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Moselinsel vor Épinal © ZDF/Philip Flämig

Moselinsel vor Épinal. - Foto © ZDF/Philip Flämig

Magie der Mosel

Dreiteilige TV-Doku über die Mosel

Ein Gedenkstein in 715 Meter Höhe markiert ihre Quelle: Hier, in den Vogesen, nahe dem Ort Bussang, zeigt sich die Mosel noch als schmaler Gebirgsbach wie viele andere. Auf den folgenden 544 Kilometern aber wird sie sich in eine Schönheit verwandeln. Schon bei Épinal ist sie zu einem Flusslauf angewachsen, auf dem 100 Meter lange Schiffe fahren. Mehr noch: Mit ihren vielen Seen und Nebenarmen erinnert sie an eine Miniaturausgabe des Amazonas.

Über einen Stichkanal ist sie mit dem Canal des Vosges verbunden, weiter über Saône und Rhone könnte man bis zum Mittelmeer reisen. Von Metz mit seiner stolzen Kathedrale ist es nicht mehr weit bis Luxemburg. Auf den folgenden 39 Kilometern markiert die Mosel die deutsch-luxemburgische Grenze. Kaum hat sie Frankreich verlassen, trifft sie auch schon auf einen kleinen Ort mit großem Namen: Schengen, durch das Abkommen zur Freizügigkeit in der Europäischen Union weltweit ein Begriff.

Gegenüber am deutschen Ufer liegt Perl, ab 12. April Startpunkt des Moselsteigs, der in 24 Etappen die schönsten Abschnitte der rund 100 Jahre alten Moselhöhenwege verbinden und dabei 13-mal den Fluss queren wird. Vorbei geht’s an den Zwillingsorten Wasserbillig (Luxemburg) und Oberbillig (Deutschland), die durch eine kleine Autofähre miteinander verbunden sind. Dann weiter über Konz Richtung Trier.

Schon im ersten Jahrhundert v. Chr. bauten die Römer hier Wein an. Im dritten Jahrhundert n. Chr. war Trier bereits die größte römische Siedlung nördlich der Alpen. Heute ist es die älteste Stadt Deutschlands. Und Geburtsort von Karl Marx. Nicht nur Kinder werden viel Spaß daran haben, in Trier auf Spurensuche nach Relikten aus römischer Zeit zu gehen. Auch die nächsten größeren Ortschaften tragen berühmte Namen: Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach, heute sehr beliebte Ausflugsziele.


TV Tipp:

26.3. 19.30 Uhr, Arte
Die Mosel - Ein Fluss verbindet drei Länder.
Teil 2 und Teil 3 der Doku folgen am 27. und 28.3.


Das Monte Carlo der Mosel

Wer sich jedoch die Mühe macht und aus den Besucherströmen ausschert, kann so manchen Schatz entdecken.
Das Monte Carlo der Mosel Beispielsweise in Traben-Trarbach, das im 19. Jahrhundert nach Bordeaux der wichtigste Weinhandelsplatz der Welt war und in den 1930er-Jahren ob seiner Promidichte als das Monte Carlo der Mosel galt. An die Belle Époque erinnern die zahlreichen Jugendstilvillen und das "Bellevue", das einzige originalgetreu erhaltene Jugendstilhotel Deutschlands. Mithilfe alter Postkarten versetzte Hotelier Matthias Ganter auch kleinste Details in den Ursprungszustand. Eine im Jugendstil erbaute Kellerei am Moselufer beherbergt heute Europas größtes Buddha-Museum.

Höchst bemerkenswert ist auch die Unterwelt des Weinortes: Das weit verzweigte System aus über 30 Kellern, unter Traben wie unter Trarbach, kann in speziellen Führungen besichtigt werden, mit einer Weinprobe inklusive.Auch Cochem ist ein Touristenmagnet, nicht zuletzt wegen der weithin sichtbaren, rund 1000 Jahre alten Reichsburg. Puristische Architekturkenner wenden zwar ein, dass das Äußere des imposanten Baus wesentlich von der Burgenromantik Ende des 19. Jahrhunderts geprägt wurde, als ein Berliner Kaufmann die Ruine als Familiensitz wieder aufbauen ließ. Entstanden ist so aber schlichtweg ein Traum von einer Burg.

Ein hundertprozentiges Original hingegen ist Burg Eltz. Zwar liegt sie nicht an der Mosel, sondern wenige Kilometer nördlich am Elzbach, doch der kleine Abstecher lohnt sich in jedem Fall. Die Anlage aus dem 12. Jahrhundert mit ihren zahllosen ineinander verschachtelten Anbauten und Innenhöfen wurde niemals erobert oder verwüstet und befindet sich seit unglaublichen 33 Generationen in Familienbesitz. Nicht von ungefähr zierte Burg Eltz den 500-Mark-Schein sowie eine Briefmarke Bevor sich die Mosel am Deutschen Eck in Koblenz standesamtlich nüchtern mit dem Rhein vermählt, liegen zwei weitere Höhepunkte der Ritterwelt am Weg: Burg Thurant bei Alken und die Ehrenburg bei Brodenbach, wo im Juli und August Sommerfestspiele stattfinden.
Jetzt ist man auf der Mosel richtig in Schwung gekommen – schade eigentlich, dass am Rhein plötzlich alles zu Ende ist.

Autor: Thomas Röbke