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Blick auf den Turning Torso in Malmö

Blick auf den Turning Torso in Malmö. Foto: © dpa

Sommertraum Südschweden

Reisen zum ESC nach Malmö

Weite, Stille, herrliche Natur: So kennen wir den Süden Schwedens. Doch nichts ist derzeit so aufregend wie das neue Malmö, die Stadt, in der jetzt der "Eurovision Song Contest" (ESC) 2013 stattfindet.

Die Luft ist klar, der Wind seidig, der Himmel unendlich. Die Tage sind so lang und licht, dass einem auch in der Seele ganz hell wird. Sommerrausch in Schweden! Malmö, das alte, junge Zentrum im Süden des Landes, beglückt dann mit mehr als 17 Stunden Tageslicht. Die Stadt strahlt. Sie pulsiert. Sie feiert sich.

Am 18. Mai schaut die ganze Welt auf Malmö und den "Eurovision Song Contest" (ESC) (live im Ersten, 21.00 Uhr, siehe auch TV-Tipp rechts).

Zum ESC nach Malmö

Und das lohnt sich. Der einstige graue Hafen- und Industrieort hat sich gemausert. Seit einigen Jahren steht Schwedens drittgrößte Stadt nicht mehr im Schatten von Stockholm und Göteborg. Sie hat sich zum Schmelztiegel für Menschen aus aller Welt entwickelt und liegt im Trend, vor allem bei jungen Leuten, die avantgardistische Architektur, Szenekneipen und ein aufregendes Kulturleben schätzen.


Reisetipps: Malmö & den "Eurovision Song Contest" erleben!

  • Anreise
  • Per Pkw über Flensburg, Kopenhagen und die Öresundbrücke nach Malmö.

  • Shows zum ESC in Malmö
  • Das Finale findet in der Malmö Arena statt. Public Viewing im Eurovision Village. Aftershow-Party im Club "Slagthuset".

  • Unterkunft
  • Eine Hotelübernachtung in Malmö kostet während des Contests im Schnitt 163 Euro, danach etwa 130 Euro (über www.swoodoo.com).

    Wer die Region erkunden will: Ferienhäuser für 4 Pers. In Skåne oder Småland: ab 300 Euro pro Woche (Tel. 040/688 71 51 82, www.novasol.de).

  • Auskunft
  • Touristeninformation
    Tel. 069/22 22 34 96
    www.visitsweden.com


    Malmö – eine Stadt am Meer

    Hafenstadt Malmö

    Blick auf den Bahnhof der Hafenstadt Malmö. Foto: © dpa

    Malmö ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten – vor allem für jene, die das Wasser lieben. Überall kann man hier das Meer riechen. Den ganzen Stadtplan durchziehen blaue Bänder: Die Altstadt ist noch von Wassergräben umgeben, der zweieinhalb Kilometer lange Ribersborgsstrand ist die Lieblingsstrecke vieler Jogger, Ruderer tauchen ihre Paddel tief in einen der vielen Kanäle, und die Bucht des modernen Westhafens ist weiß gesprenkelt vor lauter Segeln.

    Neben Blau dominiert in Malmö auch die Farbe Grün – in den vielen Parks, auf den großen Plätzen, an den breiten Straßen und den prächtigen Boulevards. Die Stadt will erfahren werden, am besten mit dem Rad.

    Sehenswürdigkeiten von Malmö

    Die Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander, die Höhenunterschiede sind gering. So lassen sich Schloss, Altstadt und moderne Viertel problemlos an einem Tag entdecken, ohne dass man sich die Füße wund läuft.

    Erst einmal auf in die Moderne: Wo noch vor 30 Jahren Containerschiffe gebaut wurden, macht sich heute ein ökologisch nachhaltiger Stadtteil breit – Västra Hamnen. Hochmoderne, architektonisch interessante Wohn- und Bürohäuser schmücken jetzt das ehemals heruntergekommene Gelände der Kockums-Werft. Fast schon futuristisch mutet der 2005 eröffnete Turning Torso an, ein190 Meter hoher spiralförmiger Turm. Immer wieder muss man anhalten, um innezuhalten.

    Wohnhochhaus Turning Torso in Malmö

    Wohnhochhaus Turning Torso in Malmö, das höchste Gebäude Schwedens. Foto: © picture alliance / Lars Halbauer

    Schöne neue Ökowelt: Viele Parks und Grünflächen, künstliche Süßwasserbäche und Springbrunnen bilden die Ruhepole inmitten von Energiesparhäusern, die in einem bunten architektonischen Stilmix gestaltet wurden. Autos sind entweder ganz verboten oder dürfen nur sehr langsam fahren. Hier könnte man stundenlang verweilen.

