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Kragenhai
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Oft als lebendes Fossil bezeichnet: Der Kragenhai. - Foto © ZDF / Hiramichi Iwasaki; NHK

Abtauchen in die Urzeit

Seltene Haie

Expedition ins Unbekannte: Eine "Terra X"-Doku zeigt seltene Haie, wie man sie nie zuvor gesehen hat.

Sagamibucht, östlich der japanischen Halbinsel Izu: Langsam sinkt das Triton-Tauchboot in unergründliche Tiefen. Nur das Surren der Elektromotoren und das Summen der Klimaanlage stören die Stille der Unterwasserwelt.

Bizarre Fische gleiten im Licht der LED-Scheinwerfer vorbei. Doch die drei Männer unter der Acrylkuppel halten nur nach ganz besonderen Phantomen Ausschau: Monsterhaien – furchterregenden Wesen der Tiefsee, die kaum ein Mensch jemals zu Gesicht bekam.

Abtauchen in die Urzeit

Der Schauplatz des einzigartigen Experiments (siehe TV-Tipps rechts) ist perfekt gewählt. Vor Japan fällt der zerklüftete Meeresboden steil ab, nur 20 Kilometer von der Küste entfernt bereits auf über 2000 Meter. Hier hat sich ein Ökosystem voller urtümlicher Lebensformen erhalten.

In diesen Gewässern gelangen den Forschern auch die ersten Videoaufnahmen eines Riesenkalmars. Doch wie lockt man seltene Haie an? Ferngesteuerte Kameras mit Köderkäfigen halten Ausschau in der Finsternis.

Sakura-Krabbe
Die Sakura-Krabbe, eine Garnelen-Art, ist die Lieblingsbeute des Riesenmaulhais. - Foto © ZDF / Hiramichi Iwasaki; NHK

Für den Tauchbooteinsatz greifen die Japaner sogar zu einem spektakulären Trick: Sie schicken einen verendeten Pottwal zu den Fischen – nach Mafiaart beschwert mit einer Betonplatte. Der gigantischste Köder in der Geschichte der Meeresforschung, versenkt in einer pazifischen Tiefseeschlucht.

Der Stumpfnasen-Sechskiemerhai

Die beiden Meeresbiologen Dr. Yoshihiro Fujiwara und Dr. Sho Tanaka brauchen trotzdem Geduld, bis sich der erste Hai dem Walkadaver nähert. Der Anblick verschlägt ihnen den Atem: Knapp sechs Meter misst der Stumpfnasen-Sechskiemerhai, der seine spitzen Sägezähne in den Köder schlägt. Beim Fressen rollt er seine empfindlichen Augen tief in die Höhlen zurück. So sind sie besser geschützt.

Stumpfnasen-Sechskiemerhai
Stumpfnasen-Sechskiemerhai: Die Art ist weltweit verbreitet. Er wird über 5 Meter lang und wird auch als König der Tiefsee bezeichnet. - Foto © ZDF / Hiramichi Iwasaki; NHK

Den Namen verdankt er seinen sechs Kiemenschlitzen. Die meisten Artgenossen haben auf jeder Seite nur fünf. Wer Haie zu kennen glaubt, wird in der Dunkelheit des Pazifiks eines Besseren belehrt.

Der Kragenhai oder Krausenhai

Der Kragenhai etwa, auch Krausenhai genannt, gilt als lebendes Fossil. Seine Verwandten schlängelten schon vor 380 Millionen Jahren durch die Meere der Urzeiterde. Der Kopf ähnelt eher einer Eidechse, der lange Körper einer Schlange. Mit den Haien unserer Zeit hat das bis zu zwei Meter lange Tier wenig gemein.

Kragenhai
Oft als lebendes Fossil bezeichnet: Der Kragenhai. - Foto © ZDF / Hiramichi Iwasaki; NHK

Seine Lebensweise ist rätselhaft, denn noch nie konnte der Kragenhai über längere Zeit beobachtet werden.

Der Schlafhai

Gemächlich zieht der Pazifische Schlafhai durchs Meer. Der friedliche Eindruck täuscht: Rund fünf Meter misst das Exemplar, das die japanischen Forscher filmen können. Ein Riese, der blitzschnell zuschlägt. Das beweisen die Reste von Seehunden und Knochenfischen, die man im Magen der Tiere fand.

Der Riesenmaulhai

Nur einer lässt sich zunächst nicht blicken: Megamouth! Der Riesenmaulhai, erst im Jahr 1976 vor Hawaii entdeckt, gehört zu den geheimnisvollsten Geschöpfen der Ozeane. Obwohl er seit Jahrmillionen in der Tiefe lebt, weiß der Mensch fast nichts über ihn.

Riesenmaulhai
Einer der seltesten des räuberischen Clans: Der Riesenmaulhai. - Foto © ZDF / Hiramichi Iwasaki; NHK

Als auffälligstes Merkmal gilt sein rundlicher Kopf mit dem gewaltigen Maul. So bedrohlich Megamouth auch wirken mag, vermutlich ernährt sich der bis zu sechs Meter lange Riese hauptsächlich von Kleinkrebsen.

Diese Vorliebe wollen die Forscher nutzen. Sie tauchen gezielt dort, wo sich Schwärme von Sakuragarnelen tummeln. Das Glück spielt mit: Als Höhepunkt der Expedition schwimmt der Koloss dicht an den Kameras vorbei. Eine Begegnung, die das Team nie vergessen wird – und die helfen könnte, so manches Rätsel zu lösen.


Sendehinweis: "Terra X"

Naturdoku: Phantome der Tiefsee – Monsterhaie
Arte: 27.7., 20.15 Uhr
ZDF: 28.7., 19.30 Uhr

Autor: Kai Riedemann