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Katze und Hund sind die liebsten Haustiere der Deutschen.
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Katze und Hund sind die liebsten Haustiere der Deutschen. / Foto © www.piqs.de / Stefano Mortellaro , CC (Some rights are reserved.)/ Foto Flashbühne © www.piqs.de / Anita Martinz , CC (Some rights are reserved.)

Mit Diplom-Psychologin Dr. Silke Wechsung

Haustiere: Darum machen Hund und Katze glücklich

Drei Tage spielte der Schnauzer Roma mit der Polizei Verstecken. Eigentlich war er mit Herrchen und Frauchen auf der Autobahn unterwegs gewesen, als deren Wagen bei Hildesheim in einen Unfall geriet. Das Ehepaar musste ins Krankenhaus – der Hund war plötzlich verschwunden. Immer wieder sah man das verstörte Tier in der Nähe der Unfallstelle, doch alle Versuche, es einzufangen, scheiterten. Schließlich begab sich Besitzer Helmut Weyand, begleitet von einem Krankenpfleger, selbst auf die Suche. Mit Erfolg: Ein Ruf, ein Pfiff – schon sprang ihm Roma in die Arme, sichtlich nach Streicheleinheiten lechzend. Ein Wiedersehen, das Herrn und Hund gleichermaßen glücklich machte.

Zwischen Mensch und Haustier können innige Beziehungen entstehen. Schon in jedem dritten deutschen Haushalt lebt inzwischen ein Tier, insgesamt 22,6 Millionen. Katzen, Hunde und Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster und Hasen sind am beliebtesten. Oft kennt die Tierliebe keine Grenzen: So geben 35 Prozent aller Halter an, dass für sie der Hund wichtiger ist als der Partner."Viele Menschen finden beim Tier, was ihnen andere Menschen nicht geben können", sagt Dr. Silke Wechsung, Leiterin des Forschungsprojekts "Mensch und Hund" an der Uni Bonn. Sie weiß: "Es besteht ein enger Kontakt, besonders zu Hunden. Das Tier ist grundsätzlich für einen da, ein ständiger Begleiter, der nichts infrage stellt."

Tierhalter in Deutschland

Vielmehr fühlt man sich angenommen, wie man ist. Aussehen, Status, Geld, Beruf – für das Tier spielt das keine Rolle. Dieser "Cinderella-Effekt" wirkt stressbefreiend. Zudem funktioniert die Kommunikation Mensch–Tier einfach: „Es ist eine reine Sender-Empfänger-Beziehung. Die Tiere reagieren sensibel auf Stimmungen. Natürlich können sie Sprachbotschaften nicht wirklich entschlüsseln. Aber gerade Hunde haben eine besondere Begabung, auf die Signale von Menschen zu reagieren. Sie riechen auch besser als wir, erkennen etwa Angst sehr viel schneller“, so Wechsung.

Gesund fürs Herz

Wie gut das Zusammenleben mit dem Heimtier tut, beweist eine Untersuchung: So liegt die Zahl der Arztbesuche bei Menschen ohne Haustiere um 18,5 Prozent höher als bei Tierhaltern. Vierbeiner schenken durch ihre Zuneigung Glück und Geborgenheit – das wirkt deutlich entspannend und hellt die Stimmung auf. Folge: Der Blutdruck wird gesenkt, das Risiko von Herzleiden geringer. Spaziergänge mit dem Hund stärken Kreislauf, Knochen und Gewebe. "Je besser die Beziehung zum Tier, desto stärker sind die positiven Auswirkungen", weiß Dr. Wechsung.

Dass Tiere eine immer wichtigere Funktion als Seelentröster bekommen, ist für Martin Rütter, Tiertherapeut und "Hundeprofi" beim Sender Vox, zuallererst ein gesellschaftliches Phänomen: "Immer mehr Menschen vereinsamen. Für sie ist dann der Hund der einzige Ansprechpartner. Das trifft auf alte Menschen zu, oft aber auch auf Leute in der Mitte des Lebens. In günstigen Fällen wird der Hund für sie zum Öffner in die Welt draußen. Weil die Tiere so kommunikativ sind, reden auch Herrchen und Frauchen wieder mit anderen."

Autor: Sabine Goertz-Ulrich