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Luchs Weibchen mit ihrem Jungen

Luchs Weibchen mit ihrem Jungen. - Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Im TV: "Welt der Tiere. Räuberkinder"

Raubtierjunge

Sie sehen aus, als kämen sie direkt aus der Plüschtierecke des Kinderzimmers: das Fell wuschelig und weich, die Augen groß und rund. Kaum zu glauben, dass solche kleinen Rabauken einmal zu gefürchteten Raubtieren werden.

Auch die sonst so unnahbaren "Großen" zeigen sich plötzlich von ihrer sanften Seite. Wölfe lassen sich geduldig vom Nachwuchs in die Nase beißen, Luchse toben übermütig mit der ganzen Rasselbande. Doch was so spielerisch aussieht, erfüllt auch einen ernsten Zweck.

Egal ob Fuchs oder Luchs – Raubtiere sind hoch entwickelte Lebewesen, die ihre Fähigkeiten erst lernen und trainieren müssen. So verwegen die ausgewachsenen Räuber wirken, ihre Jungtiere sind oft hilflos und tapsen neugierig von einer Gefahr in die nächste.

Kleine Fischotter etwa werden leicht zur Beute von Greifvögeln oder Füchsen. Nur rund 15 Prozent ihrer Neugeborenen erreichen ein Alter, in dem sie selbst ein Revier erobern und auf die Jagd gehen können. Wie gut, dass sie jetzt noch wohlbehütet und unbeschwert durch den Sommer tollen dürfen, Unterricht im Jagen erhalten und sicher durch den entbehrungsreichen ersten Winter begleitet werden.


Im TV:

So, 8.09., 15 Uhr, BR
"Welt der Tiere. Räuberkinder"
Naturdoku über die Kinderstube europäischer Raubtiere


• Wolf

Wolf Jungtiere
Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Gemeinsam sind wir stark: Junge Wölfe lernen sehr früh, sich ins komplizierte Gefüge ihres Rudels einzufügen. Lektion 1: Wer sich nicht unterordnet, verhungert. Lektion 2: An allem herumbeißen, was in die Nähe kommt. Nur gut, dass die Chefs trotz strenger Rangordnung so geduldig und zärtlich sind.

Beim großen Heulkonzert nach Einbruch der Dunkelheit machen schon die Kleinsten mit. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Rund zwei Jahre bleibt der Nachwuchs im Rudel.

• Luchs

Luchs Jungtiere
Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Viel Arbeit für Mama: Da die Väter sich nach der Paarung aus dem Staub machen, sind die Weibchen alleinerziehend. Nach zwei Monaten gehen die Kleinen mit auf die Jagd und beobachten, wie man schleicht und zuschlägt.

Auch im wilden Spiel mit der Mutter lernen sie, was ein Luchs können muss. Im nächsten Frühjahr suchen sie sich dann eigene Reviere.

• Fischotter

Fischotter Jungtiere
Foto: © picture alliance/WILDLIFE

Wer Fische will, muss schwimmen können. Doch Otter kommen hilflos zur Welt – nur 80 Gramm leicht und blind. Weil sie oft wasserscheu sind, packt die Mutter sie am Nacken und zieht sie ins gefürchtete Nass. Schwimmlektionen für zukünftige Flusspiraten!

Das Männchen hat mit der Aufzucht nichts zu tun. Nach drei Monaten taucht der Nachwuchs akrobatisch wie die Großen. Trotzdem bleibt er meist noch ein ganzes Jahr in mütterlicher Obhut.

• Bär

Jungtiere Bär
Foto: © picture alliance / Arco Images GmbH

Bärenmütter kümmern sich allein um die Kleinen. Dann sind sie aggressiv und gehen sogar auf Männchen los. Da Bären Beeren, Wurzeln und Kräuter lieben, steht vor allem Naturkunde auf dem Lehrplan: Was schmeckt? Was macht Bauchweh?

Verjagt die Mutter ihre Jungen nach frühestens zwei Jahren, bleiben Geschwister noch lange zusammen.

• Fuchs

Fuchs mit Jungtier
Foto: © picture alliance / ZUMA Press

Einzelgänger? Von wegen! Im Bau werden Rotfüchse zu Familientieren. Mutter, Tanten, ältere Geschwister – die Weibchen, Fähen genannt, unterstützen sich bei der Aufzucht der vier bis sechs Welpen. Sogar der Vater schaut vorbei und bringt Beute.

Bis zum Herbst dauert das Training fürs spätere Raubtierleben: Springen und Toben, Raufen und Ringen. Dann verlassen die jungen Männchen das elterliche Revier. Nur die Weibchen bleiben oft länger – und helfen bei der nächsten Generation.

Autor: Kai Riedemann