HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Karl Rabeder trennte sich von seinem Luxusleben.

Karl Rabeder trennte sich von seinem Luxusleben und wohnt nun in einer Tiroler Berghütte. / Foto: © picture alliance/APA/picturedesk.com

10-Punkte-Plan für mehr Optimismus

Glück im Alltag

Die Kraft der positiven Gedanken

Angenommen, man hätte wirklich einmal den berühmten einen Wunsch frei: Wäre man darauf vorbereitet? Wüsste man, was einem von Herzen wichtig ist? Die meisten Deutschen sind sich da einig: Hauptsache gesund. Sabine Garthe sieht das anders: "Hauptsache glücklich", findet sie, "denn glücklich sein darf jeder." Diese Erkenntnis hat Sohn Theo ihr geschenkt, ein Kind, das durch einen seltenen Gendefekt ohne Beine auf die Welt gekommen ist. Ein Kind, das nicht gesund ist, aber trotzdem Freude am Leben hat. Wenn man sieht, wie flink sich der Junge mit der Kraft seiner Arme fortbewegt oder geschickt auf dem Rollbrett durch die Gegend flitzt, hat man daran keinen Zweifel.

Doch woher nimmt man die Kraft und Zuversicht, wenn der Arzt einem eröffnet, dass er im Ultraschall ein Kind sieht, dem die Beine fehlen? Nach dem ersten Schreck hat Sabine Garthe und ihrem Mann Axel vor allem ihr christlicher Glaube geholfen: "Es gab da einen Moment in einem Gebet“, berichtet die Mutter, "da habe ich plötzlich alles hell gesehen und dann das Gesicht eines blonden, lachenden Kindes. Meine Traurigkeit war total weg, und ich habe mich nur noch auf mein Kind gefreut." Bis heute hilft dieser Glaube der Familie immer wieder, wenn es schwierige Situationen zu meistern gilt.

Die Liebe zu sich selbst

"Wenn Theo mal traurig ist, höre ich ihm gut zu und versuche, ihm zu vermitteln, dass er wertvoll ist, egal was andere sagen", so Sabine Garthe. "Das Wichtigste im Leben ist, habe ich ihm neulich erst gesagt, dass man sich selbst liebt und weiß, dass Gott einen liebt. Es ist auch wichtig, dass Menschen einen lieb haben, aber das kann man nicht beeinflussen." Der Mutter ist bewusst, dass es für Kinder mit einem Handicap ganz entscheidend ist, den Blick auf die eigenen Stärken zu richten und sich nicht zu sehr mit anderen zu vergleichen. Schließlich kann jeder Mensch wählen, ob er nur negative oder auch die positiven Seiten seines Lebens sehen will.

Mit dieser Einstellung gelingt es Sabine Garthe sogar, Theos Situation einen Sinn zu geben: "Vielleicht nehmen andere einem behinderten Menschen sein Gottvertrauen und seine Zuversicht eher ab und bekommen dadurch selbst mehr Mut", überlegt sie. Vielleicht wird sich Theos Aufgabe in der Welt aber auch erst später zeigen: "Das Leben versteht man ja oft erst rückblickend." Aber ist Gesundheit für unser Glück wirklich so wenig entscheidend? Kann die Mehrheit der Menschen sich so irren? "Tatsächlich können chronisch kranke Menschen sehr zufrieden, dankbar und optimistisch sein“, sagt Diplom-Psychologin Ursula Nuber. "Wichtiger für ein glückliches Leben sind gute Kontakte zu einer kleinen Zahl vertrauter Menschen sowie Interessen, denen man selbstvergessen nachgehen kann. Und für manche Menschen sind auch religiöse Rituale wichtig, um sich wohlzufühlen."

Das Glück guter Gedanken

Wer nicht gläubig ist, kann zwar nicht Gott um positive Gedanken bitten, aber selbst etwas dafür tun. Denn: "Zuversicht ist weder angeboren noch eine Frage des Charakters", so Psychologin Nuber. "Sie hängt von Lernerfahrungen ab. Wer von klein auf bestätigt und anerkannt wurde, dem fällt es leichter, optimistisch durch die Welt zu gehen." Und was Kinder lernen, können sich auch Erwachsene antrainieren:

10-Punkte-Plan für mehr Optimismus im Alltag
Auch die Zuversicht kommt in kleinen Schritten – und schon mit einfachen Tricks kann man sie anlocken.

1. Wer sich in Dankbarkeit übt, lernt, seinen Blick auf Positives zu richten. Tipp: abends aufschreiben, was am Tag alles schön war.
2. Freiwillig etwas für andere zu tun macht zufriedener und optimistischer. Psychologen nennen das Phänomen "Helper’s High".
3. Jeder darf Fehler machen, mal wütend oder traurig sein – wir auch! Wichtig ist, nachsichtig mit sich selbst zu sein, nicht immer kritisch und perfektionistisch.
4. Oft neigt man dazu, negativen Gedanken allzu lange nachzuhängen. Das macht pessimistisch. Besser ist es, wenn man sich bemüht, Verletzungen zu vergeben.
5. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel! Egal ob ein Kuchen besonders gut gelungen oder das Haus endlich abbezahlt ist – seien Sie auch mal stolz auf Ihre Leistungen.
6. Mut haben, Neues wagen: Das wirkt erfrischend. Dabei gilt es aber auch, darauf zu achten, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Auf den eigenen Bauch hören!
7. Die Verkäuferin ist brummelig, der Nachbar schlecht gelaunt? Bloß nicht alles persönlich nehmen, man ist nie an allem schuld. Kritik zielt meist auf ein Verhalten, nicht auf die Persönlichkeit.
8. Wenn man dauernd unzufrieden ist und nicht recht weiß warum, sollte man sich einmal über längere Zeit seine Gedanken notieren. Man wird feststellen, dass ähnliche Botschaften immer wiederkehren. Dieses Muster kann ein wichtiger Schlüssel sein.
9. Leckeres Essen, vielleicht im Kreise von Freunden, kann die Stimmung positiv beeinflussen.
10. Wichtig ist auch, sich darin zu schulen, die kleinen Dinge im Alltag zu sehen: die Blumen im Park oder das Lächeln, mit dem einem jemand begegnet.


Autor: Melanie Schirman