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Baumkängurus ernähren sich von Blättern und Früchten.

Baumkängurus leben ausschließlich in Ästen und Wipfeln und ernähren sich von Blättern und Früchten. - Foto © picture alliance / WILDLIFE

Seltene Fotos

Über die mysteriösen Baumkängurus

Friedlich, niedlich und überaus mysteriös: In Australien und auf Neuguinea gibt es Kängurus, die auf Bäumen leben. Bisher ist es nur wenigen Forschern gelungen, sie zu beobachten. Ihr Bericht.

Bei ihrer Geburt sind sie nur so groß wie ein Gummibärchen. Und sie sehen auch ein bisschen so aus. Denn Arme und Beine, selbst die Nase, wirken noch stummelhaft. Kein Wunder, denn kleine Baumkängurus kommen schon nach ungefähr einem Monat Tragzeit zur Welt. Genau weiß es die Wissenschaft nicht, auch nicht das exakte Geburtsgewicht.

Beuteltier Goodfellow-Känguru

Baumkängurus bleiben ungefähr 10 Monate im Beutel der Mutter.
Foto © picture-alliance/ dpa

Unfertig, wie es ist, muss das Frühchen gleich die größte Heldentat seines Lebens vollbringen und sich seinen Weg durch das Haargewirr auf dem Bauch der Mutter bahnen. Hin zu einer beutelartigen Hautfalte, in der die Zitzen versteckt sind. Hat das Kleine es bis dahin geschafft, umschließt es mit dem Mund eine Zitze, diese schwillt an, und die Lippen wachsen von den Seiten zu, sodass Mund und Zitze druckknopfartig verbunden sind. Geschafft! Jetzt kann das Leben beginnen – ein Leben in Nahrungsfülle, Tropenwärme, ohne Angst vor Feinden.

Baumkängurus sind Vegetarier

Woher aber stammt der Name Baumkänguru – diese Beuteltiere kennen wir doch nur aus australischen Steppen? Vor gut einer Million Jahre haben sich einige von ihnen darauf spezialisiert, Blätter und Früchte der Bäume zu fressen. Heute sind es wahrscheinlich zwölf Arten verschiedener Größe, die im Nordosten Australiens und vor allem auf Neuguinea leben. Wissenschaftler entdecken immer mal wieder eine neue Art. Jetzt hüpfen oder hoppeln sie über die Äste der Urwaldbäume.

Beuteltier Goodfellow-Känguru

Die Heimat der Baumkängurus ist der tropische Regenwald.
Foto © picture alliance / landov

Immer gemächlich. Warum sich abhetzen? Es ist Nahrung für alle da. Und wenn sie mal auf einen anderen Baum wechseln wollen, machen sie es oft auf die bequemste Art: Sie lassen sich einfach aus 15 oder mehr Metern Höhe zu Boden fallen und klettern dann am nächsten Stamm wieder hoch. Die starken Kängurubeine federn den Fall schon ab.

Das Leben eines Lumholtz- Baumkängurus

Etwa fünf Monate lang bleiben die Kleinen unsichtbar im Beutel der Mutter. Erst danach lösen sie sich von der Zitze und schauen über den Rand des Beutels ins Grün rundum wie von einem Balkon. Allzu neugierig dürften sie dabei nicht sein, denn es geschieht wenig im Alltag eines Baumkängurus.

Ausgerüstet mit Fernglas, Scheinwerfer, Nachtsichtgerät und sehr viel Geduld protokollierten der deutsche Zoologe Udo Gansloßer und seine britische Kollegin Elizabeth Procter-Gray einmal vom Waldboden aus das Leben eines Lumholtz- Baumkängurus in Australien. 428,6 Stunden mussten die beiden vor Ort investieren, um festzustellen, dass die Tiere in 90 Prozent ihrer Zeit gar nichts tun. Nur schlafen und gucken. Selbst wenn das Objekt sich mal hinterm Ohr kratzte, notierten die Wissenschaftler dies erfreut als "Körperpflege".

"Es ist sehr schwierig, Baumkängurus in der Wildnis zu beobachten. Über ihr Sozialleben können wir fast gar nichts sagen", erklärt Dr. Gansloßer, der heute in Nürnberg vor allem Hunde erforscht. Wann frei lebende Baumkängurus endgültig den Beutel der Mutter verlassen, wissen auch Spezialisten wie er nicht genau. Es mögen zehn Monate sein. Wer allerdings meint, nur exotische Säugetiere würden in Bäumen geboren werden und gummibärchengroß in eine Bauchtasche kriechen, sollte bedenken, dass eines der beliebtesten Tiere der Welt das ebenso macht: der Koala, Urbild des Teddybären.

Autor: Walter Karpf