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BBC-Doku Hidden Kingdoms

In der BBC-Doku "Hidden Kingdoms" sehen die Zuschauer im Auge eines Rüsselspringers
den Widerschein eines Buschfeuers. - Foto: © RTL

Kleine Tiere ganz groß

Im TV: ''Hidden Kingdoms - Im Königreich der kleinen Tiere''

Die Doku "Hidden Kingdoms – Im Königreich der kleinen Tiere" fasziniert mit sensationellen Naturaufnahmen aus der Mausperspektive.

Wie wirkt der Rüssel eines Elefanten aus der Sicht des winzigen Rüsselspringers? Wie der Kopf eines Löwen aus der Perspektive des Mistkäfers, der aus dessen Dung gerade ein ganz großes Ding dreht? Und wie erlebt ein Spitzhörnchen die magischen Augen der Netzpython, kurz bevor diese ihr Maul aufreißt, um mit tödlichen Giftzähnen auf den kleinen Nager zuzuschießen? Bislang blickten wir meist aus unserer Perspektive auf die Welt der Tiere. Nun zeigt die Doku "Hidden Kingdoms" die Natur erstmals aus Sicht ihrer kleinsten Kreaturen. Die Bilder der BBC-Produktion, die RTL an den beiden Weihnachtsfeiertagen ausstrahlt, gehören zum Spektakulärsten, was im Bereich Tierfilm jemals zu sehen war. Kleiner Schönheitsfehler: Sie sind leider nicht echt.


Im TV-Programm: "Hidden Kingdoms - Im Königreich der kleinen Tiere"

Do., 25.12.: Teil 1, RTL, 17.40 Uhr
Fr., 26.12., Teil 2, RTL,17.40 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Der Dreh von "Hidden Kingdoms"

"Wir haben verschiedene Aufnahmen miteinander kombiniert, um damit eigentlich unmögliche Perspektiven zu ermöglichen", erklärt Produzent Mark Brownlow. Gut für das Spitzhörnchen, denn es ist der Python nie begegnet. Tatsächlich greift die Schlange ein heißes Handtuch oberhalb der Kamera an. In einer anderen Szene ist im Auge eines Rüsselspringers der Widerschein eines Buschfeuers zu sehen – elektronisch verstärkt. "Für die dramatische Wirkung", so der ausführende Produzent Mike Gunton. Es sei den Filmemachern nicht darum gegangen, die Tierwelt eins zu eins abzufilmen. Gunton: "Wir verstehen unsere Arbeit als Interpretation der Welt, wie sie diesen Tieren erscheinen muss. Und das geben wir auch offen zu."

18 Monate war das Team etwa in Ostafrika und im Südwesten der USA unterwegs. Gedreht wurde mit speziellen Miniaturkameras. Für besonders schwierige Aufnahmen rekonstruierten die BBC-Leute sogar die natürliche Umgebung einzelner Tiere: "Der Dschungel des tropischen Regenwaldes wurde sowohl in Borneo als auch in einem Tiergehege in der Nähe von Manchester nachgebaut", berichtet Agnes Ostrop, Leiterin Infotainment Primetime bei RTL.

Biologisch ist alles korrekt

"Hidden Kingdoms" bringt den Zuschauern die Welt der Tiere so nahe, wie es mit rein dokumentarischen Mitteln nicht möglich wäre. Aber ist es auch seriös? Eine Frage, die schon seit "Die lustige Welt der Tiere" und "Die Wüste lebt" heiß diskutiert wird. Disneys "Weiße Wildnis" ist für Tierschützer gar ein rotes Tuch: Bei den Trickaufnahmen des Massenselbstmords von Lemmingen (übrigens ein Mythos) sollen Tiere zu Schaden gekommen sein. Dünnes Eis also, auf das sich der renommierte britische Sender BBC und Co-Produzent RTL gewagt haben.

Und tatsächlich löste die britische Erstausstrahlung im Januar 2014 große Diskussionen aus. Der Sender entschied sich darum, der Doku einen "Making of"-Bericht voranzustellen, der die Spezialeffekte erklärt. RTL verzichtet darauf: "Wir zeigen Ausschnitte daraus in unseren Magazinen", so Agnes Ostrop. Und Mike Gunton versichert: "Alles was wir zeigen, ist biologisch absolut korrekt und zeigt natürliches Verhalten."

Die Bilder mögen per Computer zu stark bearbeitet sein, der permanente Klangteppich zu dick, die von Anke Engelke gesprochenen Kommentare teils zu schnodderig – faszinierend anzuschauen ist die Doku auf jeden Fall. Und sie weckt wirklich mehr Verständnis für das gefährliche Leben der kleinen Kreaturen.

Autor: Thomas Röbke