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Berlin

Foto © www.piqs.de / THArchitekt, CC (Some rights are reserved.)

"Diese Stadt ist mein Star"

Til Schweiger über Berlin

Seit vier Jahren lebt Til Schweiger in Berlin, und er hat der Stadt in kurzer Zeit mehr zurückgegeben als manches Berliner Original. Schon "Keinohrhasen", sein gigantischer Kinoerfolg von 2007, war pure Sympathiewerbung, die in der Fortsetzung "Zweiohrküken" noch vertieft wird. Die brillante Beziehungskomödie startete am 3. Dezember im Kino. "Ich lasse Berlin glänzen", sagt der 45-Jährige. "Das haben vor uns noch nicht viele im Film gemacht." Warum es ihm eine Herzensangelegenheit ist, beschreibt er hier exklusiv für HÖRZU.

Berlin, wie haste dir verändert – das sagt man hier. Ich finde: nur zum Besten. Als Filmemacher achtet man auf Details, verwandelt sie im Kopf gleich in Bilder und Szenen. Eine Liebeskomödie wie "Zweiohrküken" könnte überall spielen. Doch Berlin ist Hauptstadt. Die einzige Weltmetropole Deutschlands, kapriziös, bodenständig, chaotisch, zärtlich und brutal. Diese Stadt ist ein Star – für mich unwiderstehlich.

Prenzlauer Berg

Der Mauerfall war ein Glücksfall. Denn schöner noch als der alte Westen sind die Quartiere im Osten: Prenzlauer Berg zum Beispiel hat sich herausgeputzt und mehr Charme als selbst das schicke Wilmersdorf. Zu DDR-Zeiten dämmerte dort alles im ursprünglichen Zustand vor sich hin, doch nach der Wende wurde die alte Bausubstanz mit viel Geld restauriert. Jetzt mischen sich hier Jung und Alt, Mütter und Freischaffende, Handwerksbetriebe und Hinterhofkünstler. Toll ist auch die Wiederkehr des Prachboulevards Unter den Linden: Schon Friedrich I. hatte die Straße um 1700 zur eleganten Flaniermeile aufgewertet. Zu DDR-Zeiten war sie dann völlig heruntergekommen. Nun erstrahlt sie in altem Glanz und kann mit den Boulevards anderer Metropolen der Welt locker mithalten.

Kreuzberg

Mehrere Szenen haben wir in der Friedrichstraße gedreht. Sie reicht von Kreuzberg bis Mitte, hat die übelsten Bausünden überlebt. Heute steppt hier und in den Querstraßen der Bär. Es gibt eine enorme Auswahl: Ob Designertempel wie das Quartier 206 oder schräge Mode aus Ein-Mann-Ateliers, ob Autohaus, Coffeebar oder feines Restaurant – das Nebeneinander ist friedlich. Es herrscht eine super Stimmung in der Stadt. Obwohl Berlin auch aggressiv ist.

Wenn ich mit dem Fahrrad von Kreuzberg zu meiner Produktionsfirma in Prenzlauer Berg will, werde ich von Autofahrern angemacht. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, schlägt mir jeder zweite Fahrradfahrer aufs Blech. Ich nehme es meistens sportlich. Für den Kneipenbesuch sollte man eh auf U-Bahn, Bus oder S-Bahn umsteigen. Der Nahverkehr ist unglaublich gut vernetzt. Man kann in Berlin für 150 Euro ein ganzes Wochenende verbringen – inklusive Übernachtung. Das ist unheimlich billig, günstiger als in jeder anderen europäischen Großstadt. Übernachtungen im Hostel gibt es für 30 Euro, vom Rest lebt die Gastronomie.

In Kreuzberg und Friedrichshain pennen Scharen von Italienern und Spaniern, die vor allem wegen des kreativen Clublebens kommen. Dass Berlin im Ausland ein super Image hat, spüre ich bei jedem Besuch internationaler Kollegen. Darauf können wir schon stolz sein. Berlin hat so viele Topläden, dass sich Ratschläge verbieten. Drei meiner Lieblingslokale zeige ich jedoch im Film: den "Rodeo Club" (Mitte, Auguststraße 5a), das "Ganymed" (Mitte, Schiffbauerdamm 5) und das weitläufige Ausflugslokal "Schildhorn" an der Havel im Grunewald (Straße am Schildhorn 4a).

In Berlin bin ich sowieso am liebsten auf dem Wasser. Das habe ich dieses Jahr entdeckt, als mich Freunde auf eine Spree-Tour mitgenommen haben: von Mitte bis Köpenick. Berlin vom Wasser aus zu sehen ist ein Erlebnis. Es gibt keine Stadt in Europa, die so viel Wasser hat. Berlin – sagte ich das schon? – ist eben ein Mega-Star.

Autor: Til Schweiger - Foto © www.piqs.de / THArchitekt, CC (Some rights are reserved.)