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"More Than Honey – Bitterer Honig"  preisgekrönte Dokumentation

Preisgekrönte Dokumentation zum Bienensterben "More Than Honey – Bitterer Honig"

"More Than Honey – Bitterer Honig"

Doku über das Bienensterben

Hoffnung für das fleißige Volk: Das Rätsel des Bienensterbens ist gelöst.

Sie versüßen uns das Leben. Nicht nur, indem sie Honig produzieren: Bienen bestäuben fast alle bunt blühenden Pflanzenarten und sind in ihrer Rolle als natürliche Gärtnerinnen verantwortlich für etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel. Äpfel, Kirschen, Tomaten – all das können wir uns nur deshalb leisten, weil jedes Jahr Abermillionen Honigbienen auf ihrer Suche nach Nektar Pollen von einer Pflanze zur anderen tragen. "Wenn wir keine Bienen hätten, hätten wir ein Ernährungsproblem", sagt Dr. Werner von der Ohe, Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle. Grund: Wir müssten die Leistung der Insekten selbst erbringen – und das würde nach Berechnungen von Forschern weltweit rund 153 Milliarden Euro kosten. So viel ist ihre Bestäubungstätigkeit wert.

Umso dramatischer, dass gerade der Mensch den Bienen das Leben zunehmend schwer macht. Die aufrüttelnde Dokumentation "More Than Honey – Bitterer Honig" zeigt etwa, wie professionelle Imker aus den USA ihre Völker systematisch ausbeuten.


TV-Tipp

Di, 1.07.: "More Than Honey – Bitterer Honig" - Preisgekrönte Dokumentation zum Bienensterben, Das Erste, 22.45 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Getrieben von der Idee der Gewinnmaximierung, karren sie ihre Bienenstöcke quer durchs Land: Erst müssen die fleißigen Brummer im kalifornischen Central Valley Mandelbäume bestäuben, dann in Florida Zitrusplantagen, anschließend in den Nordstaaten Apfel- und Kirschbäume, zuletzt in Maine Blaubeersträucher.

Probleme für Bienen durch Monokulturen

Ein großes Problem dabei: In den riesigen Monokulturen können sich die Bienen nur sehr einseitig ernähren. In Kalifornien finden sie etwa auf 240.000 Hektar Plantagen nichts als Mandelbäume. "So etwas ist eine katastrophale Bienenhaltung", sagt von der Ohe. "Da wundert es einen nicht, wenn die Völker eingehen." Durch die einseitige Kost werden die Tiere schwach und anfällig für Krankheiten. Viele gehen dann im Winter ein. Auch in der deutschen Landwirtschaft wird zunehmend auf Monokultur umgestellt – was den Prozess hierzulande verschärft.

Die Varroamilbe

Das größte Problem für Honigbienen und Imker ist jedoch eine Plage, die in den 70er-Jahren aus Südostasien eingeschleppt wurde: die Varroamilbe. Dieser Parasit, für menschliche Augen winzig, für Bienen jedoch so groß wie für uns ein Kaninchen, vermehrt sich in der Brut der Völker, über trägt Krankheiten und saugt erwachsenen Bienen das Blut aus. "Mit der Varroamilbe und der westlichen Honigbiene treffen zwei Organismen aufeinander, die nicht aneinander angepasst sind", erklärt von der Ohe.

Von selbst wird sich das Problem nicht lösen: Allein mehrere strenge Winter könnten die Varroa-Populationen nachhaltig dezimieren – doch die sind angesichts der Klimaerwärmung nicht zu erwarten. "Solange es Honigbienen gibt, wird es auch Varroamilben geben", sagt Experte von der Ohe. Schuld daran ist auch ein an sich kluger Überlebensmechanismus: Verendet ein befallenes Volk, retten sich die letzten überlebenden Tiere in ein anderes – und schleppen dort den tödlichen Parasiten ein.

Die Rettung für die Bienen

Rettung bringt ein überraschender Trend: Imkern wird immer beliebter – sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt. "Jahr für Jahr kommen mehr Imker dazu", sagt von der Ohe. "Und das bedeutet auch: mehr Bienen." Ihr Überleben sieht der Experte derzeit nicht mehr in Gefahr. Trotz der Varroamilbe. Letztlich müssten sich die Imker nur gut darauf einstellen: "Mit der richtigen, konsequent angewendeten Behandlung können sie ihre Völker auf jeden Fall schützen. Die Varroamilbe ist kein grausamer Killerfaktor, sie gehört von nun an zu jedem Bienenvolk dazu."

Autor: Susanne Schumann