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Ein Leopard mit kleinen Schwächen

Leoparden verstecken ihre Beute oft hoch oben in Bäumen. So schützen sie den Riss vor Hyänen und anderen Aasfressern. Foto © ZDF/MDR/Wildlife Films Botswana/Beverly Joubert

Doku über das Heranwachsen einer Raubkatze

Die Schule der Raubkatzen - "Ein Leopard mit kleinen Schwächen"

Sie kommen blind und wehrlos zur Welt. Danach werden Leoparden schnell zu gefährlichen Jägern. Ihre einzige Chance.

Da! Ein Warzenschwein mit drei Frischlingen. Eng aneinandergeschmiegt liegen die Babys im Gras der Savanne. Vorsichtig schleicht sich ein junger Leopard an, fast lautlos. Er versteckt sich hinter einem Termitenhügel und beobachtet von dort den Nachwuchs des Warzenschweins. Dann öffnet er sein Maul und schmatzt leise. Das Wasser läuft ihm zusammen. Doch da tritt der Vater der Schweinesippe auf den Plan. Er schreckt die Kleinen auf. Panisch grunzend laufen sie mit wehender Mähne davon.

Ein Tag ohne Fressen? Für den jungen Jäger nichts Neues! Das Anpirschen und Erlegen der Beute muss er noch lernen. Die TV-Doku "Ein Leopard mit kleinen Schwächen" (weitere Dokumentationen oder Sendungen zu Raubkatzen finden Sie hier) zeigt das Leben einer heranwachsenden Raubkatze in Botswana. Meister der Anpassung "Im Freiland kommt es vor, dass Leoparden nur ein- bis zweimal in der Woche fressen können. Das hängt vom Jagderfolg ab", sagt Christian Kern.

Der Biologe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Tierpark Berlin und dort für Raubtiere zuständig. Er kümmert sich um die artgemäße Haltung, eine entsprechende Ernährung, Zucht, Gesundheit und Wohlergehen der Tiere. Auch für die Leoparden des Zoos ist er zuständig. Von allen Großkatzen sind Leoparden am weitesten verbreitet. Sie können sich völlig unterschiedlichen Gegebenheiten anpassen, leben in Regen- Laubwäldern, Buschsteppen, Graslandschaften, Schilf- und Dornendickichten, Wüsten, sogar in den schneebedeckten Höhen des Himalaja sind sie zu Hause.

Leoparden können bis zu 1,90 Meter lang werden

Groß ist die Vielfalt an Unterarten, je nach Lebensraum können sie bis 1,90 Meter lang und 30 bis 80 Kilo schwer werden. Leopardenbabys bleiben lange bei der Mutter und brauchen viel Zuwendung. "Mit geschlossenen Augen, als braune, schwach gefleckte Wollknäuel kommen sie zur Welt. Nach etwa ein bis zwei Wochen öffnen sie die Augen. Im Alter von sechs bis acht Wochen verlassen sie erstmalig das Nest und krabbeln umher. Mit etwa einem Jahr wandern sie dann von der Mutter ab", so Kern.

Pro Wurf gebären Leopardenweibchen im Schnitt zwei bis vier Junge, doch die Sterblichkeit unter den Kleinen ist hoch. Das erste Jahr überlebt nur etwa die Hälfte aller Raubkatzenkinder. Die restlichen werden Opfer von Krankheiten oder verhungern, weil die Mutter nicht genug Beute schlägt, um den ganzen Wurf zu ernähren. Zudem erbeuten größere Raubtiere die hilflosen Kleinen. Selbst männliche Leoparden schrecken nicht davor zurück, den Nachwuchs von Artgenossen zu fressen. Wenn alles gut geht, lernen die Jungen im ersten Jahr von der Mutter alles, was sie fürs Überleben brauchen.

"Etwa wie man Beute macht – und zwar durch Beobachten, Nachahmen und viel Üben", sagt Kern. Am Ende der TV-Doku sieht man den jungen Leoparden meisterhaft auf der Pirsch. Er ist für seien Beute fast unsichtbar, denn die Flecken seines Fells lösen die Konturen seines kräftigen Körpers im Gras der Savanne beinahe auf. Gut möglich, dass ihm ein langes Leben vergönnt ist. Zehn bis 15 Jahre alt können Leoparden in freier Natur werden. Gerade Botswana schützt sie besonders streng vor Jägern, die es auf ihr wertvolles Fell abgesehen haben.

Autor: NELE-MARIE BRÜDGAM