HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Die Erwachsenentiere müssen unaufhörlich jagen.
Zur Bilderstrecke

Szene aus der TV-Doku ''Stolze Löwen im Kampf'': Die Erwachsenentiere müssen unaufhörlich jagen, um den Hunger der Jungtiere zu stillen. / Fotos: ARTE France / © Earth-Touch

TV-Doku über ihre Kampf-Techniken

Wie Löwen im Rudel jagen

Die sechs Löwinnen heben den Kopf. Sie haben etwas gewittert. In einiger Entfernung taucht eine Büffelherde auf, die vor einer Baumgruppe zu grasen beginnt. Die Wildkatzen ducken den Kopf, dann pirschen sie sich an. Die Jägerinnen wählen eine Route gegen den Wind, damit ihr Geruch sie nicht verrät. Sie kreisen ein abseits stehendes Tier heimlich ein.

Kurz darauf haben sie den Abstand auf 20 Meter verkürzt, sie preschen vor. Auch ein Löwenmännchen hat sich angeschlichen, wartet aber noch auf seinen Einsatz. Seine Majestät hat eine Sonderrolle. Der Büffel hebt erschreckt den Kopf und läuft schnaubend los, als die erste Katze schon ihre Pranken in sein Rückenfell schlägt. Die Löwinnen versuchen, ihr Opfer durch Bisse in die Wirbelsäule zu lähmen. Schließlich gelingt es ihnen, den Büffel auf die Seite zu werfen. Kein leichtes Unterfangen, denn er wiegt etwa eine Tonne. Jetzt eilt der Löwe zu Hilfe. Er drückt dem Büffel die Kehle zu, um ihn zu ersticken. Erst danach beginnt die Mahlzeit der Raubkatzen.

So zeigt es die preisgekrönte britische Doku ''Stolze Löwen im Kampf'' (16.4., ARTE,19.30 Uhr). Die Filmemacher folgten einem Rudel mit zwei männlichen Leittieren, sechs Weibchen und 15 Jungtieren fast zwei Jahre lang im Okavango-Delta in Botsuana. Die Jagd war riskant, jederzeit hätte die wütende Büffelherde angreifen können.

"Büffel sind selbst für Afrikas größte Raubtiere ein gefährlicher Gegner: Sie sind groß, aggressiv und tragen mit ihren gewaltigen Hörnern gefährliche Waffen", so Volker Homes, Artenschutzexperte der Naturschutzorganisation WWF. "Löwen greifen deshalb nur im Rudel an und folgen einer ausgeklügelten Taktik." Auf ihrem Speisezettel stehen ansonsten vor allem Antilopen, Gazellen, Zebras und Gnus.

Doch die Löwen am Okavango sind auf Büffel spezialisiert, deren Jagd all ihre Klugheit und Kraft erfordert. Längst nicht jeder Angriff hat Erfolg. Eine Studie in der Serengeti ergab, dass nur 14 Prozent ihrer Angriffe auf Riedböcke und 32 Prozent ihrer Attacken auf Gnus mit einer Mahlzeit belohnt werden. Zum Vergleich: Geparde sind fast bei jedem zweiten Versuch erfolgreich.

Löwen jagen vor allem nachts und im Morgengrauen. "Für ihren Beutezug brauchen sie unbedingt das Überraschungsmoment", erklärt WWF-Experte Volker Homes. "Ihre Höchstgeschwindigkeit von etwa 55 Stundenkilometern können sie nämlich nur kurze Zeit halten."

Der Jäger wird gejagt

Seine Majestät ist stark, aber die Bestände schwächeln: "Die afrikanische Löwenpopulation ist in den vergangenen 50 Jahren dramatisch geschrumpft", so Homes. Eine neue Schätzung geht von rund 23.000 Exemplaren aus. "Neben dem Verlust an Lebensraum sind Krankheiten die Hauptbedrohung. Regional ist es auch die unregulierte Trophäenjagd."

Immerhin: Länder wie Botsuana und Sambia wollen diese "Touristenattraktion", bei der Wohlhabende gegen Bezahlung wilde Tiere erlegen dürfen, einschränken oder sogar verbieten. Die einzigen Schüsse auf die Könige der Savanne wären dann, im besten Fall, Safarischnappschüsse.


Sendehinweis: ''Stolze Löwen im Kampf''

Ein Löwenrudel in Botsuana: Jagen, um zu überleben.
DI, 16.4., ARTE,19.30 Uhr

Autor: Dagmar Weychardt