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Barcelona

Um 1900 gestaltete Künstler Antoni Gaudí den Park Güell, eine Garten- und Wohnanlage, die heute Weltkulturerbe ist. - Foto © picture-alliance/ dpa

Atemberaubend schön

Peter Lohmeyer über den Zauber Barcelonas

Er ist in der Welt viel herumgekommen. Doch eine Stadt hat es ihm besonders angetan. Vor 18 Jahren gab Peter Lohmeyer dort ein Theatergastspiel, seitdem geht er regelmäßig auf Reisen. "In Barcelona könnte ich leben", sagt der TV-Star, dessen neuer Krimi "Wolfsfährte" am 30. Oktober im Fernsehen lief. "Die Stadt ist sehr entspannt, hat einen vernünftigen Fußballclub und ist gut vernetzt." Wie man die Metropole ganz individuell entdecken kann, beschreibt er exklusiv in HÖRZU.

Wer Barcelona erobern will, muss einfach ganz genau hinsehen, sich treiben lassen durch diese stolze, schöne Stadt. Man kann sie gut zu Fuß erkunden. Lassen Sie die Busse mit den offiziellen Stadtrundfahrten links liegen, die Stunde um Stunde die Altstadt und das gotische Viertel Barri Gòtic mit Besuchern überschwemmen. Viel entspannter ist es, sich dem Rhythmus der Einheimischen anzupassen, ihren Lebensgewohnheiten nachzuspüren. Etwa am frühen Abend in einer Stehkneipe bei eingelegten Fischchen oder hauchdünnen Schinkenscheiben Nirgendwo schmecken diese kleinen Happen, die sogenannten Tapas, ehrlicher.

Mein Tipp: Die Bar Tomás (C/Major De Sarrià, 49) macht Patatas bravas, frittierte Kartoffelspalten, die hier mit einer scharfen Knoblauchsauce serviert werden. Meine Favoriten!
Die Bar liegt in Sarrià-Sant Gervasi, einem 1000 Jahre alten Stadtteil, der sich vom Zentrum zum Hausberg Barcelonas, dem Tibidabo, erstreckt. Auf ihm befindet sich ein alter Freizeitpark, der eine grandiose Aussicht über die Stadt bietet.

Barcelona ist die schönste Metropole Spaniens – und die am wenigsten spanische zugleich. Denn sie ist zuallererst die Hauptstadt Kataloniens. Die Einheimischen sind stolz auf ihre Eigenständigkeit, ihre Unabhängigkeit vom Zentralstaat. Alle öffentlichen Schilder sind zweisprachig, Katalanisch und Kastilisch (Hochspanisch). Unter den Einwohnern wird vorwiegend Katalanisch gesprochen. Das jahrhundertealte Streben nach Autonomie hat auch den letzten großen Wandel Barcelonas überdauert. Für die Olympischen Sommerspiele 1992 wurden große Teile der Stadt komplett saniert: mit Milliardenaufwand, aber ohne Rücksicht auf Verluste.

Berüchtigte Hafenbezirke sind nun radikal modernisiert, der Drogenhandel verscheucht, futuristische Gebäude errichtet. Das neue Barcelona ist nicht mehr das alte, aber es hat viel von seiner Identität bewahrt – und ist zur urbanen Trendsetterin geworden. Wie schon einmal, als mit dem Künstler Antoni Gaudí um 1900 der "Modernisme" Einzug hielt. Zu den Gewinnern zählt das frühere Arbeiterviertel El Raval, das nun von Kulturschaffenden und Studenten bevölkert wird. Ein Geheimtipp ist noch der Stadteil Poble Sec, zwischen Raval und dem Montjuïc gelegen. Hier gibt es seit den Olympischen Spielen viele schöne, günstige Hotels und Apartments.

Ich liebe es, ins Kulturhaus "Maumau" zu gehen (C/Fontrodona, 33). Das ultramoderne Kunstzentrum mit Club Lounge wurde in eine alte Lagerhalle integriert. Es ist ideal für Ausstellungen, Theater und Lesungen. Barcelona gelingt das Kunststück, eine weltoffene Stadt zu sein, die trotzdem ihre Tradition pflegt. Im ältesten Stadtteil, dem Barri Gòtic, wo auch der Bürgermeister residiert, atmet jeder Stein Geschichte. Die Werke des katalanischen Architekten Antoni Gaudí (1852–1926) prägen ganz Barcelona und verbreiten überall magisches Flair. Am bedeutendsten ist seine Kathedrale Sagrada Familia – ein Jahrhundertbauwerk, das bis heute nicht vollendet wurde. Ebenso einmalig: der märchenhafte Parc Güell, den Gaudi einem unwirtlichen Terrain abrang.

Überall atmet man frische, salzige Seeluft. Die Millionenmetropole liegt direkt am Meer. Bei einem Bummel durch die Stadt eröffnen sich immer wieder überraschende Blicke aufs Mittelmeer. Direkt zum alten Hafen führt auch die Flaniermeile Las Ramblas, weltberühmt, aber gerade mal 1200 Meter lang. Die Ramblas, eine Abfolge von fünf Boulevards, sind fest in Touristenhand, aber eine Augenweide. Hier tummeln sich Blumen- und Vogelhändler, Akrobaten und Clowns. Legendär auch der Mercat de la Boqueria: Die Markthalle, komplett aus Stahl konstruiert und mit Glasmosaiken dekoriert, ist wunderschön. Und die Farbenpracht an den sorgfältig aufgebauten Obst-und Gemüseständen macht mich immer noch sprachlos. Ebenso wie die Vielfalt an den Fischständen.

Nur ein Stück entfernt breitet sich der Strand aus, weit und weiß. Vom Ende der Ramblas aus sind es etwa 15 Minuten zu Fuß. Die Fischrestaurants an der Promenade haben sich noch nicht zu schick gemacht, der frische Tagesfang ist bezahlbar. Nach Sonnenuntergang findet hier manchmal Feuerwerk statt. Ja, in Barcelona kann man es aushalten.

Barcelona im Winter: viel günstiger als in der Hochsaison

Infos: Homepage des Fremdenverkehrsamts: www.barcelonaturisme.com Tipp: Mit der Barcelona Card (2 Tage 24 €) kann man alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen, dazu viele Preisnachlässe für Museen, Zoo, Theater, Restaurants.
Flüge: Etwa mit easyJet, Germanwings oder Air Berlin, z. B. Dortmund–Barcelona u. zurück: ca. 141 € im Dezember (easyJet).
Hotel-Tipps:
Fira Palace: 4-Sterne-Hotel im Viertel Poble Sec mit den wohl größten Hotelzimmern der Stadt (alle 42 qm). DZ ab ca. 178 € im Winter. Av. Rius i Taulet, 1–3
B Hotel: Designerhaus, 3 Sterne, minimalistischer Stil, im Stadtteil Eixample. Schwimmbad auf der Sonnenterrasse. DZ ab ca. 69 € im Winter. Gran Via de les Corts Catalanes, 389–391
NH Cornellá: 3-Sterne-Hotel, noch Innenstadtlage, einfache Ausstattung. DZ ab ca. 52 € im Winter. Av. Can Corts 11–13
Gran Hotel Gargallo Barcino: 4-Sterne-Hotelklassiker im Barri Gòtic, DZ ab 164 € im Winter. C/Jaime I, 6

Autor: Peter Lohmeyer