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Igel im Winterschlaf

Kluge Energiesparer: Igel machen Winterschlaf; © dpa

Nur die Ruhe!

Wie Tiere überwintern

Die Menschen trotzen den kalten Temperaturen, indem sie warme Kleidung tragen, zu Hause schön einheizen oder sich gemütlich im Bett einkuscheln. Und was tun die Tiere? Die machen es im Prinzip ganz genauso. Rehe zum Beispiel tragen eine Art Daunenjacke: Ihr graubraunes Winterhaar ist besonders lang und auffällig gewellt, sodass viel Luft darin eingeschlossen ist – das isoliert und schützt sehr gut vor der Kälte.

Kluge Energiesparer

An extrem frostigen Tagen werden Rehe und Hirsche außerdem zu Energiesparern und fallen in eine Form der Kältestarre, bei der Herzschlag und Körpertemperatur absinken. Das bedeutet allerdings auch, dass sich die scheuen Tiere nicht mehr so flink bewegen können und einfach regungslos stehen bleiben, wenn man sich ihnen nähert. Weil sie dabei aber nicht zutraulicher sind als sonst, bedeuten solche Situationen Stress – Waldspaziergänger sollten darauf Rücksicht nehmen und sie auch im Winter in Ruhe lassen.

Förster und Jäger wissen am besten, wann und ob die Tiere vielleicht doch Hilfe benötigen, und versorgen das Wild in Notzeiten mit artgerechter Nahrung – etwa bei dauerhaftem starkem Schneefall.

Die meisten Tierarten verkriechen sich allerdings lieber, wenn es kalt wird. Dabei geht der Dachs besonders klug vor und baut sich eine praktische Bioheizung: Im Herbst und Frühwinter schleppt er reichlich Stroh und Blätter in seinen Bau. Diese fangen an zu gären und produzieren dadurch Wärme. Obwohl er es so schön muckelig hat, schläft der Dachs aber nicht den Winter durch, sondern verlässt seinen Bau gelegentlich zur Nahrungssuche. Wie Biber, Braunbär und Eichhörnchen hält er nur eine ausgedehnte Winterruhe.

Die echten Winterschläfer hingegen sieht man monatelang überhaupt nicht. Nachdem sie sich jede Menge Fettreserven angefressen haben, rollen sie sich in ihrer Schlafstätte zusammen und schlummern bis zum Frühling. Dabei vollbringt die Natur eine erstaunliche Leistung: Die Körpertemperatur der Tiere sinkt auf bis zu drei Grad, Herzschlag und Atmung sind unregelmäßig und extrem verlangsamt. So schieben beispielsweise Igel im Winter – im Wortsinn – eine ruhige Kugel. Durch ihr karges Stachelkleid sind sie nicht so gut isoliert wie Pelztiere und benötigen also mehr Stoffwechselwärme, um wenigstens eine Körpertemperatur von fünf Grad zu halten. Mindestens 500 Gramm sollte ein Jungtier wiegen, um den Winter unbeschadet zu überstehen, immerhin verliert es in dieser Zeit im Schnitt 30 Prozent seines Gewichts. Sieht man jetzt, bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke, noch einen Igel herumlaufen, ist er wahrscheinlich krank und braucht Hilfe – über die richtige Pflege informieren Tierheime und Igelstationen.

Winter ist Fastenzeit

Wie die Igel überwintern auch die kleinen Haselmäuse in geschützten Erdlöchern oder Laubhaufen. Der artverwandte Siebenschläfer hingegen zieht sich in Baumhöhlen oder verlassene Eichhörnchenkobel zurück. Dort schläft er dann, wie sein Name schon verrät, sieben Monate durch, oft sogar noch länger. Damit ist das Tier Rekordhalter in Sachen Winterschlaf!

Doch die kalte Jahreszeit bringt noch andere Höchstleistungen hervor: Murmeltiere machen minutenlange Atempausen, ihre Körpertemperatur fällt von 39 Grad auf etwa sieben Grad. Sie schrumpfen sogar Magen, Leber und Nieren, um den Stoffwechsel zu entlasten. Bewegungslos und ausgekühlt scheinen Winterschläfer dem Tod näher als dem Leben. Trotzdem darf man sie auf keinen Fall wecken, das würde all ihre Energiereserven aufbrauchen. Zudem müssten die Tiere hungern, weil sie bei Frost und Schnee nichts zu fressen finden. Wer ihnen Gutes tun will, bleibt beim Spaziergang auf den Wegen und lässt seinen Hund immer angeleint.

Ist der Winter vorbei, erwachen die Tiere nach und nach aus ihrem tiefen Schlaf. Fast so, als gäbe die Natur ihnen einen für uns unhörbaren Weckruf. Langsam steigt die Körpertemperatur wieder an, die letzten Fettreserven werden in Wärme umgewandelt, die Muskeln beginnen zu zittern, um die kleinen Körper zusätzlich aufzuheizen. Jetzt kehrt das Leben zurück – und mit ihm vor allem eins: Hunger!

Autor: Melanie Schirmann