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Kopenhagen, Dänemark  - Foto © Getty Images/Flickr Open

Ein Loblied auf den Charme der dänischen Hauptstadt.- Foto © Getty Images/Flickr RF

Die dänische Hauptstadt

Kopenhagen

Auf den ersten Blick wirkt die Stadt adrett. Nett, zuvorkommend, gepflegt, gemütlich, also "hyggelig", wie die Dänen sagen. Das trifft besonders auf die Touristenattraktionen von Kopenhagen zu, etwa auf den Nyhavn, den Neuen Hafen, der tatsächlich aber der alte Handelshafen ist.

Beiderseits säumen ihn bunte Häuschen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Hans Christian Andersen wohnte hier, in Nummer 20 und Nummer 67. Heute beherbergen die alten Gebäude Restaurants mit Uferterrassen. Einen kurzen Fußweg entfernt posiert die Kleine Meerjungfrau. Nur 1,25 Meter misst die Bronzestatue, Dänemarks berühmteste Sehenswürdigkeit. Wie der Nyhavn gehört sie zum Pflichtprogramm der vielen Besucher, die meist nur für einen Tag anreisen, aus Norddeutschland oder aus dem Dänemark-Strandurlaub. Anschließend bummeln die Tagesgäste die Strøget entlang, die Einkaufsstraße und Fußgängerzone mit edlen historischen Gebäuden und vielen verschiedenen Boutiquen: von der preiswerten dänischen Modemarke Vero Moda bis hin zu Topdesignern von Hermès bis Prada.
Shopping schreibt man in Kopenhagen extra groß – der dänische Name København heißt übersetzt ja so viel wie "Kaufhafen".

Freundliche, mutige Stadt

Wenn die Tagesgäste die Stadt verlassen, hat sich ihr Kopenhagen-Bild meist bestätigt: aufgeräumt, einladend, niedlich. Das passt auch wunderbar zu dem Image, das die letztjährige Siegerin des "Eurovision Song Contest" verströmt: Emmelie de Forest. Mit zerzaustem Haar, Flatterkleid und barfuß sang die Dänin ihr schönes, schlichtes Lied "Only Teardrops", dem Kopenhagen nun die Ehre verdankt, den "Eurovision Song Contest" 2014 ausrichten zu dürfen.

Doch diese Eindrücke zeigen nur eine Seite der Stadt. Wer sich entscheidet, zwei, drei Tage oder länger nach Kopenhagen zu reisen, kann viele Überraschungen erleben. Je weiter man in die Stadt eindringt, desto vielseitiger zeigt sie sich – bis hin zur Widersprüchlichkeit. Dann wird die Reise erst richtig spannend. So zum Beispiel im alten Arbeiterviertel Nørrebro, in dem heute junge Designer ihre Kreationen anbieten. Auch gastronomisch herrscht die Fantasie in Nørrebro: Bistros servieren Neuinterpretationen des Klassikers Smørrebrød – Käse, Fisch, Wurst, Eier, Gemüse und Saucen, kunstvoll auf Brotscheiben drapiert. Zwei Sternerestaurants finden sich ebenfalls in dem bunten Stadtteil, das "Kiin Kiin" mit asiatischer und das "Relæ" mit dänisch-internationaler Küche. Anders als viele vermuten, ist Kopenhagen nämlich ein Gourmetreiseziel: Der "Guide Michelin" zeichnete kürzlich 15 Restaurants in der Stadt und ihrer Umgebung mit insgesamt 17 Sternen aus. Die Preise sind durchaus reell: Das Sieben-Gänge-Menü im "Relæ" kostet abends 90 Euro, ein viergängiges Mittagessen gibt es dort für 50 Euro.


Kopenhagen
Die Königliche Oper auf der Insel Holmen von Kopenhagen - Foto © Getty Images/Flickr Open

Musik und Kunst von Weltrang

Schlager, Pop und Folkmusik beim "Eurovision Song Contest" – schön und gut. Aber die eigentliche musikalische Sensation geht im Königlichem Opernhaus über die Bühne. Elegant und stolz präsentiert sich das 2004 fertiggestellte Gebäude. Architektur auf Spitzenniveau bildet den Rahmen für ebensolche Gesangskunst. Wer kein Opernfan ist, sollte zumindest an einer Gebäudeführung teilnehmen. Hinterher kann man durch die nahe gelegene Siedlung Christiania bummeln, die berühmte, autonom verwaltete "Freistadt" mit ihrem verrückten Hippieleben.

Kopenhagens Stadtplaner beweisen immer wieder Mut, auch bei der Neubebauung alter Industrieviertel. Während etwa die Hamburger jeden Quadratmeter ihrer neuen Hafencity minutiös im Voraus planen, lassen sich die Kopenhagener Zeit, schauen, was wächst, was Erfolg hat und wie man darauf reagieren kann. Sehr beliebt sind etwa die Schwimmbäder im Hafenbecken. Inzwischen gibt es drei von ihnen. Um Kopenhagen zu verstehen, hilft es auch, über den Stadtrand hinauszuschauen oder hinauszufahren. Etwa nach Humlebæk, 40 Kilometer nördlich, zum Louisiana Museum, einem der wichtigsten Häuser für moderne Kunst in Europa mit einem Skulpturengarten direkt am Meer.

Oder man fährt ostwärts über die 7,8 Kilometer lange Öresundbrücke. Am anderen Ende liegt Malmö, Kopenhagens schöne schwedische Schwester, die letztes Jahr den "Eurovision Song Contest" ausrichtete. Im Norden spielt die Musik! Und Kopenhagen wird bestimmt ein Hit.


Kopenhagen erleben

Anreise
Mit der Bahn z. B. von Hamburg ab 29 Euro, von Berlin ab 39 Euro pro Strecke, mit Bahncard noch günstiger.
Flüge mit Lufthansa z. B. ab Frankfurt ab ca. 150 € hin und zurück.

Unterkunft
"Hotel Kong Arthur" in einem schönen Altbau (4 Sterne), DZ ab 139 €. Buchung über www.escapio.de, Tel. 0800/022 56 60

Köstlich essen
Smørrebrød: "Ida Davidsen" (www.idadavidsen. dk)
Biorestaurant: „Cap Horn“ (www.caphorn.dk)
Sterneküche: „Relæ“ (www.restaurant-relae.dk)

Mehr erleben
Offizielle Touristeninfo: www.visitcopenhagen.de

Autor: Nele-Marie Brüdgam