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London

Piccadilly Circus ist der bekannteste Platz der Stadt London. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

"Diese Stadt schmeckt mir!"

Steffen Henssler über London

Abwarten und Tee trinken? Dafür sollte man sich andere Orte aussuchen als London. Das weiß Steffen Henssler aus eigener Erfahrung. Der Hamburger Starkoch ("Henssler & Henssler") verzichtet hier sogar auf das Frühstück, um schnell ins Stadtleben einzutauchen. In HÖRZU verrät Henssler, der ab dieser Woche das neue Kochquiz "Topfgeldjäger" im ZDF moderiert (siehe TV-Tipp rechts), warum ihn die Stadt an der Themse so mitreißt.

London ist nicht zu bremsen. Die Metropole ist immer in Bewegung. Ständig im Wandel. Und voller Energie. Einmal im Jahr muss ich dorthin, um mich inspirieren zu lassen. Aus London kommen so viele gute Ideen und Trends. Für mich ist es die kreativste Stadt in Europa. Wahrscheinlich zähle ich deshalb zu den etwa 27 Millionen Menschen, die jährlich aus aller Welt in die britische Hauptstadt reisen. Mich reizt das privat, aber auch beruflich. Ich muss hier dringend mit einem Vorurteil aufräumen: Die Londoner Küche ist nicht gleichzusetzen mit der britischen. In London kann man fantastisch essen. Wegen der vielen internationalen Einflüsse, besonders aus Asien. Mich zieht es in die japanischen Restaurants, etwa das "Nobu" (Old Park Lane im eleganten Stadtteil Mayfair) und das "Zuma" (Raphael Street an der U-Bahn-Station Knightsbridge).

Mein Restaurant an der Elbe geht in eine ähnliche Richtung, und irgendeine Idee nehme ich immer mit. Zuletzt war es gegrillter Spargel, der ganz leicht mit Sojasauce lackiert und dann weiter gegrillt wird. Fantastisch! Auch das Design ist top: die Einrichtung und das Geschirr. Mit den Augen klauen ist ja erlaubt. Was mich immer wieder fasziniert, ist, dass die Pubs und Restaurants ab spätestens 18 Uhr rappelvoll sind. Ich habe das Gefühl, die Londoner müssen alle in ganz kleinen Wohnungen leben, in denen es vor Enge kaum auszuhalten ist. Deshalb sollte man auch unbedingt einen Tisch reservieren und es nicht persönlich nehmen, wenn man nach zwei Stunden seinen Platz wieder räumen muss, weil die nächsten Gäste kommen. Das geht hier jedem so. Man muss sogar für Fish & Chips anstehen. Tag und Nacht.

Der Brite erträgt das Warten mit stoischer Ruhe. Ich glaube, das ist eines der Geheimnisse dieser Siebeneinhalb-Millionen-Stadt: Sie ist voll, laut und schnell, aber sie macht einen nicht hektisch. Auch ich stehe bei jedem Besuch mindestens einmal in einer Fish-&-Chips-Schlange. Das ist eines meiner Reiserituale: In jeder fremden Stadt esse ich ein typisches Gericht. Ich mag Klassiker. Das London Eye gehört für mich inzwischen dazu. Das 135 Meter hohe Riesenrad ist das höchste der Welt und in den vergangenen zehn Jahren zum Wahrzeichen geworden. Die Kabinen wirken wie übergroße Pillenkapseln. Der Blick ist grandios: Bis zu 40 Kilometer weit reicht er bei klarem Wetter – für das Großbritannien ja bekannt ist. (Ein bisschen schwarzer Humor wird in einem London-Text erlaubt sein!)

Autor: Steffen Henssler