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Der Park Princes Street Gardens vom Edinburgh Castle aus betrachtet.

Edinburgh ist eine Stadt mit großer Geschichte. Hier der Park Princes Street Gardens vom Edinburgh Castle aus betrachtet. - Foto © picture alliance / Lonely Planet

Im TV-Programm: Lenßen & Partner auf Sat.1

Ingo Lenßen über Edinburgh

Er ist kein Mann für die einfachen, glatten Fälle. Er liebt das Herbe, Kantige, das sich nicht sofort erschließt – in der eigenen Kanzlei wie im Fernsehen. Nach einer Auszeit, die er 2009 nach sechs Jahren und knapp 1400 Folgen als TV-Ermittler nahm, kehrt Ingo "Lenßen" nun zurück (siehe TV-Tipp rechts).

Neben der Juristerei hat der gebürtige Krefelder noch eine zweite Leidenschaft: das Reisen. In HÖRZU erzählt der Anwalt von Edinburgh, einer Stadt mit großer Geschichte – auch für ihn persönlich.


Edinburgh: Tipps für die Anreise

Flüge: Lufthansa bietet von März bis Mai Hin- und Rückflug ab 99 Euro an, ab Düsseldorf und Frankfurt/Main.
Bahn: In etwa zehn Stunden gelangt man durch den Eurotunnel (Calais bis Folkestone) von Köln über Brüssel und London nach Edinburgh.
Fähre: DFDS Seaways bringt Sie zu zweit mit Auto ab 159 Euro über Nacht von Amsterdam nach Newcastle. Edinburgh ist eine gute Autostunde entfernt.


Es gibt viele Gründe, ein Fan von Edinburgh zu sein. Da wären die mittelalterlichen Gassen, das Schloss, der Whisky, die schottischen Highlands, ihre kristallklaren Seen. Ich habe noch einen Grund: In Edinburgh verbrachten meine Frau und ich unsere Flitterwochen. Das war 1991, und seither ist es Tradition, dass wir mindestens alle zwei Jahre hierher zurückkehren. Wenn wir aus dem Flieger in ein Taxi steigen, beginnt unser kleines schottisches Abenteuer.

Edinburgh: Whisky, Haggis und der Geist Maria Stuarts

Typisch britisch sitzt man sich dort gegenüber – und der Fahrer hinter einer Scheibe. In unserem Lieblingshotel "The Balmoral" übernimmt John, der Page. Im Kilt öffnet er die Taxitür, trägt das Gepäck in die prächtige Eingangshalle aus edlem Marmor. Als Erstes zieht es mich danach immer auf die High Street. Diese bildet mit den Straßen Canongate und Castlehill die sogenannte Royal Mile, die königliche Meile.

Wenn ich durch die kleinen Gassen flaniere, vorbei an hohen Häusern und den typischen Hinterhöfen, kommt es mir vor, als hätte jemand die Uhr einige Jahrhunderte zurückgedreht. Wie in Touristenzentren üblich haben sich hier zwar mit der Zeit allerlei Krimskramsläden angesiedelt; aber immer wieder entdecke ich auch ausgefallene Stücke für meine Garderobe, verrückte Stoffe, schreiende Farben. Nach der Shopping-Tour habe ich mir einen Whisky verdient. Ein gutes Tröpfchen – ich bevorzuge rauchigen Torfgeschmack – gibt es in der "Whiski Bar", 119 High Street.

Liebhabern rate ich eindringlich zum großen "Whisky Trail", einer Whisky-Probe, die rund sieben Sorten beinhaltet. In der Bar kann man sich auch gleich mit einer schottischen Spezialität stärken: dem Haggis, der aus Schafmagen, Leber, Lunge, Fett, Zwiebeln und Mehl hergestellt wird. Schärfe verleiht schwarzer Pfeffer. An Gewürzen wird in der schottischen Küche nie gegeizt. Das Essen ist hervorragend, bürgerlich, manchmal sogar mit italienischer Note. Fleisch oder Fisch kommen immer auf den Tisch.

Edinburgh Military Tattoo, eines der vielen fröhlichen Musikfestivals

Folgt man der High Street weiter, gelangt man zur Bar "The Albanach". Auch hier lohnt es sich einzukehren – allein wegen des rustikalen Flairs, aber auch wegen des hervorragenden schottischen Biers. Vom östlichen Ende der Royal Mile aus erreicht man den Holyrood Palace, offizielle Residenz der britischen Königin in Schottland. Heute residiert hier vor allem der Geist Maria Stuarts. Persönliche Habseligkeiten der tragischen Königin faszinieren die Besucher.

Weiter oben, auf dem Felsen Castle Rock gelegen, erhebt sich herrschaftlich Edinburgh Castle. 1093 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Sie birgt einen ganz besonderen Schatz: den Stone of Scone, auf dem seit dem Mittelalter erst die schottischen, später die englischen Könige gekrönt wurden. Direkt vor dem Schloss findet das Edinburgh Military Tattoo statt, eines der vielen fröhlichen Musikfestivals.

Die knapp 500.000 Einwohner der schottischen Hauptstadt legen Wert auf gute Musik – und darauf, dass ihr Land gruselig ist. Man sollte ihnen also den Gefallen tun und an einer Gruseltour teilnehmen, am besten im "Dungeon" in der Market Street. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, als mir einst gelang, mich bei einer Gerichtsversammlung ins Schottische Parlament einzuschleichen. Die Perücken, die meine Kollegen hier während der Arbeit tragen müssen, sind wohl das Einzige, das mir an dieser Stadt ganz und gar missfällt.

Autor: Ingo Lenßen