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Satirischer Nachrichtenrückblick: "heute- show" im ZDF mit Oliver Welke

Die "heute- show" im ZDF mit Oliver Welke lädt zum Lachen ein; Bild: ZDF/Willi Weber

Lachen ist gesund

Verstehen Sie Spaß?

Heute schon gelacht? Nein? Dann wird’s aber Zeit! Nicht nur, weil es die Stimmung hebt. Lachen ist gesund! Was der Volksmund schon lange weiß, bestätigen jetzt auch Wissenschaftler: "Beim Lachen werden Stresshormone abgebaut", erklärt der Psychologe und Humorforscher Dr. Michael Titze. Wer Spaß versteht, stärkt sein Immunsystem und beugt auf diese Weise vielen Krankheiten vor.

Der Arzt und Humorist Dr. Eckart von Hirschhausen geht noch einen Schritt weiter: "Humor durchbricht die Kausalkette chronischer Stress – Depression – frühes Ableben." So wird er zur lebensverlängernden Maßnahme. Und zum Weg ins Glück. Schon Sigmund Freud erkannte Anfang des 20. Jahrhunderts: Witze sind Ventile für Verdrängtes, und Lachen wirkt befreiend. Es hilft uns, mit Lasten des Lebens besser fertigzuwerden. Als Beispiel zitierte Freud gern folgenden Witz: Ein Spitzbube, der am Montagmorgen zur Hinrichtung geführt wird, sagt: "Die Woche fängt ja gut an."

Galgenhumor kann in belastenden Situationen zum Schutzmechanismus werden und Probleme entschärfen – obwohl sich diese objektiv nicht verändern. "Wer lacht, vergisst Sorgen und Ängste und lebt für ein paar Sekunden nur im Moment", erklärt von Hirschhausen. Lachen setzt zudem Glückshormone frei und wirkt sehr entspannend.

Das lässt sich auch in der medizinischen Therapie einsetzen. Von Hirschhausen engagiert sich etwa für die Initiative "Humor hilft heilen", die Clowns in Hospitäler schickt, um kranke Kinder aufzumuntern. Die Idee stammt von US-Arzt Patch Adams, dem Hollywoodstar Robin Williams im gleichnamigen Film ein Denkmal setzte. "Spaß verströmt heilsame Energie im Krankenhaus", sagt Adams. Kinder sind sowieso "lachanfälliger" als Erwachsene: 400-mal täglich gackern, kichern oder prusten sie los. Erwachsene schaffen es durchschnittlich nur 15-mal. Je stärker uns der Ernst des Lebens ereilt, desto weniger Raum bleibt für Spaß und gute Laune. Oft wird Humor im beruflichen Alltag gar als unpassend angesehen. Wer Witze macht, steht schnell im Verdacht, seine Aufgabe nicht ernst zu nehmen. "Wer lustig ist, scheint vielen eher unseriös", weiß Thomas Holtbernd. Obwohl humorvolle Menschen als attraktiver gelten, fürchten besonders Chefs oft um ihre Autorität: "Viele Vorgesetzte haben Angst davor, sich lächerlich zu machen." Der Psychologe, Unternehmensberater und Autor ("Macht glauben glücklich?") veranstaltet Humortraining in Firmen.

Dabei setzt Holtbernd auch seinen Humortest ein. Seine These: "Ich glaube, dass alle Menschen Humor haben. Viele brauchen aber erst die Erlaubnis zum Lachen. Durch unsere Erziehung haben manche sogar Angst vor dem Lachen." Dabei ist die Wirkung auch in der Arbeitswelt positiv. "Humor fördert die Kreativität. Und wenn am Arbeitsplatz gute Stimmung herrscht, kommen die Mitarbeiter lieber ins Büro." Humor hilft bei der Stressbewältigung, erhöht die Motivation. Aber worüber lachen wir: über Loriot oder Mario Barth? Über Feinsinniges oder Hau-drauf-Gags? Egal, meinen Therapeuten. "Wer anfängt, Humor zu bewerten, beginnt, ihn zu vernichten", so Holtbernd.

Jeder Mensch hat seinen ganz individuellen Humor, der von persönlichen Erfahrungen geprägt ist. Landestypische Aspekte spielen eher eine untergeordnete Rolle – wie internationale Witze deutlich machen. Die humorvollen Briten haben schon vor Jahren erkannt, dass Lachen oft die beste Medizin ist, und verordnen Lachtherapien in Krankenhäusern. Humor auf Rezept? Psychologe Michael Titze begrüßt die Idee: "Eine hohe Dosis ist nicht schädlich. Ich empfehle dringend, jede Gelegenheit zum Lachen zu nutzen."

Darüber lacht die Welt

Sind Briten lustiger als Deutsche? Und worüber lachen eigentlich Asiaten? Witze sind auch geprägt vom Kulturkreis, in dem man lebt. Trotzdem funktioniert Humor oft weltweit – wie diese Beispiele beweisen:

Russland
Ende der 30er-Jahre sitzen drei Männer in einem sowjetischen Arbeitslager beisammen. Der erste fragt den zweiten: "Weshalb bist du hier?" – "Weil ich 1935 für Iwan Iwanowitsch war."
Fragt der erste den dritten: "Und warum bist du hier?" – "Weil ich 1937 gegen Iwan Iwanowitsch war."
Fragt der dritte den ersten: "Und du?" – "Ich bin Iwan Iwanowitsch."

Frankreich
Ein Patient sagt zum Arzt: "Gestern ist mir ein Freud’scher Versprecher unterlaufen. Ich saß beim Abendessen mit meiner Schwiegermutter und wollte eigentlich sagen: ,Reich mir doch bitte die Butter.‘ Stattdessen sagte ich: ,Du blöde Kuh hast mein Leben zerstört.‘"

Kanada
Sagt ein Mann zu seinem Freund: "Meine Frau macht eine dreiwöchige Diät." – "Und wie viel hat sie schon verloren?" – "Zwei Wochen."

Indien
Ein Geschäftsmann besucht seinen chinesischen Freund im Krankenhaus. "Chin yu yan, chin yu yan", flüstert der Kranke mit schwacher Stimme. Der Geschäftsmann will ihm helfen, spricht aber kein Chinesisch. "Chin yu yan!", wiederholt der Patient. Kurz darauf ist er tot. Der Geschäftsmann ganz aufgelöst zu einem Arzt: "Mein Freund ist gestorben. Er wollte mir noch etwas mitteilen. Was bedeutet: ‚Chin yu yan‘?" Darauf der Arzt: "Geh von meinem Sauerstoffschlauch runter!"

Finnland
Zur Feier ihres 30. Hochzeitstages planen Hannu und seine Frau eine Reise in das Hotel, in dem sie einst ihre Flitterwochen verbrachten. Alles soll perfekt sein. Hannu fährt einen Tag früher los, um alles vorzubereiten. Nachts schreibt er eine E-Mail an seine Frau, gibt jedoch eine falsche Adresse ein, und die Nachricht landet stattdessen bei der Witwe eines kürzlich verstorbenen Pfarrers. Am nächsten Morgen findet der Sohn der Witwe seine Mutter ohnmächtig vor ihrem Computer. Dort steht: "Meine herzallerliebste Frau, ich bin gerade eingetroffen. Alles ist für deine Ankunft morgen vorbereitet. Ich hoffe, deine Reise wird so angenehm wie meine. PS: Es ist sehr heiß hier!"

Autor: Thomas Kunze