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Mexiko ist die Heimat des Opernstars Rolando Villazón.

Mexiko ist die Heimat des Opernstars Rolando Villazón. / Foto: © picture alliance / Lonely Planet Images / Foto Startseite: © dpa

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Rolando Villazón über seine Heimat Mexiko

Sein Temperament füllt jede Bühne, seine gute Laune ist berühmt. Kein Wunder, denn Startenor Rolando Villazón stammt aus Mexiko, dem Land der Lebensfreude. Für drei Konzerte reiste er durch seine Heimat – und war begeistert: "Mexiko verbindet seine uralte Kultur mit vielen anderen Einflüssen. Das macht es so reich. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, wieder hier zu sein und meine Heimat mit neuen Augen zu sehen." Während der Konzerttour entstand auch ein Dokufilm, der jetzt im ZDF zu sehen ist. In HÖRZU berichtet Rolando Villazón exklusiv über seine ganz persönliche "Sentimental Journey", eine Reise der großen Gefühle.

Darf ich schwärmen? Doch, als Mexikaner darf ich das. Wenn ich mein Land vorstelle, dann sind es vor allem die Menschen, die ich liebe. Sie sind freundlich, haben Sonne im Herzen, machen aus allem ein Fest. Typisch ist ihre bunte, selbst gewebte Kleidung. Dabei ist die Geschichte dahinter gar nicht amüsant: Die spanischen Eroberer nämlich verordneten den verschiedenen Indianerstämmen eine Art Tracht, um sie besser auseinanderhalten zu können. Aber die Mexikaner machten aus der Verordnung eine Kunst, feierten unter bunten Sombreros und Umhängen ihre Individualität.

Acht-Millionen-Stadt Mexico City

Nach vier Jahren auf den Konzertbühnen der Welt war ich jetzt erstmals wieder in Mexiko und habe mich prompt neu verliebt. Mexiko bedeutet faszinierende Vielfalt: Da ist die Acht-Millionen-Stadt Mexico City, in der dir der Verkehr um die Ohren braust und die Hochhäuser in den Himmel ragen. Da sind die lebhaften Küstenorte Cancun und Acapulco. Und die kleinen Kolonialstädte – wie Perlen im Land verstreut. Zwei davon will ich ausführlich vorstellen:

Reise nach Guanajuato

Erst einmal: Guanajuato. Eine Fahrt dorthin ist wie eine Reise ins Herz des Landes. Die malerische Stadt, die zeitweise ein Drittel des weltweit abgebauten Silbers lieferte, wird umrundet von der Carretera Panorámica, einer herrlichen Panoramastraße. In ihrem Zentrum leuchten zwischen hübschen Parks immer noch architektonische Glanzstücke auf. Sehr sehenswert: das Teatro Juárez mit dem schattigen Jardín de la Uníon, die Kirche La Valenciana und das Geburtshaus von Diego Rivera, Ehemann der berühmten Malerin Frida Kahlo.

Reise nach Oaxaca

Zum Zweiten: Oaxaca im Süden. Die alte Kolonialstadt liegt in einem fruchtbaren Hochtal, umgeben von Palastruinen, bewohnt von Künstlern, Kaufleuten und Nachfahren der Zapoteken und Mixteken, zweier alter Kulturvölker, die in den Tempelstädten Monte Albán und Mitla ihre Spuren hinterließen. Wer hier Station macht, muss die lebhafte Art der Mexikaner mögen. Schon um vier Uhr früh kann es laut werden, wenn gerade ein Heiliger Geburtstag hat und in einem nahen Kirchenbezirk mit sogenannter Knallmusik gefeiert wird.

Das bedeutendste Fest ist die Guelaguetza, die an vorspanische Traditionen anknüpft, mit denen man sich die Götter durch Opfergaben gewogen machte. Heute wird an den letzten beiden Montagen im Juli ein großes Spektakel zelebriert, bei dem Tänzer in farbenfrohen Trachten Geschenke unter die Zuschauer werfen. Dabei fließt der Tequila, und es gibt all die üppigen Leckereien, die ich mir auch in meiner Wahlheimat Paris oft gönne: Huhn mit Chili und Kakaosauce. Oder Riesenchilis, gefüllt mit Fleisch, gekrönt von viel Schlagsahne.

Ausflug auf den Monte Albán

In jeden Mexiko-Reiseplan gehört ein Ausflug auf den Monte Albán: Die Zapoteken schufen die Stadt von 500 vor bis 800 nach Christus auf einem Gebirgsplateau, genauer gesagt trugen sie dafür einfach die Spitze eines Berges ab. Wer hier steht und über die weite Ebene mit den Tempelruinen schaut – dem Himmel so nah, über sich nur das Blau des Firmaments –, der bekommt eine Ahnung von der Geschichte des Landes. Hier besteht alles nebeneinander: Arm und Reich, Alt und Modern, Christentum und Hexenkunst.

Zauberfest in Catemaco

Die Hauptstadt der Zauberer heißt Catemaco. Einmal im Jahr reisen alle Hexen des Landes zum Ritos an, dem großen Zauberfest. Wer immer den untreuen Ehemann verfluchen will oder Glück für einen neuen Job braucht, ist hier richtig. Die selbst ernannten Hohepriester zaubern je nach Wunsch weg oder herbei, mit Kräutern, Salben, Ritualen.

Reise nach Acapulco

Letzte Station meiner Tour war Acapulco, die pulsierende Stadt an der Südküste. Immer noch springen tollkühne junge Männer kopfüber in die 35 Meter tiefe Schlucht von La Quebrada, bei Dunkelheit sogar mit Fackeln in der Hand. Die Terrasse des Hotels "Plaza las Glorias" bietet einen guten Blick auf das Spektakel. In Acapulco habe ich mein drittes Konzert gegeben, ausschließlich mexikanische Lieder. Meine Landsleute haben ihre Musik gefeiert! Musik bedeutet uns alles: Wenn ein Mexikaner sich verliebt, zieht er gern mit einer Mariachi-Kapelle zum Haus der Angebeteten und erklärt ihr seine Liebe mit einem Ständchen. Ich selbst habe diese Lieder einst gesungen für meine Liebste – meine Frau Lucia.

Autor: Rolando Villazón; Bild: picture alliance / Lonely Planet Images