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Mare TV: Irlands schönste Klippen

Spektakuläre Landschaften, uralte Geschichte, neue Lebenslust: Irland ist
einfach einzigartig. - Foto © NDR/Ralf Biehler

Grüne Insel

Im TV: "Irlands schönste Klippen"

Grün, wohin das Auge blickt: endlose saftige Wiesen. Funkelndes Seegras unten an den Steilküsten. Von Moos und Flechten überwucherte Burgruinen. Uralte Bäume in den Gärten der Herrenhäuser, mintgrüne Türen in vielen Gassen.

Ob es wirklich vierzig Grünschattierungen sind, wie US-Countrystar Johnny Cash einst in seiner wehmütigen Irland-Hymne "Forty Shades Of Green" sang, sei dahingestellt. Aber unglaublich vielfältig ist der grüne Reigen unbestritten. Und das liegt unter anderem am berüchtigten irischen Wetter.


TV-Tipp

Do., 16.04.: "Irlands schönste Klippen": Neue Doku von mareTV über die Cliffs of Moher, NDR, 20.15 Uhr (siehe auch TV-Tipps rechts)


Irland: Wetterwechsel im Minutentakt

Kaum ein Land in Europa ist den Naturgewalten so ausgesetzt wie Irland. Ungebremst treffen die atlantischen Tiefs auf die felsige Küste im Westen. Diese bescheren der Insel durchschnittlich sechs bis acht Regentage pro Monat und öfter mal einen ordentlichen Sturm. Andererseits sorgt der Golfstrom für viel Sonnenschein und mildes Klima, in dem üppig blühende Pflanzen wie Fuchsien und Rhododendren gedeihen. Noch mehr als anderswo auf den Britischen Inseln gilt in Irland das Sprichwort: "Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte eine Minute."

Am mildesten und beständigsten ist es im Südwesten. Hier, an der Irischen Riviera, liegen lange Sandstrände, an denen in den Sommermonaten Mutige in den kühlen Atlantik springen. Aber man kann ja auch einfach den Panoramablick auf die Küste genießen, etwa vom Ring of Kerry aus, einer der schönsten Straßen der Welt: Rund um die Halbinsel Iveragh führt die N 70 mit Blick auf Dünen, Seen, Bilderbuchdörfchen, keltische Stätten. Und wohin man schaut, weiden Schafe auf den von weißen Mäuerchen durchzogenen Wiesen. Rund elf Millionen Tiere sollen es in ganz Irland sein, weit mehr als vor 20 Jahren.

Beschauliche Hafenstädtchen

Beschauliche Hafenstädtchen wie Dingle und Kinsale wetteifern im Südwesten um den Ruf, Irlands Gourmethochburg zu sein. Tipp: Feine Küche hat etwa das "Fishy Fishy Restaurant" in Kinsale, das von Einwohnern und Gästen regelmäßig hochgelobt wird. Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass die Insel bitterarm war. Wer querfeldein über die saftigen Wiesen wandert, sieht hier und da Ruinen von Bauernkaten – steinerne Zeugen der Landflucht, die noch bis in die 1980er-Jahre anhielt. Erst Mitte der 1990er-Jahre erlebte das Land sein Wirtschaftswunder, das mit der Finanzkrise 2008 allerdings vorerst gebremst wurde. Seit zwei Jahren geht es wirtschaftlich wieder aufwärts, auch die Touristen kommen zurück. Zum Beispiel zu den berühmten Cliffs of Moher an der Westküste. Bis zu 200 Meter stürzen die Klippen in die Tiefe. Sie sind Heimat riesiger Vogelkolonien. Wer seefest ist, kann dieses Naturwunder auch bei einer Bootstour aus einer besonders imposanten Perspektive erleben.

Im nahen Connemara National Park leben ungezähmte Ponys in fast unberührter, wildromantischer Natur. Unbedingt sehenswert: Kylemore Abbey. Das ist keine Abtei, wie der Name vermuten ließe, sondern ein viktorianisches Schloss, das bis 2010 von Benediktinerinnen als Mädcheninternat geführt wurde. Als es mangels Nachwuchs geschlossen wurde, erweckten die Nonnen den Garten am See zu neuer Pracht und machten das weitläufige Anwesen zu einem neuen Touristenmagneten.

Giant's Causeway: Das Erbe der Riesen

Von Connemara aus geht es die Küste hoch bis nach Nordirland, das mindestens einen Abstecher lohnt. Nicht verpassen: Giant’s Causeway. Der Legende nach sollen Riesen die rund 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen an der Nordküste geschaffen haben, die heute zum Unesco-Welterbe zählen. Die jüngste Geschichte ist vor allem in Nordirlands Hauptstadt Belfast noch immer spürbar. Graffiti und sogenannte Friedensmauern erinnern an den blutigen Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten, der 1998 durch das Friedensabkommen beendet wurde. Im Landesinnern lockt ein Idyll: Über Straßen oder, noch schöner, im Hausboot gelangt man von der unberührten Seenlandschaft Fermanagh über den Fluss Erne Richtung Süden zurück in die Republik Irland. Die Grenze ist offen, einen Personalausweis sollte man aber sicherheitshalber immer dabeihaben.

Was Nordirland und die Republik neben spektakulären Landschaften und der gemeinsamen Geschichte verbindet, ist die herzliche und gelassene Art der Menschen. Zu erleben ist diese zum Beispiel in den gemütlichen Bed & Breakfasts – privaten Gästehäusern, auf Wunsch mit Familienanschluss. Und das hartnäckige Klischee, dass Iren gern feiern, bestätigt sich auf ansteckende und unvergessliche Art und Weise beim Pubbesuch, etwa in Dublins Kneipenviertel Temple Bar. Hier lebt sie auf, die irische Seele – bei Livemusik und Guinness vom Fass.

Autor: Kathrin Elsner