HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Der Spiegelsaal im Schloss Versailles.

Überwältigend: der Spiegelsaal im Schloss Versailles mit mehr als 300 Spiegeln. - Foto © picture alliance / AFP Creative

Seine Geheimtipps

Christian Berkel über Paris

Hier ist die Kunst zu Hause. Kein Wunder, dass Christian Berkel, der hier sein Handwerk lernte, heute zu Deutschlands besten Schauspielern gehört. In dieser Woche ist der Charakterkopf wieder als "Der Kriminalist" zu sehen.

In HÖRZU bekennt er sich zu seiner großen, ewigen Liebe: Paris. Ich war erst neun, als ich das erste Mal nach Paris kam. Manchmal trifft man die Liebe seines Lebens eben sehr früh. Die Stadt zog mich sofort in ihren Bann. Vor allem von der großbürgerlichen Prachtarchitektur war ich damals tief beeindruckt. Ich war 14, als ich wieder nach Paris kam. Zwei Jahre lang bin ich hier zur Schule gegangen. In dieser Zeit wurde der Grundstein für meine Schauspielkarriere gelegt: Als 15-Jähriger schrieb ich an den berühmten Schauspieler und Regisseur Jean-Louis Barrault – und er lud mich tatsächlich zu einem Vorsprechen ein. Dann vermittelte er mich an Pierre Bertin, der mir nach der Schule Schauspielunterricht gab – in seiner Garderobe!


Paris für Kunstliebhaber

Anreise: Sinnvoll ist die Anreise mit dem Flugzeug. Einen einfachen Flug ab Berlin gibt es schon ab 85 Euro bei Air France, bei der Lufthansa ab 99 Euro. Mit der Bahn kommt man von Berlin schon ab 39 Euro nach Paris. 3-tägige Busreisen ab Berlin mit zwei Übernachtungen gibt es schon ab rund 100 Euro.
Tipp: Bis 16. Januar 2012 ist im Grand Palais die Ausstellung "Matisse, Cézanne, Picasso. Das Abenteuer der Steins" zu sehen. Sie zeigt, wie Gertrude, Michael, Leo und Sarah Stein das Talent der großen modernen Maler entdeckten und förderten und eine einzigartige Kunstsammlung aufbauten. Infos zu Paris: Paris


Immer noch reise ich jedes Jahr mindestens einmal nach Paris zurück, und immer fühlt es sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Auch wenn die Pariser nicht mehr so unfreundlich zu Touristen sind, wie es ihr Ruf besagt, ihre Lebensart und Kultur haben sie nicht verändert. Will man das echte Paris kennenlernen, erkundet man die Stadt am besten zu Fuß. Bei einem Parkspaziergang durch den Jardin de Luxembourg kann ich wunderbar entspannen. Auch die Stille des größten Pariser Friedhofs Père Lachaise genieße ich. Édith Piaf, Oscar Wilde und Frédéric Chopin ruhen hier. Am Grab von Rock-Legende Jim Morrison legen trauernde Fans noch heute Blumen nieder. Der Friedhof liegt auf einem Hügel und bietet deshalb einen traumhaften Blick über die ganze Stadt.

Für weite Wege ist die Métro das schnellste und günstigste Fortbewegungsmittel. Viele ihrer Stationen sind Sehenswürdigkeiten, etwa die Haltestelle "Arts et Métiers" auf Linie 11, die einem U-Boot aus Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" nachempfunden wurde. Die Linien 2 und 6 fahren teilweise über der Erde und bieten schöne Ausblicke auf die Seine. Und nach der Fahrt? Weiter spazieren! Paris ist voller geheimnisvoller Gassen. Lässt man sich ein wenig treiben, entdeckt man wunderschöne Ecken, die in keinem Reiseführer stehen.

Auf einem traditionellen Markt in der Rue Lepic fühle ich mich wie im Film "Die fabelhafte Welt der Amélie". Der Duft gerösteter Maronen steigt mir in die Nase. Paris ist eine Stadt mit Poesie! Auf dem Boulevard Haussmann und der Avenue Hoche taucht man ins 19. Jahrhundert ein. Zum Bummeln ist die Rue Saint-Honoré genau die richtige Adresse. Ein Designer-Schaufenster reiht sich hier ans andere. Besonders gern besuche ich das Kaufhaus Colette. Als Mitbringsel kann man hier exquisite Kleinigkeiten erwerben, Becher oder Notizbüchlein – schöner als jeder Miniatur-Eiffelturm!

Ausgedehnte Spaziergänge an der Luft machen hungrig. Zum Mittagessen gehe ich gern ins "La Coupole". Bei einem "Steak frites" trifft man hier viele Pariser, die um die Ecke wohnen. In der "Brasserie Lipp" kommen Fans der elsässischen Küche auf ihre Kosten. Ein guter Wein darf in Frankreich zum Essen nie fehlen. In Restaurants wird er überraschend günstig angeboten – da wird aus einem Glas schnell eine Flasche. Zum Abendessen dann ins "Les Grandes Galeries" und danach ein Drink bei cooler Lounge-Musik im "Hôtel Costes". Die Innenausstattung von Jacques Garcia ist unerreicht.

Museen in Paris

Ich liebe auch die Pariser Museen: das Musée d’Orsay mit den Impressionisten, das Musée National Picasso, das Centre Pompidou mit moderner Kunst. Für jeden Geschmack und jede Stimmungslage gibt es eine Ausstellung. Bevor man das berühmteste aller Museen besucht, den Louvre, sollte man sich allerdings ein wenig informieren und auf einen Bereich festlegen. Sonst besteht die Gefahr, sich in dem riesigen Haus zu verlaufen.

Versailles: prunkvoller Palastbau

Als Schauspieler gehört meine große Liebe natürlich dem Theater. Zu meiner Zeit als Schauspielschüler habe ich mich auch an der Comédie-Française beworben, jenem Haus, an dem einst der berühmte Molière auftrat. Er starb 1673 auf der Bühne, bei einer Aufführung des "Eingebildeten Kranken". Der Stuhl, auf dem er starb, steht dort heute noch hinter den Kulissen. Als ich mich beim Direktor vorstellte, lief ich ganz nah an diesem Sessel vorbei. Ein Stück Theatergeschichte! Ich bekam fast eine Gänsehaut.

Wenn es mir im lebhaften Paris zu eng wird, fahre ich gern ins Umland. Das nur 20 Kilometer entfernte Versailles, ehemalige Residenz des Sonnenkönigs Ludwig XIV., beeindruckt mit seinen riesigen Parkanlagen und den prunkvollen Palastbauten. Der Spiegelsaal ist überwältigend. Mehr als 300 Spiegel und detailreiche Deckenverzierungen lassen den Luxus der damaligen Zeit erahnen.

Ob drei Tage oder drei Wochen – in Paris gibt es immer viel zu entdecken. Obwohl ich schon so oft hier war, habe ich längst noch nicht alles gesehen. Bei jedem Abschied heißt es daher für mich: "À la prochaine" – bis zum nächsten Mal.

Autor: Christian Berkel