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Fotos © www.piqs.de / Fotograf: Johanna B., CC (Some rights are reserved.)

Mit Mediatorin Monika Gruhl und Coach Dr. Marco von Münchhausen

Psychologie: Was die Seele stark macht

Mit Schwung ins neue Jahr: optimistisch bleiben, Krisen im Vorfeld entschärfen, viel innere Kraft schöpfen. So gelingt es!

Die Augen sind unsere Fenster zur Seele. Wenn sie strahlen, geht es uns gut. Dann ist die Seele stark. Etwa nach einem genüsslichen Mahl im Freundeskreis, entspannt und fröhlich. Aber auch nach einem langen Waldspaziergang, ruhig und ganz allein. "Die Seele verweist uns auf den inneren Raum, in dem der Mensch mit seinem wahren Selbst in Berührung kommt", sagt der berühmte Benediktinermönch Anselm Grün, dessen Ratgeber regelmäßig zu Bestsellern werden. Wege zu diesem inneren Raum zu finden und ihn zu erkunden sind für ihn individuelle Abenteuer. Damit diese uns guttun, gilt: "Überall, wo gebetet wird, entsteht ein heilender Raum."

Kraft des inneren Dialogs

Forscher bekräftigen diese These: Wer sich regelmäßig an eine höhere Macht wendet, stärkt nicht nur seine Abwehrkräfte, sondern ist auch optimistischer und seelisch stabiler, so das Ergebnis einer US-Studie der Georgetown University in Washington. Dabei spielt es keine Rolle, ob überlieferte oder selbst erfundene Formeln gesprochen werden, ob man allein oder in der Gruppe, laut oder leise betet. Jedoch: "Lob- und Danksagungen werden als seelisch beglückender angesehen als Klagen und Hilferufe, in denen negative Gedanken überwiegen", sagt Marco von Münchhausen, Trainer für Persönlichkeits- und Selbstmanagement ("Wo die Seele auftankt", Campus, 19,90 Euro).

Ebenso wirksam können regelmäßige Meditation, Yoga, Atemübungen, Tai-Chi oder Qigong unsere innere Balance wiederherstellen. Denn diese mentalen und körperlichen Entspannungstechniken bauen Stress ab - und der ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Hauptverursacher körperlicher und seelischer Krankheiten. Die Übungen tun uns so gut, weil sie unsere Gedanken auf die Gegenwart richten - auf die "Zeit der Seele", wie von Münchhausen sie nennt.

Bewusst genießen

Der spirituelle Zustand, ganz im Hier und Jetzt zu sein, lässt sich auch bei profanen Handlungen erleben: beim Betrachten eines Baums oder eines Gemäldes, beim Bügeln, beim Duschen, beim Kochen, Putzen, Malen, Basteln oder Musikhören. Alles, was wir bewusst, achtsam und liebevoll tun, ist gut für die Seele - eine Zen-Weisheit, die zahlreiche moderne Studien bestätigen.

Auch sinnlicher Genuss spielt eine wichtige Rolle. Ein Apfel etwa ist immer mehr als ein gesundes Stück Obst. Intensiv genossen, kann er uns an die Sommersonne erinnern, an glückliche Kinderspiele unter den Apfelbäumen der Großeltern oder an die "Apfelbäckchen" der inzwischen erwachsenen Tochter, die als Mädchen Angst vor Schneewittchens böser Stiefmutter hatte und sich beim Märchenvorlesen eng anschmiegte.

Ein Stück Kuchen, ein Teller Suppe, ein köstlicher Braten - Speisen und Getränke, die man bewusst genießt, erzeugen nicht nur "selige" Geschmackserlebnisse, sondern auch Gedanken und Bilder, die Kraft geben. Rituale können diese Wirkung noch verstärken: In Japan und Russland pflegt man traditionelle Teezeremonien, die unter anderem den Sinn haben, den Kontakt zu sich selbst zu vertiefen.

Ein weiteres Grundbedürfnis der Seele heißt: Neuland erkunden - im Inneren wie in der Außenwelt. Wer offen ist für neue Freundschaften, wer sich an neue Hobbys wagt, wer neugierig durch die eigene Stadt streift, der tankt auf. Das Planetarium, die Kinderbuchabteilung der Bibliothek, ein "fremder" Supermarkt - das alles eignet sich zum Experimentieren. Ebenso Mutproben wie ein nettes Kompliment für die Sitznachbarin im Bus.

Autor: Petra Mikutta