HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Bleiben Sie im Urlaub dank perfekter Reiseapotheke gesund.

Gut vorbereitet: Eine perfekte Reiseapotheke gehört zu einem entspannten Urlaub. - Foto © picture alliance

Perfekte Reiseapotheke

Fit durch die Ferien

Auf Reisen gesund bleiben: Mit diesen Tipps von HÖRZU zu Impfungen und Reiseapotheke wird der Urlaub garantiert sorgenfrei.

Sonnenbaden, viel draußen sein, die Spezialitäten der Region genießen – das wünschen wir uns vom Urlaub. Aber genau hier lauern auch die größten Gefahren. "Sonnenbrand, Mückenstiche, Durchfall – damit haben Urlauber am häufigsten zu kämpfen", weiß Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Wer sich jedoch gut vorbereitet, kann viele gesundheitliche Risiken umgehen. HÖRZU gibt Antwort auf die wichtigsten Fragen.

1. Muss ich mich impfen lassen?

Antwort: "Möglich sind viele Impfungen, aber nicht alle nötig", sagt Jelinek. Am besten geht man frühzeitig zu einem auf Reisemedizin spezialisierten Arzt und spricht notwendige Vorkehrungen für das Reiseland durch. Jelinek empfiehlt grundsätzlich Tetanus und Diphtherie, am besten als Kombinationsspritze mit Keuchhusten (alle zehn Jahre auffrischen!). Gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch Zecken übertragen wird, sollte sich impfen lassen, wer nach Süd- und Südostdeutschland, nach Osteuropa oder Skandinavien reist. Hepatitis A wird durch Lebensmittel übertragen. Gefährdete Regionen: südlich der Alpen und östlich der Oder.
Weitere Infos sowie Reisemediziner in Ihrer Region finden Sie unter www.crm.de oder Tel. 0211/90 42 90.

2. Welche medizinischen Dokumente brauche ich?

Antwort: Den internationalen Impfpass sowie eine ärztliche Bescheinigung für Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, idealerweise in Englisch. "Über chronische Krankheiten, mit denen man auch im Krankenhaus landen könnte, sollte man sich verständigen können", meint der Experte. "Diabetiker sollten etwa Unterlagen darüber dabeihaben, wie sie derzeit genau eingestellt sind."

3. Was muss in die Reiseapotheke?

Antwort: Pflaster, Fieberthermometer, ein Wunddesinfektionsmittel, Verbandspäckchen, Binden, Schere und Pinzette. Zur äußeren Anwendung: abschwellende, kühlende Salben oder Gele, Mittel gegen Allergien und insektenabwehrende Mittel. Darüber hinaus: Medikamente gegen Reisekrankheit, Durchfall (s. Kasten unten), Verstopfung, schmerz- und fiebersenkende Mittel sowie Mittel gegen Husten, Schnupfen und Halsweh. „Wichtige Medikamente sollte man von zu Hause mitnehmen, da im Ausland vielfach Fälschungen angeboten werden“, rät Jelinek. Auf Reisen in Entwicklungsländer gilt das auch für Antibiotika, Einmalspritzen und Kanülen.

4. Wie finde ich am Urlaubsort einen Deutsch sprechenden Arzt?

Antwort: "Die deutschen Botschaften haben einen Vertragsarzt, den sie auch empfehlen", sagt Jelinek. Zudem gibt es in vielen Reiseländern private Krankenhäuser, die sich auf Ausländer spezialisiert haben.

5. Was ist beim Sonnenschutz wichtig?

Antwort: Eine gute Sonnencreme mit einem UV-A/BSchutz und hohem Lichtschutzfaktor (30 und mehr). "Viele Europäer, die das erste Mal in die Tropen reisen, unterschätzen die Sonne dort", warnt Dr. Jelinek.

6. Wer sollte gar nicht verreisen?

Antwort: Patienten mit schweren Krankheiten (etwa an der Lunge) könnten Schwierigkeiten mit der ärztlichen Versorgung bekommen. "Sonst geht Urlaub fast immer", sagt Jelinek. Vor allem bei Zivilisationsleiden wie Diabetes und Bluthochdruck kann Veränderung sogar guttun. Betroffene sollten sich auf jeden Fall mit einem Reisemediziner abstimmen.

7. Brauche ich Zusatzversicherungen?

Antwort: Die Verbraucherzentrale Leipzig rät zu einer Auslandskrankenreiseversicherung, weil die gesetzlichen Kassen einige Kosten nicht übernehmen, etwa den Rücktransport. Davon können auch einige Privatversicherte betroffen sein. Achtung: Auslandsreisekrankenscheine wie etwa Chipkarten werden am Reiseziel nicht immer anerkannt. Wichtig: Es werden nur die in der Police erfassten Leistungen erstattet. Die günstigsten Versicherungsangebote liegen bei 10 Euro pro Jahr, für Familien bei 20 Euro, für Senioren über 60 bei fast 30 Euro.


Schutz für Magen und Darm

Durchfall ist die Reisekrankheit Nummer eins. Dabei muss man nur wenige Dinge beachten, um gut vorzubeugen.

Nicht in jeder Urlaubsregion herrscht das gleiche Risiko: Am Mittelmeer liegt das Durchfallrisiko bei circa 10 Prozent. In Asien verdoppelt es sich, in Afrika und Indien liegt es sogar bei 90 Prozent. Was hilft?

"Koch es, schäl es oder vergiss es!" Wer vorbeugen will, sollte diesen Rat befolgen. Konkret: Hände weg von rohen Lebensmitteln! Gemüse, Fleisch und Fisch nur gar verzehren, frisches Obst stets waschen und schälen, Milch- und Eierspeisen in roher Form (etwa Mayonnaise) meiden. Zudem sollte man sich vor dem Essen die Hände waschen!

Nicht alles trinken! Industriell abgefüllte Getränke sind sicher vor Infektionen. Flaschen sollten immer original verschlossen sein. Und: Verzichten Sie besser auf Eiswürfel!

Vorbeugen. Mit einer speziellen Arzneihefe (Saccharomyces boulardii) wird die Darmflora vorbeugend gestärkt. Eine Studie der Universität Wien zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, an Reisedurchfall zu erkranken, um bis zu 60 Prozent sinkt (z. B. "Perenterol", Apotheke). Im Krankheitsfall kann sich der Darm zudem besser regenerieren.

Autor: Jan Bockholt