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"Doppelpack: Mein Hund und ich"
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Vierbeiner sehen oft ihren Herrchen oder Frauchen ähnlich. Und haben auch ähnliche Wesenszüge.
Ein Experte erklärt, warum. - Foto © Christoph Schwabe.

Buch "Doppelpack: Mein Hund und ich"

Warum Hund und Besitzer sich ähnlich sehen

Daisy ist ein Traum von einem Mops: klein, dunkle Kulleraugen, schwarzes Fell. Ihre Besitzerin wirkt wie ihr menschlicher Zwilling. Angela ist klein, hat braune Kulleraugen und dunkles Haar. Wolfgang und sein Mischlingshund Paul blicken einmütig besonnen in die Kamera. Pumi-Mischling Flori und Besitzerin Julia scheinen mit ihren verwehten Wuschelhaaren denselben Friseur zu haben.

Insgesamt 64 solcher Mensch-Hund-Paare versammelt das Fotobuch "Doppelpack" (siehe Buch-Tipp). Die Macher trieben optisch auf die Spitze, was wohl jeder schon einmal gedacht hat: Unglaublich, dass Hund und Halter oft wirken wie aus einem Holz geschnitzt.

Tierisches Spiegelbild

Aber lässt sich die Binsenweisheit "Wie der Herr, so ’s Gescherr" sachlich belegen? Oder fallen einfach nur jene Duos auf, die zueinander passen wie der Deckel auf den Topf? "Es ist ähnlich wie bei uns Menschen", sagt Prof. Kurt Kotrschal, Verhaltensforscher und Biologe an der Universität Wien. "Gleich und Gleich gesellt sich gern. Dieses Prinzip gilt auch bei der Wahl eines Hundes. So ist durchaus wahrscheinlich, dass ein älterer Herr mit Hängewangen einen Rottweiler aussucht. Auch der Charakter wird oft passend gewählt: Ein gemütlicher Mensch vom Typ Couch-Potato wäre mit einem agilen Border Collie sicher schlecht beraten."

Das Haustier als unser Wiedergänger – dieses Phänomen haben Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego bestätigt: Sie legten Testpersonen Fotos von 45 Hundehaltern mit jeweils zwei einzelnen Hundefotos vor. Die Probanden sollten raten, welcher der Hunde wirklich der abgebildeten Person gehörte. Ergebnis: In zwei von drei Fällen ordneten sie die Tiere richtig zu, allerdings nur bei Rassehunden. "Bei Zuchthunden lassen sich das spätere Aussehen und Wesen schon im Welpenalter vorhersehen", so Prof. Kotrschal. Doch wie geht es im Lauf der Beziehung weiter? Äußerlich färbt die Nähe nicht ab, aber psychisch. "Es findet eine gegenseitige Stimmungsübertragung statt, vor allem vom Menschen auf den Hund", sagt Kotrschal, dessen Team Verhaltensstudien mit etwa 120 Mensch-Hund-Paaren durchgeführt hat. So haben unsichere Menschen auch eher unsichere Hunde. Selbstbewusste Typen hingegen wählen oft auch eigenständigere Tiere.

80-prozentige Anpassung

Zu etwa 80 Prozent passt sich der Hund dem Menschen an, lediglich in rund 20 Prozent ist es umgekehrt. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Grafikerin Julia krempelte für ihre Mischlingsdame Flori ihr Leben um: Aus der Partygängerin wurde eine Frischluftfanatikerin, die Urlaub, Freunde und Jobs passend zu Flori aussucht und diese auch überallhin mitnimmt. Sie kleidet sich sogar in Floris Fellfarbe Grau. Julia weiß, wofür: "Ich empfinde das nicht als Einschränkung. Denn nichts gibt mir mehr, als mit Flori glücklich zu sein."


Verwandte Seelen

Ein Buch zeigt Hunde & Halter in amüsanten Doppelporträts.
Beim Gassigehen fiel dem Fotografen Christoph Schwabe auf: Hunde und Halter sehen sich oft ähnlich. Daraus machte der Wiener gemeinsam mit der Tiermedizinstudentin Christin Vogt ein lustiges Fotobuch. Via Internet fanden sie 64 Herrchen und Frauchen, deren Schützlinge sie mit Einfühlungsvermögen und Leckerlis in je nur zehn Minuten ablichteten – mit ähnlicher Kopfhaltung. Mehr Tricks gab es nicht. "Ich wollte natürliche Bilder", so Schwabe. "Hund und Besitzer haben oft dieselbe Ausstrahlung."

Autor: Dagmar Weychardt