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Clownfisch

Aus Mann wird Frau: Im Schutz giftiger Anemonententakeln wechselt der Clownfisch das Geschlecht. - Foto © picture alliance / Reinhard Dirs

Erdmännchen, Clownfische und Co.

Die verrücktesten Tiere der Welt

Plötzlich gellt ein schriller Pfiff durch die Weite der Kalahari. Die Erdmännchen, eben noch possierlich aufgerichtet, den Hals gereckt, flitzen los. In letzter Sekunde erreichen sie die rettenden Höhlen – dann schießt ein Adler herab. 1300 Kilometer entfernt: Das Geräusch von Millionen schlagenden Flügeln erfüllt die Luft und sorgt sogar beim erfahrenen BBC-Kameramann Richard Kirby für Gänsehaut. Es sind Palmenflughunde, die den Himmel über den Wäldern Sambias schwarz färben.

Vier Jahre lang waren Filmteams unterwegs, um solche Phänomene für die Reihe "Das Wunder Leben" (siehe TV-Tipp) aufzuspüren. Die spektakulären Bilder zeigen eindrucksvoll: Im Kampf ums Überleben hat die Natur geniale, mitunter bizarre Strategien entwickelt. "Gerade wenn man zu wissen glaubt, wie sich Tiere verhalten", sagt Mike Gunton, Zoologe und Produzent der Reihe, "dann machen sie etwas absolut Außergewöhnliches."

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So entstand die Doku "Das Wunder Leben"

Von Brasilien bis nach Japan, von Südafrika bis zur Antarktis – für die Dokumentarreihe "Das Wunder Leben" waren Dutzende Filmteams 3000 Drehtage rund um den Globus unterwegs. Allein für die Südpolexpedition mussten 1,5 Tonnen Kameras, Kräne, Zelte und Leuchten per Flugzeug ans Ziel transportiert werden. Zum Einsatz kamen auch Hochgeschwindigkeitskameras, die mit 8000 Bildern pro Sekunde selbst die schnellste Bewegung festhalten. Die Drehteams filmten vom Helikopter aus jagende Wölfe, mit motorgetriebenen Ballons Palmenflughunde und per computergesteuerter Kamera in zwölf Kilometern Tiefe riesige Shrimps. Um das hektische Leben der Elefantenspitzmaus zu erkunden, robbten Kameraleute drei Wochen auf Knien durch Kenia, die Speziallinsen nur acht Zentimeter über dem ausgedörrten Boden. Für Unterwasserbilder im ewigen Eis versenkten sie ihre Spezialausrüstung 20 Meter tief. Sechs Wochen lang lieferte sie nonstop Bilder aus der "Unterwelt". Dank einer Yogi-Cam, erschütterungsfrei auf einem Auto montiert, gelangen zudem spektakuläre Aufnahmen einer wandernden Elefantenherde.

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Erdmännchen: gemeinsam sind sie stark

Wie bei den Erdmännchen. Sie gehören zu den sozialsten Säugetieren der Welt. Die einen jagen, die nächsten hüten die Babys, die anderen halten Wache. Dann wird der Dienst getauscht. Perfekte Arbeitsteilung herrscht in ihren Kolonien. Motto: Gemeinsam sind wir stark. Das zeigt sich vor allem, wenn Gefahr droht. Reicht die Zeit nicht mehr zur Flucht, bauen sich die Tiere nebeneinander auf. Dicht gedrängt schwanken sie synchron hin und her, zischen und spucken, bellen und drohen. Fast so, als wären sie nicht eine Horde 30 Zentimeter kleiner Wichte, sondern ein einziges großes Tier. Auf diesen raffinierten Trick fallen Füchse, Schlangen und Schakale immer wieder herein.

Teamgeist lässt sich auch bei einer anderen Szene beobachten: Tollpatschig wühlt der Erdmännchennachwuchs im Sand. Wie kommt man bloß an die leckeren Ameisen ran? Da hilft nur Unterricht! Geduldig zeigen die Großen den Kleinen ihre bewährte Technik. Erste Lektion: Ausgraben von Insektenlarven. Zum Üben legen die Lehrmeister auch Skorpione vor, denen zuvor der Stachel entfernt wurde. Die Schüler signalisieren Alter und "Ausbildungsgrad" sogar mit ihren Rufen. Es dauert Wochen, bis sie endlich gelernt haben, selbst Beute zu machen.

Autor: Kai Riedemann