    Kulinarisches Malmö

    Zum Einkehren empfiehlt sich etwa das "Salt & Brygga", eines der besten schwedischen Biorestaurants. Es bietet eine Topküche, Ökomöbel und gratis dazu einen tollen Ausblick aufs Meer und die Öresundsbron, jene spektakuläre Brücke aus Beton und Stahl, die Schweden mit Dänemark verbindet.

    Björn Stenbeck, Patron der Brasserie, ist Slow-Food-Anhänger. Alle Produkte kommen aus ökologischen Betrieben. Den Lachs liefern Farmen, die den Bestand deutlich niedriger halten als die auf maximalen Gewinn ausgerichteten Konkurrenten. Das schmeckt man. Kulinarische Freuden versprechen auch die selbst eingelegten Heringe in verschiedenen Saucen und das Rentiercarpaccio.

    Malmös Altstadt Gamla Staden

    Das Rathaus von Malmö

    Das Rathaus von Malmö. Foto: © dpa

    Richtungswechsel: Man radelt zurück in die Historie. Und in die Beschaulichkeit. Die Altstadt Gamla Staden lädt dazu ein, das Fahrrad anzuschließen. Es gibt viel zu bestaunen: auf dem kopfsteingepflasterten Platz Lilla Torget etwa die schönen Terrassencafés und die bunten Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, auf dem Platz Stortorget das Rathaus im Stil der Renaissance und die Reiterstatue des ehemaligen Königs Karl X. Gustav.

    Sich treiben zu lassen ist ein Genuss. So viele Hingucker auf kleinstem Raum! In einem stillgelegten Elektrizitätswerk präsentiert das Moderna Museet zeitgenössische Kunst. Spektakuläre Licht- und Raumspiele erlebt man in der Malmöer Kunsthalle und architektonische Pracht an der Malmöer Oper und der Burgfestung Malmöhus.

    Skåne und Ystad

    Sandstrände in Südschweden

    Strand von Ystad. Foto: © picture-alliance / Reinhard Kungel

    Nach einigen Tagen in dieser Stadt, die so anregend lebendig ist und doch so wenig Metropolenhektik aufkommen lässt, zieht es einen weiter. Hinein in die Weite und Stille Südschwedens. Schon hinter der Stadtgrenze beginnt die Erholung. Wer allerdings mit Tunnelblick Kilometer frisst, übersieht die vielen Naturschönheiten des Landes: Da ist die fruchtbare, sanft gewellte Landschaft von Skåne im äußersten Süden mit den weiten Feldern, der urwüchsigen Halbinsel Bjäre und ihrem alten Fischerdorf Torekov. Kilometerlange seichte und helle Strände säumen die Küste etwa bei Skanör und Falsterbo – viel Platz zum Entspannen.

    Spannend wird es dagegen in Ystad. Das Städtchen mit fast 300 pastellfarbenen mittelalterlichen Fachwerkhäusern ist inzwischen weltberühmt. Die Wallander-Krimis von Henning Mankell spielen hier. Und alles ist wirklich so zauberhaft, wie man es aus den Filmen kennt.

    Ystad

    Das pittoreske Ystad dient als Kulisse für die Wallander-Filme. Foto: © picture alliance/HAFEN-FOTOS.DE

    Småland

    Auf nach Bullerbü! Wenn es einen Landstrich gibt, der die Erinnerungen an die heiteren schwedischen Kindheitssommer der Astrid-Lindgren-Bücher wachruft, dann ist es Småland. Seine vielen Seen und lichten Wälder, seine kupferroten Holzhäuser mit den typischen weißen Fensterrahmen, seine glatt gewaschenen Schären, die wie Schildkrötenrücken aus dem Meer ragen, seine Atmosphäre aus Idylle und Abenteuer – in kaum einer anderen Ecke Europas zeigt sich die Natur noch so urwüchsig wie zwischen Vättersee und Kalmar.

    Kupferrotes Holzhaus in Smaland

    Ein typisches, kupferrotes Holzhaus in Smaland. Foto: © picture alliance/Mary Evans Picture Library

    Hier findet jeder sein kleines Paradies – und sei es nur für ein paar Wochen im Ferienhäuschen. Mit heiterem Herzen springt man vom eigenen Badesteg in den See, angelt mit den Kindern, sammelt Pilze und Beeren, beobachtet Elche, radelt stundenlang über Feldwege oder genießt einfach das süße Nichtstun auf der Veranda.

    Das Schöne: Im Sommer hält man sich den ganzen Tag draußen auf, auch wenn es mal regnet. Fröhlich isst und trinkt man sich dann in die langen, hellen Nächte. Geschlafen wird später. Es ist wie im Film "Das Lächeln einer Sommernacht", jener bezaubernden Liebeskomödie, in der Schwedens Starregisseur Ingmar Bergman zeigte, wie die ewige Sonne die Menschen ein bisschen verrückt macht, ein bisschen verliebt – und vor allem sehr, sehr ausgelassen.

    Autor: Anja Matthies