der Donau. Archäologen rekonstruierten etwa eine frühgeschichtliche Großstadt am Ufer: In der Nähe des oberbayerischen Manching entdeckten sie die Überreste einer keltischen Siedlung aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., einige Spuren reichen noch weiter zurück. Bis zu 10.000 Menschen sollen damals innerhalb der Stadtmauern gelebt haben.

Eine Fahrt auf der Donau führt vorbei an Burgen, die auf den Kalkfelsen der Schwäbischen Alb thronen, an Klöstern und dem Hohenzollernschloss Sigmaringen, an romantischen Orten wie Leibertingen und Städten wie Passau, wo blaue Donau, grüner Inn und schwarze Ilz zusammenfließen.

Sumpfschildkröte
Der St. Stephan-Dom von Passau. Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Städteziele an der Donau

Imposante Schlösser, Kirchen und Kulturdenkmäler – die Städte am Donaulauf haben viel zu bieten:

  • Sigmaringen
  • Eindrucksvoll thront das Schloss der Hohenzollern über dem Ort. Von hier lohnt sich ein Ausflug zum Benediktinerkloster Beuron.

  • Ulm
  • In der Geburtsstadt Albert Einsteins steht der höchste Kirchturm der Welt. Das Ulmer Münster ragt 161,53 Meter in den Himmel.

    Regensburg
    Die mittelalterliche Altstadt von Regensburg mit rund 1400 historischen Gebäuden gehört zum Weltkulturerbe.

  • Passau
  • Den Mittelpunkt dieser italienisch anmutenden Dreiflüssestadt bildet der barocke Dom St. Stephan mit der Neuen Bischöflichen Residenz.

    Autor: Kai Riedemann