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Süße Rotluchs-Junge.
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Mini-Tiger: Die Luchsin wirft im Frühjahr zwei bis sieben Junge. Weitere süße Rotluchs-Junge in der Bilderstrecke oben. - Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Im TV: Mississippi, 11.03., 20:15 Uhr, Das Erste

Überlebenskünstler Rotluchs

Er ist nur etwa doppelt so groß wie unsere Hauskatze, doch in der Wildnis erweist sich der Rotluchs dank seiner erstaunlichen Beutetechnik als Überlebenskünstler.


Süße Rotluchs-Junge finden Sie in der Bilderstrecke oben.


Rotluchs

Der Rotluchs lebt in Kanada, den USA und Mexiko. - Foto © picture alliance / WILDLIFE

Schleichend zum Erfolg: Rotluchse bei der Jagd. Typisch Katze! Der Rotluchs ist ein Überraschungs- und Lauerjäger. Nach einem Kurzspurt springt er sein Opfer an und beißt es in den Hals oder Nacken. Lieblingsbeute sind Bisamratten oder Schneeschuhhasen. Rotluchse jagen aber auch größere Tiere, die im Extremfall achtmal mehr wiegen als sie selbst, etwa 100 Kilo schwere Weißwedelhirsche.

Die Jagd beginnt in der Dämmerung. Wenn das erste Licht des Tages weiche Schatten wirft, sieht der Rotluchs scharf. Lautlos, immer wieder innehaltend, schleicht die Raubkatze durch das verschneite Revier. Dichte Waldschonungen, Uferböschungen, weites Farmland. Die lustigen Pinselohren zucken nervös, richten sich wie Antennen auf das kleinste Geräusch.

Plötzlich erstarrt der Rotluchs im Lauf. Seine Pupillen – schmale Schlitze. Ein Kaninchen kauert unter vereisten Wurzeln. Gut getarnt, aber nicht gut genug. Bis auf wenige Meter pirscht sich der Rotluchs heran. Das Kaninchen schreckt auf, schlägt Haken – und ist doch chancenlos. Der Tod kommt gnädig in Sekunden. Mit einem gewaltigen Satz und einem kräftigen Biss in den Nacken.

Rotluchs

Bei der Jagd: Der Rotluchs beherrscht eine erstaunliche Beutetechnik. - Foto © picture-alliance / OKAPIA KG, Ge

"Der Rotluchs ist ein geschickter Jäger", erklärt Markus Bathen vom Naturschutzbund Deutschland. Rund 1,5 Millionen der Tiere streifen derzeit durch den Norden der USA. Aber auch im Süden Kanadas und im nördlichen Mexiko sind die scheuen Katzen zu finden. "Da sie dort fast flächendeckend verbreitet sind, können sie es kompensieren, dass ihr Verbreitungsgebiet immer mehr besiedelt wird und man sie selbst jagt."

Jüngstes Problem der Bobcats, wie die Rotluchse in den USA genannt werden: Die intensivierte Landwirtschaft zwingt sie immer häufiger zum Rückzug. "Aktuell gilt ihre Art zwar als nicht gefährdet", so Bathen, "aber gerade in den letzten Jahren sind sie in einigen Staaten wie Indiana und Iowa fast verschwunden."

Samtpfote auf Solopfaden

Jetzt, im ausgehenden Winter, ist Beute rar. Und die mit etwa 60 Zentimeter Körperlänge kleinere, pausbäckige Verwandte des Eurasischen Luchses muss alle Tricks aufwenden, um der Kälte und dem Hunger zu trotzen (siehe weiter unten). Die zweiteilige ARD-Dokumentation „Mississippi“, die das spektakuläre Naturszenario an Amerikas mächtigstem Strom einfängt, folgt dem Rotluchs in Minnesota.

Rotluchs

Kletterprofi Rotluchs: Seine Beute ist auch auf Bäumen nicht sicher. - Foto © picture-alliance / OKAPIA KG, Ge

Rotluchs? Das ist etwas missverständlich. Die Färbung der Raubkatzen ist sehr variabel, oft eher beige, grau bis hellbraun. Mit der charakteristisch dunklen Fleckung die ideale Tarnung, um sich in eisigen Nächten unbemerkt in Höhlen oder Felsspalten zu kuscheln. Die schlimmste Kälte scheint jetzt im März allerdings überwunden. Und mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnt für die Rotluchse die aufregende Paarungszeit. Die Zeit im Jahr, in der die Männchen ihr Einzelgängertum aufgeben. Und die Luchsin, die eben noch mit dem flauschigen Nachwuchs durch den Schnee tollte, ihre Jungen auf ungewisse Solopfade entlässt.

Es ist der Beginn des Erwachsenwerdens, eines neuen und gefahrvollen Lebenszyklus. "Die Jungtiere verhungern nicht selten, weil ihre Jagdtechniken noch unausgereift sind", weiß der Naturschutzexperte Markus Bathen. Von zehn ausgewachsenen Rotluchsen erleben nur sechs bis sieben das nächste Lebensjahr. Diejenigen, die diese Bewährungsprobe überstehen, reifen aber zu raffinierten Überlebenskünstlern, die in Bedrängnis auch in höhere Gebirgslagen ausweichen. Oder in trockene Halbwüsten.

Sogar in der belebten Metropolregion rund um New York wurden die scheuen Bobcats schon gesichtet. Bathen: "Die Not treibt die Tiere dorthin. Aber bisher haben die schönen Katzen immer eine Nische gefunden."

Autor: Valerie Höhne