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Hermannsdenkmal

Wahrzeichen der Region: das Hermannsdenkmal nahe Detmold. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

HÖRZU Reise-Spezial - Land

Deutschland-Touren zum Genießen

Wandern ist in letzter Zeit zum echten Trend geworden. Bislang hat man es vielleicht geahnt, an sich selbst gespürt, auf eigenen Touren beobachtet. Jetzt liefert der Deutsche Wanderverband Zahlen, die die Vermutung mehr als bestätigen: Eine neue bundesweite Studie zeigt: 56 Prozent der Deutschen wandern. Am liebsten tun sie das im Mittelgebirge (40 Prozent der Wanderer). Dabei bevorzugen die meisten (50 Prozent) mittelschwere Touren, 30 Prozent mögen es sogar ganz entspannt und wählen leichte Routen.

Bewegung in der Natur ist enorm beliebt. Das bestätigt auch der "Reisemonitor 2010" des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs ADAC. Die repräsentative Umfrage, die er jährlich für seine 17 Millionen Mitglieder durchführt, ergab: Landschaftliche Schönheit ist für die Deutschen das entscheidende Kriterium bei der Wahl eines Reisezieles (90 Prozent) – weitaus wichtiger als etwa Sonnenschein (57 Prozent). Ganze 70 Prozent der Befragten gaben sogar an, im letzten Urlaub Wanderungen unternommen zu haben. Kein Wunder, dass Deutschland mit seiner landschaftlichen Vielfalt und seinen Mittelgebirgen zum gefragten Reiseziel avanciert.

200.000 Kilometer markierter Wege betreuen die heimischen Gebirgs- und Wandervereine. Zwölf besonders attraktive Fernwanderwege haben sich unter dem Qualitätssiegel "Top Trails of Germany" zusammengeschlossen. Sie zeichnen sich etwa durch landschaftliche und kulturelle Vielfalt aus, durch gepflegte, gut markierte Strecken und hochwertige Gastronomie. Einer dieser "Spitzenpfade" ist der Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden, der sich für eher anspruchsvolle Wanderer eignet, weniger für entspannte Spaziergänger. In weiten Teilen verläuft er entlang des Oberen Mittelrheintals, streift die Städte Koblenz, Rüdesheim und St. Goarshausen. Die ganze Region mit vielen Sehenswürdigkeiten gehört zum Unesco-Weltkulturerbe: historische Orte, alte Burgen, prächtige Schlösser, das Deutsche Eck sowie der Loreleyfelsen.

Über die Kämme des Teutoburger Waldes und des südlich anschließenden Eggegebirges verläuft der "Top Trail" Hermannshöhen. Durch dichten Mischwald führt er vorbei an bizarr geformten Sandsteinfelsen und am berühmten Hermannsdenkmal, das bei Hiddesen nahe Detmold an den siegreichen Cheruskerfürsten Hermann erinnert. Fast 54 Meter hoch ragt es mit seinem mächtigen Sockel und der imposanten Heldengestalt aus den Wäldern in den Himmel.

Fahrradfans erwartet in Thüringen ein ganz besonderes Vergnügen: Der Ilmtal-Radwanderweg verbindet auf 125 Kilometern ursprüngliche Natur mit klassischer Kultur. Die erste von vier Etappen startet im Thüringer Wald und führt an den Ufern der Ilm entlang. Allein am ersten Tag können Freunde klassischer Literatur zwei Goethe-Museen besuchen: in Stützerbach und in Ilmenau. Weiter geht es nach Weimar, wo man zwei Tage Aufenthalt einplanen sollte: Auf dem Programm stehen dann etwa das Nationaltheater, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, das Bauhaus-Museum und natürlich Goethes Wohnhaus. Von so viel Kultur kann man sich in der Toskana Therme Bad Sulza erholen, einem luxuriösen Kur-, Wellness und Erlebnisbad. Der Weg, der idyllisch an den Quellen der Ilm begann, endet schließlich an ihrer Mündung in die Saale.

Ähnlich naturnah und kulturintensiv zeigt sich der 110 Kilometer lange Radweg "Liebliches Taubertal". Auf weitgehend auto- und steigungsfreier Strecke verläuft er zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim, passiert architektonische Schmuckstücke wie das Renaissanceschloss Weikersheim, den mittelalterlichen Ortskern von Tauberbischofsheim und das Kloster Bronnbach. Eine Spezialität der Region sind ihre Weine: Die Taubertal-Winzer stellen exzellente Weiß- und Rotweine her.

Für alle, die genug Zeit und Kondition mitbringen, ist auch die Fahrt auf dem "Leine- Heide-Radweg" ein tolles Erlebnis, denn seine 410 Kilometer lange Route ist teilweise durchaus anspruchsvoll. Die Tour beginnt in Thüringen, verbindet Fluss- und Waldlandschaften des Leineberglands und durchquert Städte wie Göttingen, Hildesheim und Hannover. Ein großer Abschnitt führt durch die Lüneburger Heide, die nicht nur zur Blüte prachtvolle Landschaftsbilder bietet – als wäre ein Maler der Romantik am Werk gewesen. Für das leibliche Wohl sorgen traditionelle Lokale und Backstuben mit Heidschnuckenbraten und Buchweizentorte. So gestärkt bewältigen Radler das letzte Teilstück nach Hamburg.

Ein Tipp für Gourmets ist auch der "Saar-Hunsrück-Steig", der auf 184 Kilometern durch den Naturpark Saar-Hunsrück führt. Erst 2007 eröffnet, ist er ein noch junges Mitglied im Club der "Top Trails". Er streift unter anderem die Saarschleife, die Städte Trier und Idar-Oberstein – und einige exzellente Landgasthöfe. Im vergangenen Jahr kürte die Fachzeitschrift "Wandermagazin" den Steig sogar zum schönsten Fernwanderweg Deutschlands.

Egal ob Kurz- oder Langstrecke, zu Fuß oder per Rad – Wandern entspannt. Und nicht nur das. Es gibt kein besseres Allheilmittel für Körper und Geist als Bewegung in freier Natur. Rundum-Wohlbefinden inklusive. Schon ein aktives Wochenende wirkt erholsam wie ein kurzer Urlaub. Und das am besten im Herbst: Die Temperatur ist perfekt, keine Pollen kitzeln die Nase, buntes Laub verzaubert die Landschaft. Einfach traumhaft!

Weitere Infos finden Sie hier

Autor: HÖRZU